Eishockey

SønderjyskE hat Pokal-Skandal noch nicht ganz verdaut

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Anders Førster ärgert sich, dass seine Spieler erst spät die Köpfe frei bekamen.

Mit dem Kopf zu lange nicht ganz bei der Sache und zu leichte Gegentore kassiert. So lautete das Fazit nach der 4:5-Auswärtsniederlage gegen Rungsted. Trainer Førster zeigt Verständnis.

Die Rückkehr ins Liga-Geschehen ging daneben. Vier Tage nach dem geklauten Einzug ins Pokalfinale haben die Eishockeyspieler von SønderjyskE das Auswärtsspiel gegen Rungsted Seier Capital mit 4:5 verloren.

„Wir wussten von vornherein, dass es ein schweres Spiel werden würde. Zum einen, weil Rungsted eine formstarke Mannschaft ist, und zum anderen, weil wir mental nicht dort sind, wo wir sein müssen. Ich hatte den Eindruck, dass das Pokal-Halbfinale weiter in den Köpfen herumgeisterte. Irgendwo verständlich, aber dennoch ist es frustrierend, so weit zu fahren, um nicht von Anfang an voll bei der Sache zu sein“, sagt SønderjyskE-Trainer Anders Førster zum „Nordschleswiger“.

Der dänische Meister leistete sich bereits im ersten Drittel viele Fehler, die vielen Puckverluste wurden aber erst im Mitteldrittel bestraft.

Rungsted setzte sich zu Beginn des zweiten Drittels von 1:1 auf 4:1 ab, und erst nach dem 5:2 konnte sich SønderjyskE steigern. Die Gäste verkürzten zweimal und hatten auch gute Ausgleichschancen, gingen aber am Ende leer aus.

„Wir haben zu viele Fehler gemacht und Rungsted das Momentum gegeben. Wir haben zu spät ins Spiel gefunden, am Ende aber sehr gut gespielt“, so Anders Førster, der mit seiner Mannschaft am Freitag den souveräne Tabellenführer Herning Blue Fox zur Neuauflage des Pokal-Halbfinales empfängt.

Der dänische Eishockey-Verband (DIU) hatte nach der höchstumstrittenen Entscheidung im Pokal-Halbfinale am Freitag und den anschließenden Verbalattacken aus dem SønderjyskE-Lager in Richtung Schiedsrichter davon abgesehen, Sperren gegen SønderjyskE-Spieler zu verhängen, hat es sich aber auch nicht nehmen lassen, mit Kenneth A. Nielsen einen der beiden Schiedsrichter nach Hørsholm zu schicken, der SønderjyskE um den Finaleinzug gebracht hatte.

Ein klares Statement vom Verband, wer hier das Sagen hat. Eine unnötige Provokation, werden einige meinen.

Es lag aber nicht an den Schiedsrichtern, dass SønderjyskE verlor. Diesmal nicht.

Rungsted - SønderjyskE (1:1,4:2,0:1) 5:4

1:0 Rasmus Thykjær Andersson (4:24), 1:1 David Boysen (5:36/Nikolaj Krag-Christensen), 2:1 Victor Cubars (20:59), 3:1 Victor Cubars (24:05), 4:1 Ludvig Elvenes (30:30), 4:2 Mathias Borring Hansen (31:44/Ass.: Cameron Brown, Jacob Panetta/4 gegen 5), 5:2 Rasmus Thykjær Andersson (32:06/5 gegen 4), 5:3 Alexander Wiklund (36:56/Ass.: Joseph Jonsson, Oskar Drugge/5 gegen 4), 5:4 William Boysen (44:12).

Spieldauer Disziplinarstrafen: Mark-Olivier-Roy (32.), Morten Jensen (40.) – William Pelletier (40.)

Zeitstrafen: Rungsted 1x5 und 5x2 – SE 1x5 und 5x2 Minuten. Schiedsrichter: Kenneth A. Nielsen/Thomas Buchardt Andersen. Zuschauer: 808.