Kultur

Künstlerin aus der Minderheit haucht Hafen neues Leben ein

Künstlerin aus der Minderheit haucht Hafen neues Leben ein

Künstlerin aus der Minderheit haucht Hafen neues Leben ein

Hadersleben/Haderslev
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Künstlerin Linda Baum macht es sich in den kommenden vier Monaten zur Aufgabe, Schwung in das Kulturleben am Hadersleben Hafen zu bringen (Archivfoto). Foto: Ute Levisen

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Eigentlich sollte es für Linda Baum nur ein kurzer Zwischenstopp in ihrer alten Heimat sein, als die Künstlerin aus der deutschen Minderheit vor einem halben Jahr in die Domstadt zurückkehrte. Doch nun ist sie gekommen, um zu bleiben – zumindest vorerst. Grund dafür ist unter anderem der Haderslebener Hafen.

„Ich kann sehr großes Potenzial sehen“, sagt Linda Baum. Was die in der deutschen Minderheit in Hadersleben aufgewachsene Künstlerin meint, ist das Gebiet um den Haderslebener Hafen mit Skatepark, Open-Air-Bühne, Kunsthaus, Streetfood-Markt und dem zukünftigen Haus des Wassersports.

„Es braucht nicht mehr, als dass alle zusammenarbeiten. Noch achtet jeder hauptsächlich auf sich selbst. Aber ich glaube einfach, wir können viel mehr Zielgruppen erreichen, wenn man die verschiedenen Aktivitäten koordiniert“, erklärt die 36-Jährige, die sich ebendieser Aufgabe nun angenommen hat.

Buntes Sommerprogramm

In den kommenden vier Monaten wird sie versuchen, mit dem Projekt „Leben am Hafen“ dem einstigen Industrieviertel neues, kulturelles Leben einzuhauchen. „Ich werde wöchentlich ein bis zwei Events machen beziehungsweise koordinieren“, so die gebürtige Haderslebenerin.

Der Sommer soll am Haderslebener Hafen ganz im Zeichen der Kultur stehen (Archivfoto). Foto: Ute Levisen

Den Auftakt bildet der neu eingeführte Kultursonntag: Ab 10. Juli werden ähnlich wie im Frühjahr immer sonntags verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen am Hafen der Domstadt angeboten. „Und jeden Sonntag um 15 Uhr gibt es eine kulturelle Überraschung“, erklärt Linda Baum, die sowohl Einheimische als auch Touristen aller Altersklassen auf den Plan rufen möchte.

„Das kann entweder Musik, Comedy, Theater oder ganz etwas anderes sein“, so Baum, „es werden auf jeden Fall interessante Sachen sein. Zu viel möchte ich jedoch nicht verraten. Nur so viel: Es wäre schade, wenn man es verpasst.“

Inspirationsquelle: Berlin

Ihre Pläne, nach Kopenhagen zu ziehen, hat die Mutter eines kleinen Sohnes daher erst einmal auf Eis gelegt: „Jetzt bleibe ich auf jeden Fall ein paar Jahre in Hadersleben.“ Auch damit ihr Sohn ebenso zweisprachig aufwachsen kann wie sie selbst: „Ich möchte so gerne, dass er in den deutschen Kindergarten kommt.“

Streetdome, Kunsthaus, Open-Air-Bühne – all das hat Potenzial, findet Linda Baum. Doch es muss auch genutzt werden. Dafür will die 36-Jährige nun sorgen (Archivfoto). Foto: Ute Levisen

Ihr Bezug zur deutschen Minderheit, vor allem aber nach Berlin, wo sie in den vergangenen sieben Jahren gelebt hat, sei es auch, der ihr als Inspirationsquelle für das „Leben am Hafen“-Projekt dient, wie die Künstlerin erklärt: „Ich ziehe viele Parallelen zu Berlin.“

Ein Herz für Hadersleben

Gerade wenn man die Berliner Kunst- und Kulturszene gewöhnt sei, könne Hadersleben auf den ersten Blick öde wirken. Dem ist aber nicht so, meint Linda Baum: „Hier gibt es viele gute Menschen, die kulturell etwas wollen, und das finde ich interessant.“

Mit ihrem Projekt „Leben am Hafen“, das sie in enger Kooperation mit der Kommune arrangiert, möchte sie daher in der Stadt etwas bewegen, erklärt die Künstlerin: „Oder es zumindest versuchen.“

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