Deutsche Minderheit

AG Zukunft will Umbau der Minderheit und Basismitgliedschaft

AG Zukunft will Umbau der Minderheit und Basismitgliedschaft

AG will Umbau der Minderheit und Basismitgliedschaft

Apenrade/Aabenraa
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Uffe Iwersen, Ulf-Mikael Iwersen
Uffe Iwersen hat die Ideen der AG am Montag vorgestellt. Foto: Cornelius von Tiedemann

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Grundsatzfragen: Wie sieht die Minderheit der Zukunft aus? Anders als jetzt, wenn es nach der AG „Minderheit mit Zukunft“ geht, die sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt hat. Die ausgearbeiteten Ideen wurden am Montag in der Hauptvorstandssitzung zum ersten Mal vorgestellt.

„Ja, es ist viel. Aber wenn wir nichts tun, kommen wir auch nicht weiter“, lautete Hinrich Jürgensens Konklusion zum Ende einer Diskussion zur Zukunft der Minderheit bei der jüngsten Hauptvorstandssitzung am Montag. 

Der Hauptvorsitzende ist Mitglied der AG „Minderheit mit Zukunft“, und diese hat bei der Sitzung am Montag ihre ausgearbeiteten Ideen für die künftige Entwicklung der Minderheit vorgestellt.  

Ausgangspunkt der Ideen-Entwicklung war, dass die zehn Mitglieder der AG sozusagen Wünsch-dir-was gespielt haben – frei von allem, was ist. Die Minderheit neu gedacht also. Wie sollte sie organisiert sein? Wer sollte etwas bestimmen dürfen? 

Im Anschluss erst wurden die Ergebnisse in die Realität gehoben. Was ist utopisch? Was hat Potenzial? Und schließlich: Wie ließe es sich umsetzen. 

Was dabei herausgekommen ist, stellt die jetzigen Strukturen des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) infrage und bietet Alternativvorschläge an. In den Diskussionen des Hauptvorstandes kristallisierten sich zwei Vorschläge als die populärsten heraus: Die BDN-Ortsvereine werden in ihrer jetzigen Form abgeschafft, und es wird eine Basismitgliedschaft eingeführt, die für alle verpflichtend ist, die die Angebote der Minderheiten-Institutionen nutzen. 

Wie viele sind in der Minderheit?

Letzteres berührt auch eine Frage, die die deutsche Minderheit in Nordschleswig schon immer begleitet: Wer ist eigentlich Minderheit? Und wie viele Menschen zählen zu der Volksgruppe? 

Die Antwort ist: Man weiß es nicht. „So zwischen 10.000 bis 15.000“, lautet häufig die Antwort, wenn man beim BDN nachfragt. Eine Basismitgliedschaft könnte das ändern. Die Kern-Idee der Basismitgliedschaft ist jedoch nicht, dass die Minderheit eine Zahl bekommt.

„Es geht dabei auch um Demokratie“, sagt Uffe Iwersen, ebenfalls Mitglied der AG. Denn diese Basis soll Stimmrechte bekommen. So könnte der oder die Hauptvorsitzende künftig von allen gewählt werden, und jede und jeder, der Basismitglied ist, kann für das Amt kandidieren. 

Aber es gibt viele offene Fragen. Ist das mit der Bonn-Kopenhagener Erklärung vereinbar, die besagt, dass jede und jeder Minderheit sein darf, der will und das an keine Kriterien gekoppelt sein darf? Und gilt die verpflichtende Mitgliedschaft auch für Familien, die ein Kind im Kindergarten haben, der dem kommunalen Verteilungsschlüssel unterliegt? 

„Das sind alles Punkte, die wir diskutieren und ausarbeiten müssen“, stellt Uffe Iwersen klar. 

Viele offene Fragen zur Umstrukturierung

Das wurde auch klar, als es um die Struktur des BDN ging. Die Ortsvereine sollen abgeschafft und neue Einheiten  gefunden werden, die die Aktivitäten verschiedener Angebote in den verschiedenen Gebieten Nordschleswigs koordinieren. „Wir wollen keinen Zirkel anlegen und wahllos Kreise ziehen“, so Iwersen. Genauso wenig sollen Funktionsträgerinnen und -träger in den jetzigen Vereinen mit Arbeit überhäuft werden. Die Umstrukturierung sei ein Versuch, die Kräfte vor Ort zu bündeln – und man wolle niemandem etwas wegnehmen.

Der Versuch, dass die Mitglieder der Hauptvorstandssitzung sich auf das Gedankenspiel einlassen und die Ideen offen angehen, scheint zu funktionieren. Zwar warfen die Vorschläge viele Fragen und Meinungen auf. Im Großen und Ganzen war der Tenor jedoch: Viele der Ideen haben Potenzial und seien es wert, sie weiter zu diskutieren. 

Dies werde sowohl im Hauptvorstand geschehen, vor allem aber gemeinsam mit der Basis in den Vereinen und Verbänden der Minderheit.

Was der vorgestellte Vier-Punkte-Plan der AG „Minderheit mit Zukunft“ im Detail vorsieht, was unklar und was klar ist, stellt „Der Nordschleswiger“ in der kommenden Woche in mehreren Artikeln vor. 
 

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