Deutsche Minderheit

Wer könnte die neue Hinrich werden?

Wer könnte die neue Hinrich werden?

Wer könnte die neue Hinrich werden?

Der Nordschleswiger
Der Nordschleswiger
Apenrade/Aabenraa
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Noch nie war eine Frau Hauptvorsitzende des BDN. Foto: Der Nordschleswiger

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Die deutsche Minderheit braucht in drei Jahren eine neue Spitze. Noch nie in der 77-jährigen Geschichte war eine Frau Vorsitzende. Doch wer steht bereit, wenn sich das ändern soll? Eine Liste mit 16 Namen – und weitere kommen infrage.

In der 77-jährigen Geschichte des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) hat es sieben Männer an der Spitze der deutschen Minderheit in Nordschleswig gegeben – aber noch nie eine Hauptvorsitzende.

Der jetzige Hauptvorsitzende der Dachorganisation der deutschen Minderheit, Hinrich Jürgensen, Landwirt aus Gaardeby bei Tingleff (Tinglev), hat bei seiner Wiederwahl 2022 erklärt, dass es seine letzte Amtszeit sei.

Zur Delegiertenversammlung des BDN am Donnerstag in Tingleff steht daher noch niemand zur Wahl. Erst in drei Jahren muss die Nachfolge von Hinrich Jürgensen geregelt werden. Könnte es auch eine Frau werden, und wer käme für den Posten infrage?

16 Namen drängen sich auf. Es ist niemand auf der Liste dazu befragt worden, und sie hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste in alphabetischer Reihenfolge der Vornamen:

Anke Tästensen Foto: Volker Heesch

Anke Tästensen

Die jetzige Schulrätin des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV) wird innerhalb der nächsten Jahre in Rente gehen. Anke Tästensen (Lügumkloster/Løgumkloster) kennt die deutsche Minderheit im Detail, und sie bewegt sich selbstbewusst und unaufgeregt sowohl an der Basis als auch in höheren Kreisen wie Ministerien nördlich und südlich der Grenze. 

Anne-Sofie Buhrmann Dideriksen Foto: Jydske Vestkysten

Anne-Sofie Buhrmann Dideriksen

Anne-Sofie Buhrmann Dideriksen ist eine Quereinsteigerin in der Minderheit. Sie ist als Mutter von zwei Schulkindern in Apenrade dazugestoßen. Sie hat sich von Beginn an in der Minderheit engagiert und war unter anderem Schulvereinsvorsitzende an der Deutschen Privatschule Apenrade. Die visionäre und ambitionierte Geschäftsfrau hat unter anderem ihre Stärken in Strategieprozessen, denkt schnell und ist zielorientiert.

 

Christel Leiendecker Foto: Karin Riggelsen

Christel Leiendecker

Christel Leiendecker ist in der Minderheit aufgewachsen und hat in den vergangenen Jahren eine steile Karrierekurve hingelegt: Heute ist sie eine engagierte und kompetente Ausschussvorsitzende in der Kommune Sonderburg und ist außerdem beim Deutschen Schul- und Sprachverein im administrativen Kindergartenbereich tätig. Dadurch ist sie in der Minderheit breit aufgestellt.

 

Claudia Knauer Foto: Karin Riggelsen

Claudia Knauer

Claudia Knauer ist bereits seit zwei Jahrzehnten in Nordschleswig. Als Journalistin und später als stellvertretende Chefredakteurin beim „Nordschleswiger“ hat sie einen guten Überblick über die deutsche Minderheit und weiß, wie sie tickt. Als Büchereidirektorin hat sie neue und visionäre Akzente im Bücherei- und Kulturbereich gesetzt. Die Wahl-Apenraderin kann aber auch Politik.

 

Elin Marquardsen
Elin Marquardsen Foto: Karin Riggelsen

Elin Marquardsen

Elin Marquardsen ist seit vielen Jahren Vorsitzende des Deutschen Pressevereins und hat somit die Verantwortung für den „Nordschleswiger“ unter anderem in Verbindung mit der Digitalisierung. Ihr primärer Ausgangspunkt ist das Minderheitenleben in Lügumkloster und an der Westküste, aber als Kind der Minderheit ist sie in ganz Nordschleswig gut vernetzt. 

 

Henriette Hindrichsen Foto: Hans Iver Kley

Henriette Hindrichsen

Henriette Hindrichsen ist seit einiger Zeit Vorsitzende der Verbindung Schleswigscher Studenten, hat aber ansonsten ihren Lebensmittelpunkt in der Kommune Hadersleben, wo sie ein aktives Mitglied der Minderheit ist. Die geborene Nordschleswigerin ist im Landesteil gut vernetzt und kommt aus einer politisch interessierten und engagierten Familie.

 

Käthe Nissen
Käthe Nissen Foto: DN-Archiv

Käthe Nissen

Käthe Nissen ist in Uk/Tingleff (Uge/Tinglev) aufgewachsen und kennt die Minderheit bestens. Als aktive Handballerin und Kandidatin der Schleswigschen Partei ist sie vielen bekannt. Hinzu kommt, dass sie beruflich als pädagogische Konsulentin des Deutschen Schul- und Sprachvereins und frühere Schulleiterin in Tingleff ein breit gefächertes Netzwerk in der Minderheit hat.

 

Kirsten Bachmann Foto: Karin Riggelsen

Kirsten Bachmann

Kirsten Bachmann war in der Minderheit schon immer da, doch als sie über den letzten Platz auf der Kandidatenliste der Schleswigschen Partei den Sprung in den Sonderburger Stadtrat schaffte, machte sie in der gesamten Minderheit auf sich selbst und ihre Qualitäten aufmerksam. Heute tritt sie als kompetente und selbstbewusste Ausschussvorsitzende in der Kommune auf.

 

Louise Thomsen Terp Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Louise Thomsen Terp

Das Tonderaner Stadtratsmitglied Louise Thomsen Terp gehört zur neuen, hoffnungsvollen Generation in der Minderheit und in der Schleswigschen Partei. In einer engagierten Familie aufgewachsen, übernimmt sie viel Verantwortung im Vereinsleben innerhalb und außerhalb der Minderheit. In der Politik ist sie zu einer der wichtigsten SP-Figuren gewachsen.

 

Maria Harbo Foto: Karin Riggelsen

Maria Harbo

Maria Harbo war viele Jahre Schulleiterin an der Deutschen Schule Hadersleben. Nach ihrer Pensionierung sprang sie als Kindergarten-Vorsitzende im DSSV ein und hat so ein breites Netzwerk in Hadersleben sowie im Bildungsbereich.

 

 

Marie Medow Foto: Monika Thomsen

Marie Medow

Marie Medow (Rohrkarr/Rørkær) ist die neue Frau in der Klasse. Sie ist hinzugezogen, hat sich als Büchereileiterin in Tondern aber schnell in der Minderheit und in der Stadt eingelebt. Sie ist überaus engagiert und aktiv an vielen Fronten, sie nimmt die Leute mit und meistert die Kunst der Zusammenarbeit.

 

 

Marion Petersen Foto: Sara Eskildsen

Marion Petersen

Marion Petersen ist als Kulturausschussvorsitzende im Bund Deutscher Nordschleswiger bereits Teil des BDN-Führungs-Trios. Der Hauptvorsitz wäre für sie ein weiterer Schritt nach oben. Die Wahl-Sonderburgerin ist durch ihre Kultur- und schulische Arbeit innerhalb der Minderheit und in Nordschleswig hervorragend vernetzt.

 

Marit Jessen Rüdiger Foto: Karin Riggelsen

Marit Jessen Rüdiger

Auch Marit Jessen Rüdiger (Tondern/Tønder) kommt aus einer aktiven und engagierten Minderheiten-Familie. Sie war bereits Stadtratsmitglied für die Schleswigsche Partei und hat bewiesen, dass sie auch an der Spitze einer wichtigen Minderheitenorganisation stehen kann: 2011-12 war sie Vorsitzende der Schleswigschen Partei. Heute ist sie unter anderem Vorsitzende der Ludwig-Andresen-Schule in Tondern.

 

Ruth Candussi Foto: Karin Riggelsen

Ruth Candussi

Ruth Candussi ist bereits zweite Vorsitzende des BDN gewesen, wechselte aber dazu über, Parteisekretärin der Schleswigschen Partei zu sein. Sie könnte jedoch wieder in den „ehrenamtlichen“ Teil des BDN zurückwechseln (wobei der Posten als Hauptvorsitzende oder Hauptvorsitzender bezahlt ist). Candussi ist mit Ausgangspunkt in ihrem Wohnort Apenrade tief in der Minderheit und in Nordschleswig vernetzt und kennt sich in Sachen Politik bestens aus.

 

Sabina Wittkop-Hansen Foto: Pressefoto

Sabina Wittkop-Hansen

Sabina Wittkop-Hansen hat sich als zugezogene Geschäftsfrau aktiv und mit viel Elan in der Minderheit eingebracht – nicht nur in ihrer neuen Wahlheimat Hadersleben, sondern auch überregional in Nordschleswig. Sie ist engagiert und bringt sich oft mit neuen Impulsen und Ideen ein.

 

Ursula Petersen Foto: Helge Möller

Ursula Petersen

Ursula Petersen (Frestrup bei Tingleff) ist wie Ruth Candussi hauptamtlich beim BDN angestellt, müsste also von der Abteilungsleiterin zur Hauptvorsitzenden wechseln. Sie hat seit 2021 neue Visionen und frischen Wind in den Sozialdienst gebracht, und sie hat keine Angst, Veränderungen durchzuziehen.

Artikelserie zur Identität der Minderheit

Die Delegiertenversammlung ist das höchste Organ des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) und entscheidet die wichtigsten Fragen, mit denen sich der BDN befasst. Diese Fragen stellen sich immer wieder neu, denn die Minderheit von heute ist nicht die von gestern, die von morgen wird wiederum anders aussehen. Als Auftakt zur Delegiertenversammlung, die in diesem Jahr am 1. Juni stattfindet, befasst sich „Der Nordschleswiger“ in einer Reihe von Artikeln mit dem Thema Identität. Wir stellen unter anderem die Frage, was es heißt, Minderheit zu sein.

Alle veröffentlichten Artikel aus der Serie:

Minderheit: Stetige Gratwanderung zwischen Integration und Assimilation

Ehemalige Zugezogene erzählen: Die Minderheit verändert sich

Dänische Mehrheit und deutsche Minderheit: Das gute Verhältnis soll auf den Prüfstand

Deutsche Minderheit: Zugezogene im Fokus der Wissenschaft

Welche Anforderungen Institutionen der Minderheit in Nord- und Südschleswig an neue Mitglieder stellen

Zugezogene als Bereicherung und Herausforderung für die Minderheit

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