Liet International

„Mein kleines Lied“ auf großer Bühne

„Mein kleines Lied“ auf großer Bühne

„Mein kleines Lied“ auf großer Bühne

Katja Elsberger
Apenrade/Aarhus
Zuletzt aktualisiert um:
Musiker Timo Iwersen geht für Nordschleswig ins Rennen um den Grand-Prix-Titel. Foto: Timo Iwersen

Timo Iwersen steht dieses Jahr im April für Nordschleswig auf der Bühne von „Liet International“, dem Minderheiten-Grand-Prix. Schauplatz des Ereignisses ist dieses Jahr Apenrade.

Musiker Timo Iwersen geht für Nordschleswig ins Rennen um den Titel beim Minderheiten-Grand-Prix „Liet International“, der dieses Jahr vom Bund Deutscher Nordschleswiger, BDN, in Apenrade ausgerichtet wird. „Der Nordschleswiger“ hat mit dem Musiker über seine Verbindung zur deutschen Minderheit und seinen Auftritt gesprochen.

„Mein kleines Lied“

Performen wird Timo Iwersen seinen selbst geschriebenen Titel „Mein kleines Lied“. Der Song ist zweisprachig, auf Deutsch und Sønderjysk. „Ich will bei Liet nicht nur der Vertreter der Minderheit, sondern für ganz Nordschleswig sein“, macht Iwersen klar. Auf der Bühne unterstützen wird ihn ein Chor aus Sopranistinnen aus Nordschleswig – „Für noch mehr Nordschleswig auf der Bühne“. Auftreten wird der Sänger unter dem Namen 63-72, „das ist die Postleitzahl von Bülderup-Bau, wo ich herkomme.“

Dieses Jahr ist nicht das erste Mal, dass Iwersen an Liet International beteiligt ist. „2018 wurde ich schon gefragt, ob ich den Song für das damalige Liet International schreiben könnte – ich hatte damit angefangen, aus Zeitgründen ist doch nichts draus geworden. Das Lied lag nun seit 2018 bei mir in der Schublade.“ Für dieses Jahr sei er gefragt worden, ob er das Lied fertigmachen könnte – „Es war eine einfach Lösung, die auf der Hand lag. Ich habe das Lied einfach aus der Schublade gekramt und dem Song den letzten Schliff gegeben.“

Musik kennt keine Grenzen

„Der Song ist nicht minderheitenspezifisch – es geht um eine allgemeingültige Thematik“, so der Musiker. „Für mich geht es in dem Lied um die befreiende und heilende Wirkung von Musik – Musik kennt keine Grenzen und wirkt überall auf der ganzen Welt gleich“, erzählt Iwersen und fährt weiter fort: „In einem kleinen Lied kann ganz viel Hoffnung und Freiheit stecken, auch wenn das Leben manchmal sinnlos erscheinen mag.“

Das Lied widmet Iwersen der neulich im Alter von 94 Jahren verstorbenen Ingrid Brase, seine ehemalige Deutsch-Lehrerin in Tingleff. „Frau Brase hat mir neben ihrem anregenden Unterricht in deutscher Literatur unter anderem auch sehr viel über lyrisches Schaffen, selbstbewusstes Auftreten und die Kunst des Improvisierens beigebracht. Als Musiker und als Mensch verdanke ich ihr sehr viel.“

Songs für Sportmannschaften

Iwersen war bereits in der Vergangenheit öfter in Nordschleswig musikalisch tätig. Unter anderem hat er zwei Lieder für Æ Mannschaft, für die Fußball- und die Faustball-Auswahl, geschrieben („Hier kommt Nordschleswig“ und „Et hold mæ slau i“).

Verbindung zur Minderheit

Aufgewachsen ist Iwersen in Bülderup-Bau, besucht hat er die deutschen Schulen in Buhrkall, Tingleff sowie das Deutsche Gymnasium in Apenrade. Heute wohnt er in der Nähe von Aarhus und arbeitet als Deutsch-Dänisch-Übersetzer. „Ich fühle mich aber noch immer als Nordschleswiger und versuche, möglichst viel Kontakt zum Landesteil und zur Minderheit zu halten“, erzählt der Nordschleswig-Vertreter bei Liet International. Er ist der Bruder von Ulf-Mikael Iwersen, Kulturkonsulent des BDN.

In einem kleinen Lied kann ganz viel Hoffnung und Freiheit stecken, auch wenn das Leben manchmal sinnlos erscheinen mag.

Timo Iwersen

Vorfreude ist groß

„Ich freue mich darauf, auf der Bühne zu stehen, und ebenso freue ich mich, die anderen Beiträge zu hören“, so Iwersen. Neben all dem Vergnügen dürfe der Ehrgeiz nicht zu kurz kommen, ist sich der Musiker sicher und denkt an ein Zitat des verstorbenen Schauspielers Jan Fedder: „Ich muss schon Nummer eins sein, sonst ist scheiße.“

Vor Publikum und Jury werden die 20 Teilnehmer am Freitag, 3. April, im „Gazzværket“ auftreten. Das Finale mit ausgewählten Teilnehmern wird am Sonnabend, 4. April, ausgetragen.

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