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Erster Punkt im „Parken“ seit zehn Jahren fühlt sich für Sønderjyske wie ein Sieg an

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Lukas Björklund erzielte den Ausgleichstreffer.

Der eine Punkt ändert die Tabellensituation nicht groß, das 1:1-Unentschieden gegen den Meisterschaftsfavoriten FCK war aber für die Sønderjyske-Fußballer ein riesengroßer Punkt im Abstiegskampf. Ein Punkt für die Moral und fürs Selbstvertrauen.

Die Gesänge waren auf den Treppen unter den Tribünen im Nationalstadion nicht zu überhören. Die Sønderjyske-Fans feierten im Kopenhagener „Parken“ einen höchst unerwarteten Punktgewinn gegen den Meisterschaftsfavoriten FCK wie einen Sieg.

Das hart erkämpfte 1:1-Unentschieden war auch viel mehr als nur ein Punkt. Der eine Zähler bringt den Superliga-Aufsteiger in der Tabelle nicht wirklich voran, doch nach Gegentoren am laufenden Band in den vergangenen Wochen war diese Defensivleistung für den Glauben an den Klassenerhalt von größter Bedeutung.

Die Sønderjyske-Fußballer ließen gegen den Tabellenführer kaum Torchancen zu und konnten nach anfänglicher Verunsicherung endlich einmal überzeugen. Zum ersten Mal nach drei Niederlagen zum Jahresauftakt.

Für den Superliga-Aufsteiger war es ein Feiertag, nicht nur wegen des unerwarteten Punktgewinns.

Tobias Klysner musste in der Pause ausgewechselt werden, nachdem er vom eigenen Torwart umgenietet worden war.

800 Sønderjyske-Fans füllten den Gästeblock. So viele Fans hatten die Hellblauen seit dem Gewinn der Vizemeisterschaft 2016 am letzten Spieltag im Brøndby Stadion nicht mehr in einer fremden Arena.

Mit Grillwürsten von Schlachter Lampe und Fuglsang-Bier hatten sie sich vorher bei einer Veranstaltung am benachbarten Østerbro Stadion aufgewärmt. Fürs Selbstverständnis nicht unwichtig, dass die vielen Exil-Nordschleswiger nicht mehr ins Østerbro Stadion zu einem Spiel gegen B93, sondern ins 100 Meter entfernte „Parken“ zu einem Duell gegen den FCK gehen können.

Beherzter Auftritt belohnt

Der beherzte Auftritt wurde mit dem ersten Punktgewinn von Sønderjyske im Nationalstadion seit November 2014 belohnt. Der erst dritte Punktgewinn auswärts gegen den FCK überhaupt.

Danach hatte es anfangs aber nicht ausgesehen. Der Aufsteiger wirkte von der großen Kulisse in der Anfangsphase eingeschüchtert und geriet bereits nach acht Minuten in Rückstand. Er legte aber nach 20 Minuten immer mehr den großen Respekt ab, stand nicht nur kompakt hinten, sondern konnte immer besser den Ball in den eigenen Reihen halten.

Sønderjyske scheiterte bei einem Kopfball von Marc Dal Hende in der 29. Minute an der Querlatte, kam aber noch vor der Halbzeitpause zum Ausgleich. Lukas Björklund traf nach einem Doppelpass zwischen Sefer Emini und Lirim Qamili.

Der Aufsteiger kam gut zur zweiten Halbzeit raus und war in der ersten Viertelstunde die bessere Mannschaft, wurde danach aber in die Defensive gedrängt.

Torwart Marcus Bundgaard griff stets energisch ein, musste aber kaum dicke Torchancen abwehren.

Nach vorne ging in der letzten halben Stunde fast gar nichts mehr. Das hätte vielleicht aber anders ausgesehen, wenn Schiedsrichter Jakob Sundberg nicht Gnade vor Recht hätte ergehen lassen, als der mit Gelb vorbelastete Marcos Lopez in der 55. Minute einen Konterangriff von Sønderjyske regelwidrig stoppte.

Der Platzverweis blieb aus, Torchancen gab es für den FCK aber im Großen und Ganzen auch keine. Torwart Marcus Bundgaard überzeugte mit guten Eingriffen, musste aber keine einzige Glanzparade aus dem Hut zaubern.

Bezeichnend für die bärenstarke Leistung der zuletzt wackeligen Sønderjyske-Defensive. Eine Leistung, die mit einem Punkt belohnt wurde. Ein riesengroßer Punkt im Abstiegskampf. Ein Punkt für die Moral und fürs Selbstvertrauen.

FCK - Sønderjyske (1:1) 1:1

1:0 Viktor Claesson (8.), 1:1 Lukas Björklund (43.)

FCK: Diant Ramaj – Rodrigo Huescas, Gabriel Pereira, Pantelis Hatzidiakos, Marcos Lopez (82.: Birger Meling) – William Clem (61.: Rasmus Falk), Victor Froholdt, Magnus Mattsson (46.: Amin Chiakha) – Jordan Larsson (61.: Mohamed Elyounoussi), Viktor Claesson, Robert Silva (46.: Elias Achouri).

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Tobias Klysner (46.: Ebube Duru), Maxime Soulas, Marc Dal Hende, Andreas Oggesen – Sefer Emini, Rasmus Vonderslev, Lukas Björklund (65.: Ivan Djantou) – Lirim Qamili (82.: Matti Olsen), Kristall Mani Ingason (82.: Dalton Wilkins), Mads Agger (56.: Alexander Lyng).

Gelve Karten: Marcos Lopez, Rodrigo Huescas – Sefer Emini, Mads Agger, Kristall Mani Ingason.

Schiedsrichter: Jakob Sundberg. VAR-Schiedsrichter: Jakob Kehlet. Zuschauerinnen und Zuschauer: 28.922