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Defensives Meisterwerk: Sønderjyske lässt kaum Torchancen zu

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Die Sønderjyske-Kicker jubeln über den Heimsieg gegen Brøndby.

Eine taktisch überlegene Sønderjyske-Mannschaft verlässt mit einem keineswegs unverdienten 2:0-Sieg die Abstiegsplätze. Brøndby IF war vor einer Rekordkulisse fast ständig am Ball, konnte die sattelfeste Sønderjyske-Defensive aber erst in der Nachspielzeit in Bedrängnis bringen.

8.735 Zuschauerinnen und Zuschauer stellten im Sydbank Park einen neuen Stadionrekord auf. Die meisten davon saßen in der Nachspielzeit nicht mehr, sondern bedankten sich mit stehenden Ovationen bei der eigenen Mannschaft, die ein defensives Meisterwerk hingelegt und Brøndby IF mit 2:0 in die Knie gezwungen hatte.

Sønderjyske überließ über weite Strecken dem Gegner die Initiative, doch dieser konnte damit herzlich wenig anfangen. Brøndby IF war fast ständig am Ball, kam aber über 90 Minuten nicht zu einer einzigen echten Torchance. Erst in der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Nicolai Vallys eine Möglichkeit, ansonsten musste das Heimpublikum nur bei einem Querpass entlang der Torauslinie, an Freund und Feind vorbei, die Luft anhalten.

Gefährlich wurde es sonst nicht. Vom Neuzugang aus der Bundesliga, Michael Gregoritsch, war nichts zu sehen. Der 66-fache Nationalspieler Österreichs kam mit der Empfehlung von mehr als einem Jahrzehnt in der Bundesliga bei Hoffenheim, St. Pauli, Bochum, HSV, Augsburg und Freiburg, fiel aber nur durch ein gelbwürdiges Foul auf und wurde nach einer Stunde ausgewechselt.

Die Brøndby-Spieler hatten gegen die Sønderjyske-Abwehr nicht viel zu lachen.

Weitaus gefährlicher waren die Platzherren, wenn sie schnell von Abwehr auf Angriff umschalteten oder gelegentlich den Gegner früh störten.

Alexander Lyng hätte den Sønderjyske-Sieg höher ausfallen lassen können. Der 20-Jährige hätte bereits nach 16 Sekunden das 1:0 machen können, ja müssen, als er nach dem Querpass von Mads Agger das halbleere Tor verfehlte. Lyng zielte erneut am einen Pfosten vorbei, als Stijn Spierings gegen Ende der ersten Halbzeit ihm eine weitere gute Gelegenheit schenkte.

Größere Zielgenauigkeit und auch größeres Durchsetzungsvermögen zeigten Daniel Gretarsson und Lirim Qamili bei ihren Toren in der zweiten Halbzeit. Sie setzten mit ihren Toren der defensiven Meisterleistung die Krone auf.

Lirim Qamili machte mit einem sehenswerten Schuss den Sack zu.

Nachdem die Sønderjyske-Fußballer in Viborg und Fredericia zu wenig rausgeholt hatten, ließ diese Leistung die Hoffnung auf einen Klassenerhalt wieder wachsen.

Können die Hellblauen diese Solidität sowie diese Balance zwischen Offensive und Defensive häufiger zeigen, werden noch viele Punkte rausspringen.

Sønderjyske war an diesem Tag die taktisch bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen, keineswegs nur weil Brøndby zwischen zwei Europapokal-Aufgaben gedanklich scheinbar woanders war.

Daniel Gretarsson glänzte nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Rolle des Torschützen.

Das ändert nichts daran, dass bei Sønderjyske das gute Gefühl zurückgekehrt ist.

Sønderjyske - Brøndby IF (0:0) 2:0

1:0 Daniel Gretarsson (48.), 2:0 Lirim Qamili (81.)

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Andreas Oggesen, Magnus Jensen, Maxime Soulas, Daniel Gretarsson (79.: Dalton Wilkins) – Tobias Sommer, Rasmus Vinderslev (61.: Sefer Emini) – Mads Agger, Kristall Mani Ingason (70.: Lirim Qamili), Alexander Lyng (70.: Olti Hyseni) – Matthew Hoppe (61.: Mohamed Cherif).

Brøndby: Pascal Pentz – Frederik Alves Ibsen (61.: Jordi Vanlerberghe), Luis Binks, Rasmus Lauritsen, Mats Köhlert (46.: Marko Divkovic) – Benjamin Tahirovic (61.: Noah Nartey), Stijn Spierings – Oliver Villadsen, Filip Bundgaard (85.: Daniel Wass), Clement Bischoff – Michael Gregoritsch (61.: Nicolai Vallys).

Gelbe Karten: Tobias Sommer – Mats Köhlert, Luis Binks, Michael Gregoritsch.

Schiedsrichter: Jakob Kehlet. VAR-Schiedsrichter: Lasse Læbel Graagaard.

Zuschauer: 8.735 (Stadionrekord).