Deutsche Minderheit

Die Sørensens singen im Dreierpack bei der Musikvereinigung

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Haben sich gemeinsam dem Chor der Musikvereinigung angeschlossen: Jan, Hans Jakob und Karin Sørensen.

Gleich drei Mitglieder der Familie Sørensen aus Pattburg singen im Chor der Musikvereinigung Nordschleswig. Neben Mama Karin und Papa Jan ist auch Sohn Hans Jakob dabei. Wie die drei zum Chor gekommen sind und wie sie es finden, dabei zu sein.

„Das ist schon ein besonderes Gefühl, wenn bei einer Probe alles klappt und der Gesang den Saal füllt“, schwärmt Jan Sørensen aus Pattburg. 

Der Familienvater singt seit rund drei Jahren im Chor der Musikvereinigung Nordschleswig und ist dabei nicht der Einzige aus der Familie. Ehefrau Karin und Sohn Hans Jakob, der im Sommer sein Abitur am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig machte, schlossen sich zeitgleich an. 

Alle drei bringen musikalische Erfahrungen mit. Jan und Karin spielen seit vielen Jahren Trompete, und auch Sohn Hans Jakob hat das eine oder andere Instrument ausprobiert. Karin Sørensen hatte in ihrem Lehramtsstudium zudem Musik als Fach. 

Sich endlich getraut

„Wir haben zu Hause schon länger darüber gesprochen, es mit dem Singen im Chor zu versuchen. Dann kam Corona. Vor drei Jahren gaben wir uns dann einen Ruck und sind nach Apenrade zur offenen Probe im deutschen Gymnasium gefahren“, berichtet Karin Sørensen.

„Bei der ersten Probe war schon eine Menge Nervosität da. Das Singen unter der Leitung von Susanne Heigold ist ja recht anspruchsvoll. Wir sind aber gut aufgenommen worden und fühlen uns im Chor wohl“, ergänzt Ehemann Jan.

Die Initiative für den Einstieg ging nicht etwa von den Eltern aus. „Hans Jakob überredete uns, zur Probe nach Apenrade zu fahren. Er nahm uns quasi an die Hand“, erzählt die Mama mit einem Lachen. 

Singen unter der Dusche

Seit rund drei Jahren ist das Dreigestirn nun im Chor dabei. Stina, Hans Jakobs kleine Schwester, hat mit dem Singen nicht so viel am Hut. Sie ist die Sportskanone der Familie und hat andere Interessen.

„Unter der Dusche singt sie aber, wie ich manchmal auch“, erwähnt Jan Sørensen und lacht.

Hans Jakob ist als frischgebackener Abiturient mit Abstand einer der Jüngsten im Chor. „Das stört mich aber nicht. Ich komme gut mit den älteren Chormitgliedern aus, und sie freuen sich, wenn ich zu den Proben komme“, sagt er. 

Dieses Foto im Hause Sørensen in Pattburg ist gestellt! Zu Hause üben Jan, Hans Jakob und Karin (v. l.) lieber für sich.

Berührungsängste hat der Pattburger nicht. Auch nicht in ganz anderer Funktion. Im vergangenen Jahr ließ er sich in den Gemeinderat des Pfarrbezirks Gravenstein (Gråsten) wählen, wo er ebenfalls zur jungen Garde zählt.

Zu Hause auf keinen Fall zusammen

Auch wenn die Eltern und der Sohn gemeinsam im großen Chor singen und die Freude daran teilen, wird zu Hause strikt getrennt. Jeder übt für sich und hört sich die teilweise schwierigen Klassikstücke allein an.

„Zu dritt zu singen, passt einfach nicht. Wir bereiten uns lieber getrennt vor“, sagt Hans Jakob.

Das Vorbereiten auf Proben und Auftritte geschieht viel mit dem Lauschen der Stücke und dem Lesen der Noten und Texte. So richtig gesungen werde erst bei den Proben, so die drei unisono.

Das ist schon ein besonderes Gefühl, wenn bei einer Probe alles klappt und der Gesang den Saal füllt.

Jan Sørensen

Hans Jakob findet die besonderen Klassikstücke und die Auftritte im großen Chor faszinierend. Sein Musikgeschmack sind eher Rock- und Popsongs aus den 80er- und 90er-Jahren, „die Chormusik hat aber auch etwas Schönes“, betont er.

Von den ersten Auftritten überwältigt

Das können seine Eltern nur bestätigen. Bei drei großen Auftritten – im Haderslebener Dom, in der Kirche in Lügumkloster und in der Sønderjyllandhalle in Apenrade – waren die Sørensen bislang dabei. „Besonders beeindruckend war es in Lügumkloster. Der Klang war phänomenal. Das bleibt einem in Erinnerung“, schwärmt Jan Sørensen vom Singen dort. Karin und Hans Jakob stimmen kopfnickend zu.

Für solche Momente wird eben geübt, gelesen und geprobt. Dass man bei der Probe mal nicht so gut drauf ist, gehört dazu. „Susanne gibt den Chorgruppen dann Bescheid bzw. Hinweise, wenn es nicht so gut geklappt hat“, sagt Karin Sørensen.

„Sie ist dabei aber sehr einfühlsam und weiß uns zu motivieren, an uns zu arbeiten“, ergänzt Jan Sørensen mit Lob für seine Chorchefin.

Dem hektischen Alltag entfliehen

Für Hans Jakob sind die Proben eine gute Gelegenheit, in einem oft hektischen und von digitalen Medien geprägten Alltag auf andere Gedanken zu kommen. 

„Man schaltet alles andere aus und konzentriert sich in aller Ruhe nur auf das Singen. Ich merke, dass ich herunterkomme. Das hat schon was“, so Hans Jakob. 

Gut also, dass bald wieder eine Probe ansteht.

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