FUSSBALL

SønderjyskEs Fans wollen auch montags singen

SønderjyskEs Fans wollen auch montags singen

SønderjyskEs Fans wollen auch montags singen

Hadersleben/Haderslev
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Volle Ränge und laute Gesänge am vergangenen Wochenende gegen FC København Foto: Svend Anker Iversen

Die Fußballer von SønderjyskE werden gegen AGF ihr erstes Montagsspiel bestreiten. Dem Stimmungsboykott der Aarhusianer wollen sich die Fans nicht anschließen.

Seit Anfang der Saison wird in der dänischen Fußball-Superliga auch am Montagabend eine Partie ausgetragen. Wer diese bestreitet, liegt nicht in der Hand der Vereine. Gerecht verteilt sind die bei den Fans so ungeliebten Werktagsspiele auch nicht. So muss SønderjyskEs kommender Gegner AGF beispielsweise schon zum dritten Mal auswärts an einem Montagabend antreten. Und das am fünften Spieltag.

Proteste bei AGF

Die Fanclubs aus Aarhus rufen deshalb zum Stimmungsboykott an Werktagen auf. Die gesamte erste Halbzeit soll es still sein im Block. Lars Moshage Møller, der Vorsitzende des Fanclubs SønderjyskE Fodbold Support, verrät dem „Nordschleswiger“, dass die Hellblauen keine Protestaktionen geplant haben. „Wir kennen das Problem, haben aber nichts Konkretes vor. Wir können die Fans von AGF voll verstehen, aber ich glaube nicht, dass wir gegen die Montagsspiele etwas ausrichten können“, so der Vorsitzende.

Deutschland als Vorbild

In den deutschen Ligen wurden die Montagsspiele vor Kurzem nach massiven Protesten wieder abgeschafft. Dort hätten die Fans deutlich mehr Macht, ist sich Møller sicher. „Die Fans in Deutschland sind in einer ganz anderen Position als wir. Die Spiele sind fast immer ausverkauft. Da fällt es natürlich viel mehr auf, wenn die Tribüne ruhig ist. Bei uns wird das wahrscheinlich in der Menge untergehen.“

Stadion oder TV?

AGF wird seinen Unmut trotzdem im Sydbank Park äußern. Schaut man auf die Reiseplanung für das Spiel, wird deutlich, warum: Abfahrt: 16 Uhr. Heimkehr ca. 23 Uhr. Für Arbeitnehmer schwierig, für Kinder unmöglich. Und das ist noch eine der kürzeren Auswärtsfahrten. Der Verband argumentiert mit hohen Zuschauerzahlen im Fernsehen am Montagabend. „Es ist ein fantastisches TV-Produkt. Alle Clubs, die am Montag spielen, haben mehr Zuschauer als zu jedem anderen Zeitpunkt“, betont der Geschäftsführer der dänischen Fußball-Liga, Claus Thomsen.

Eine gefährliche Gratwanderung, denn die Zuschauerzahlen in den Stadien sind seit Jahren rückläufig. Und ohne die Choreografien und Gesänge in der Kurve wird die Spiele auch niemand mehr im Fernsehen sehen wollen, schätzt Lars Moshage Møller.

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Helge Möller
Helge Möller Journalist
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