Leserbrief

„Der Sundgade Leben verleihen – während wir auf den Bau warten“

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Das Hafengebiet, bevor der Laden und das Restaurant „Brags Fiskeri“ abgerissen wurden

Während der Zeit bis zum Baubeginn sollte die Sundgade in Sonderburg bereits als offener Stadtraum genutzt werden, sagt Stadtratspolitikerin Kirsten Bachmann. Sie zeigt in ihrem Leserbrief verschiedene Ideen zu solch einer Nutzung auf.

Das fehlende Interesse von Investoren in der Sundgade wirft eine zentrale Frage auf: Sollen wir die Vision eines schönen Wohngebiets auf Eis legen, nur weil sich beim ersten Mal niemand mit Geld in der Tasche traut zu investieren? Meine – und die klare Antwort der Schleswigschen Partei – lautet: Nein. Die Aussicht auf Schloss, Hafen und Brücke ist nach wie vor einzigartig, aber jetzt ist die Zeit gekommen, sie zum Wohle aller zu nutzen und nicht das Gebiet brachliegen zu lassen.

Vielleicht haben hohe Anforderungen, unsichere Zinsen und die Konjunktur die Investoren zögern lassen. Deshalb müssen wir prüfen, ob die Ausschreibung schärfer gemacht werden kann – vielleicht durch eine Etappierung, Partnerschaften oder mehr Wohnungstypen. Eines ändern wir jedoch nicht: die Ambition. Sonderburg verdient Architektur, die sowohl an die einzigartige Lage als auch an unser Ziel von 77.000 Einwohnern bis 2030 anknüpft.

Aber bis der erste Spatenstich erfolgt, vergehen noch mehrere Jahre. Deshalb wiederholen wir unseren Vorschlag: Die Sundgade soll als temporärer Stadtraum dienen, in dem Bürger und Gäste bereits jetzt verweilen, sich vergnügen und Erinnerungen schaffen können. Temporäre Maßnahmen schaffen nachhaltigen Wert und wirken – sowohl für die Bürger jetzt als auch für die Investoren, die ein lebendiges Beispiel für das Potenzial erhalten. Eine Ideenwerkstatt auf dem Grundstück kann die Vorschläge der Bürger für Aktivitäten bündeln. Jeder Pop-up – von einem südjütischen Food-Festival bis zum Sommerkino – baut die Geschichte der Sundgade als Sonderburgs Gemeinschaftsraum weiter aus.

Die Sundgade ist mehr als eine Baustelle – sie ist Sønderborgs Begrüßung, wenn man über den Gendarmstien ankommt. Hier begegnen viele Menschen der Stadt zum ersten Mal, und deshalb soll das Gebiet voller Leben sein und zum Verweilen einladen. Es ist zugleich das Panorama, das man von der Sønder Havnegade aus sieht. Sønderborg hat gezeigt, dass aus Industrie lebendige Stadtviertel mit Identität entstehen können. Deshalb sollte auch die Wartezeit mit Leben, Spiel und Gemeinschaft gefüllt werden – das stärkt sowohl das Image der Stadt, die Erfahrung der Gäste als auch die Lust der Investoren, dabei zu sein.

Von Kirsten Bachmann, Vorsitzende des Technik-, Stadt- und Wohnausschusses der Kommune Sonderburg und Bürgermeisterkandidatin der Schleswigschen Partei

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