Fussball

Kiwi-Messi mit X-Faktor

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Marco Rojas will bei SønderjyskE den nächsten Anlauf machen, in Europa Fuß zu fassen. Foto: Jacob Ravn

Neuzugang Marco Rojas will das Angriffsspiel von SønderjyskE beleben.

Klein, trickreich, schnell. Der Ruf des „Kiwi-Messi“ eilte dem 1,68 Meter kleinen Rechtsaußen beim Sprung nach Europa voraus, jetzt will der Neuseeländer mit den chilenischen Wurzeln bei Fußball-Superligist SønderjyskE einen neuen Anlauf machen, in Europa Fuß zu fassen. Das war dem 27-Jährigen beim VfB Stuttgart und dem SC Heerenveen nicht gelungen.

„Ich kann hier hoffentlich zeigen, was ich in Deutschland und Holland gelernt habe. Ich wollte in Europa bleiben und zeigen, dass ich gut genug bin, um hier zu spielen. Ich nehme bei SønderjyskE einen neuen Anlauf“, erklärt Marco Rojas seinen Wechsel zu SønderjyskE, bei dem sein Landsmann Winston Reid auch eine Rolle spielte.

Der Premier-League-Profi bei West Ham United wuchs in Sonderburg auf und schaffte unter Glen Riddersholm beim FC Midtjylland den Durchbruch.

„Ich habe kurz mit Winston gesprochen, habe etwas über Dänemark, die Region und über den Coach gehört, aber zu dem Zeitpunkt war ich mir schon recht sicher, dass ich es machen würde“, so Rojas.

Das Interview mit dem „Nordschleswiger“ findet auf Englisch statt, hätte aber auch auf Deutsch durchgeführt werden können. Rojas beherrscht viele Sprachen, spricht noch immer ganz passabel Deutsch, wie Torwart Sebastian Mielitz aus dem Hintergrund bestätigt, und hat sich auch schon mit Luijckx und Lieder auf Holländisch unterhalten.

„Ich bin aber aus der Übung“, sagt er über seine Deutschkenntnisse.

Von 2013 bis 2016 stand Marco Rojas beim VfB Stuttgart unter Vertrag, spielte aber keine einzoge Bundesliga-Minute und wurde an Greuther Fürth und den FC Thun ausgeliehen. Ein Mittelfußbruch und eine Schleimbeutelentzündung warfen ihn in seiner ersten Saison zurück, doch unterm Strich war er für die Bundesliga noch nicht reif.

„Das war ein Lernprozess. Das war mein erster Trip nach Europa, und die Unterschiede zwischen der Heimat und Europa sind schon groß. Da habe ich über mich als Fußballer, aber auch als Person viel gelernt“, sagt Marco Rojas: „Der Fußball ist auch ganz anders. Hier in Europa steht viel mehr auf dem Spiel, der Druck und die Intensität sind viel größer. Hier wird Fußball gelebt.“

In seiner Stuttgarter Zeit arbeitete er unter Bruno Labbadia, Thomas Schneider, Huub Stevens und Armin Veh. „Es war keine einfache Zeit für den Klub – und auch keine einfache Zeit für mich“, meimat der Außenstürmer, der im Sommer 2016 in die australische Liga zurückkehrte, aber ein Jahr später nach Heerenveen wechselte.

„In Holland gab es Höhen und Tiefen. Ich habe gegen Ende meines ersten Jahres gespielt, aber es kam ein anderer Coach, und die Dinge haben sich wieder geändert“, so der 40-fache Nationalkicker Neuseelands, der nach nur drei Einsätzen in der laufenden Saison für Heerenveen zu SønderjyskE gekommen ist: „Ich bin ein angriffslustiger Spieler, der den Ball schnell bewegen will und häufig das Tempo wechselt. Ein Spieler mit X-Faktor.“

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