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Nach dem Höhenflug folgt für Sønderjyske die Bruchlandung

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Marcus Bundgaard hatte alle Hände voll zu tun.

Die Sønderjyske-Fußballer waren nicht wiederzuerkennen. Nach zwei überzeugenden 2:0-Siegen gegen Brøndby und Silkeborg zeigten die Hellblauen die schwächste Saisonleistung und waren mit der 0:1-Niederlage gegen Randers noch gut bedient.

Die Länderspiel-Pause scheint den Sønderjyske-Fußballern nicht gutgetan zu haben. Die Hellblauen zeigten nach den zuletzt bärenstarken Auftritten gegen Brøndby und Silkeborg ein völlig anderes Gesicht.

Es fehlte die Qualität, die Frische, die Energie und die Torgefahr bei der völlig verdienten 0:1-Heimniederlage gegen eine Randers-Mannschaft, die zuletzt vier Spiele in Folge verloren hatte, aber an einem regnerischen Abend im Sydbank Park weitaus höher hätte gewinnen können.

„Ich konnte uns auch nicht wiedererkennen. Da gebe ich dir völlig recht. Wir haben heute nichts getroffen und sind unter Niveau geblieben“, sagt Sønderjyske-Verteidiger Magnus Jensen zum „Nordschleswiger“.

Zu selten setzten sich Tobias Sommer und Sønderjyske in den Zweikämpfen durch.

Sønderjyske stemmte sich zwar in der zweiten Halbzeit gegen die drohende Niederlage, doch unterm Strich war es viel zu wenig, was die Gastgeber an diesem Abend zu bieten hatten. Hatte es in der ersten Halbzeit noch ein paar halbe Torchancen gegeben, blieben diese nach dem Seitenwechsel völlig aus.

„Das hängt damit zusammen, dass wir keine guten Entscheidungen getroffen haben“, so der Innenverteidiger: „Es hat schlichtweg die Basisqualität gefehlt. Wenn man bei den Pässen und auch in den Zweikämpfen kein höheres Niveau erreicht, kann man nur schwer Spiele gewinnen.“

Randers war in der ersten Halbzeit klar besser und Sønderjyske mit dem 0:0 zur Pause mehr als gut bedient. Lirim Qamili auf der Torlinie, die Querlatte und ein glänzend reagierender Marcus Bundgaard verhinderten bei den drei größten Chancen des Gegners einen Rückstand.

Marcus Bundgaard musste nach 240 Minuten ohne Gegentor wieder hinter sich greifen.

Das 0:1 fiel dann doch eine Viertelstunde nach dem Seitenwechsel, als Daniel Gretarsson eine Flanke unterschätzte und passieren ließ. Seine Gedanken schienen noch im Pariser Prinzenpark zu sein, wo er drei Tage zuvor mit Island in der WM-Qualifikation gegen Frankreich 1:2 verlor und die Gegenspieler noch Kylian Mbappé und Michael Olise hießen.

Der Isländer war aber keineswegs der einzige in der Sønderjyske-Mannschaft, der an diesem Abend neben sich stand.

Der Frust wurde immer deutlicher, nicht nur über die eigene Leistung, sondern auch, weil Schiedsrichter Jonas Hansen den ganzen Abend über vergeblich eine Linie suchte.

„Wir haben uns zu sehr mitreißen lassen und uns über Entscheidungen aufgeregt, mit denen wir nicht einverstanden waren. Bei meiner Gelben Karte habe ich den Kopf verloren, das passiert manchmal“, so Magnus Jensen.

Schiedsrichter Jonas Hansen fand nie eine Linie.

Den Grund für die Niederlage können die Sønderjyske-Kicker aber nicht beim schwachen Schiedsrichter suchen – da müssen sie sich an die eigene Nase fassen.

Sønderjyske - Randers FC (0:0) 0:1

0:1 Oliver Olsen (59.)

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Andreas Oggesen, Maxime Soulas, Magnus Jensen, Daniel Gretarsson (74.: Runar Sigurgeirsson) – Sefer Emini (46.: Mohamed Cherif), Tobias Sommer, Rasmus Vinderslev (65.: Simon Wæver) – Alexander Lyng, Lirim Qamili (65.: Mads Agger), Olti Hyseni (89.: Albert Rrahmani).

Randers: Jannich Storch – Oliver Olsen, Daniel Høegh, Wessel Dammers, Nikolas Dyhr (90.: Max Albæk) – John Bjørkengren, André Rømer (80.: Laurits Raun Pedersen) – Mike Thomsen (70.: Musa Toure), Mathias Greve, Elies Mahmoud (90.: Sabil Hansen) – Florian Danho (70.: Stephen Odey).

Gelb-rote Karte: Mohamed Cherif (90.)

Gelbe Karten: Mohamed Cherif, Magnus Jensen, Maxime Soulas – Laurits Raun Pedersen.

Schiedsrichter: Jonas Hansen. VAR-Schiedsrichter: Jens Maae.

Zuschauer: 4.789.