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SønderjyskE mit einem ganz neuen Gesicht

SønderjyskE mit einem ganz neuen Gesicht

SønderjyskE mit einem ganz neuen Gesicht

Hadersleben/Haderslev
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Die Platek-Familie stellt nicht nur auf dem Platz eine neue SønderjyskE-Mannschaft auf. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

An Traditionen festhalten und eine neue Ära einleiten, lautete das Vorhaben beim Verkauf von SønderjyskE an die Platek-Familie. Es werde kein SønderjyskE mit einem neuen Gesicht geben, doch genau das ist weniger als ein Jahr später eingetreten. Ein Kommentar von Jens Kragh Iversen.

Die Geduld der SønderjyskE-Fans ist in den vergangenen Wochen und Monaten arg strapaziert worden. Nach langem Zögern hat der Fußball-Superligist die erste von drei zentralen Neubesetzungen auf Führungsebene vorgestellt. Der Engländer Joe Manns ist als neuer „Head of Player Development and Recruitment“ vorgestellt worden und wird quasi die Funktion als „Sportchef light“ ausüben, mit weniger Handlungsspielraum als ein üblicher Sportchef.

Ein Mann(s), der eine beeindruckende Vita vorweisen kann, aber auch ein Name, den man vor wenigen Monaten bei SønderjyskE mit Sicherheit noch nicht kannte. Der Neue ist von einer Rekrutierungsagentur gefunden und von Platek angeheuert worden. Und das war nur die erste von mehreren Neubesetzungen auf Führungsebene, obwohl es bei der Übernahme im September hieß, dass es kein SønderjyskE mit einem ganz neuen Gesicht geben werde, versprach der Vorstandsvorsitzende von Sønderjysk Elitesport A/S.

„Wir werden SønderjyskE so weiterbetreiben, wie wir es kennen“, sagte Claus Guldager. „Wir wollen an Traditionen festhalten und gleichzeitig eine neue Ära mit Fortschritt einleiten“, hieß es von den Amerikanern.

Seitdem ist der Sportchef weg, der Direktor weg (zumindest teilweise), und der Cheftrainer weg. Und es wäre keine Überraschung mehr, wenn weitere Abschiede folgen würden. Co-Trainer Niels Lodberg und der Vorstandsvorsitzende von SønderjyskE Fodbold A/S, Gynther Kohls, werden einen bangen Blick über die Schulter werfen müssen, ob sie ihre Posten behalten dürfen.

Nishant Tella und Andrew Ramsey neben SønderjyskE-Direktor Klaus Rasmussen auf der Tribüne im Sydbank Park. Foto: Karin Riggelsen

Nishant Tella sitzt im Vorstand, Andrew Ramsey ist in den Kulissen ebenfalls ein machtvoller Mann und Joe Manns ist der erste von drei Neuen auf Führungsebene. Alles deutet darauf hin, dass auch der neue Cheftrainer aus dem Ausland kommen wird. Nur der Fußball-Direktor (CEO) wird aller Voraussicht nach ein Däne.

Das ist das gute Recht des neuen Besitzers, seine eigene Mannschaft aufzustellen. Und das muss auch nicht schlecht sein. Es stimmt allerdings nicht mit dem überein, was bei der Übernahme angekündigt wurde. SønderjyskE ist im Laufe von neun Monaten total umgekrempelt worden und wird mit einem ganz neuen Gesicht in die neue Saison gehen.

Die Amerikaner haben mit dem Versteckspiel und der fehlenden Kommunikation in den vergangenen Monaten ein Eigentor geschossen. Die Popularitätswerte bei vielen Fans und Sponsoren halten sich in Grenzen. Hier haben die Amerikaner und die neuen Gesichter auf Führungsebene Post-Corona großen Nachholbedarf.

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