Analyse

Was bringt die Zukunft für den dänischen Eishockeymeister?

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Sønderjyske Ishockey zahlt jährlich 2,35 Millionen Kronen Arenamiete, und das wird sich vorerst nicht ändern.

Nach einem existenzbedrohenden Minus war im Januar von einer neuen Investorengruppe die Rede, doch seitdem ist das Schweigen von SønderjyskE Ishockey ohrenbetäubend gewesen. Jetzt ist auch die Mietsenkung ohne das erhoffte Ergebnis vom Tisch. Eine Analyse von Sportredakteur Jens Kragh Iversen.

Der Januar war beim dänischen Eishockeymeister ein außergewöhnlich hektischer Monat. SønderjyskE Ishockey präsentierte das größte Defizit der Vereinsgeschichte, fühlte sich beim Final Four um den Einzug ins Pokalfinale betrogen, Cheftrainer Anders Førster wurde mit Stresssymptomen krankgeschrieben, und „Der Nordschleswiger“ konnte die bevorstehende Trennung von Sønderjysk Elitesport vermelden.

Eine Trennung, die noch nicht offiziell verkündet, aber von SønderjyskE Ishockey in einem Schreiben an den Haderslebener Bürgermeister Mads Skau bestätigt worden ist. Hier wird angeführt, dass der Fußball, Männerhandball und Frauenhandball entweder schon selbstständige Unternehmen sind oder dabei sind, es zu werden.

Investorengruppe noch nicht vorgestellt

Wie die Zukunft des dänischen Eishockeymeisters aussieht, ist weiterhin offen. Es gibt zumindest viele Fragen, die noch nicht beantwortet sind.

Nach dem existenzbedrohenden Defizit im Haushaltsjahr 2023/24 von 2,575 Millionen Kronen nach Steuern war am 23. Januar von einer neuen Investorengruppe die Rede.

„Wir haben die Zusagen von einer lokalen Investorengruppe und werden eine Kapitalzufuhr bekommen, damit wir die Lizenzforderungen erfüllen können. Das Eigenkapital wird wieder hergestellt, und wir haben die nötige Liquidität“, sagte Klaus Rasmussen, Direktor von SønderjyskE Ishockey, damals zum „Nordschleswiger“.

Der eine wartet auf den anderen

Seitdem herrscht jedoch Funkstille. Das Schweigen ist sogar ohrenbetäubend. Mehrere Anfragen zur Lage haben nicht gefruchtet.

Es hat den Anschein, dass der eine auf den anderen wartet. SønderjyskE Ishockey wartet auf positive Signale von der Kommune Hadersleben. In dem Schreiben an Bürgermeister Mads Skau wurde um eine Mietsenkung in Höhe von 800.000 bis 1.000.000 Kronen gebeten, denn mit der jährlichen Miete von 2,35 Millionen Kronen habe man laut SønderjyskE die mit Abstand höchste Miete aller Eishockey-Arenen in Dänemark.

Direktor Klaus Rasmussen und Vorstandsvorsitzender Kjeld Breum Søberg haben sich aber verrechnet, wenn sie auf eine schnelle Antwort von politischer Seite gehofft haben. Und die Antwort von der Kommune wird ihnen auch nicht gefallen.

Keine Mietsenkung

Nach der Finanzausschusssitzung am 18. Februar hatte es Signale für politischen Rückenwind gegeben, doch nach Informationen des „Nordschleswigers“ ist keine Mietsenkung in Sicht.

Auch eine Erhöhung der Sponsoring-Absprache scheint vom Tisch. Die Kommune Hadersleben (Haderslev) unterstützt jährlich mit 800.000 Kronen. Es fließen zwar nur 300.000 Kronen, die übrigen 500.000 Kronen wurden gegengerechnet, als vor Jahren von einer Anhebung der Miete abgesehen wurde.

Eine Erhöhung der Sponsoring-Absprache würde die Fußballer in Hadersleben und auch die Speedwayfahrer in Woyens hellhörig machen, die jährlich mit dem gleichen Betrag unterstützt werden. Auch hier scheint somit eine bessere Absprache vom Tisch.

Angst vor einer leeren Arena

Die Kommune Hadersleben will den dänischen Eishockeymeister aber nicht hängen lassen. Von politischer Seite besteht die Angst, dass in Woyens eine teure Arena steht, ohne eine Elite-Mannschaft als Mieter.

Es finden derzeit Verhandlungen zwischen SønderjyskE Ishockey und Kommunaldirektor Peter Karm statt, wie der dänische Eishockeymeister anders als mit Bargeld unterstützt werden kann.

Von politischer Seite will man einen Konkurs vermeiden, aber auch eine Lösung finden, die gegenüber den anderen Spitzensport-Teams in der Kommune vertretbar ist.

Fehlende Bereitschaft, den Gürtel enger zu schnallen

Die Vorgehensweise des Eishockeymeisters und nicht zuletzt der Brief an Bürgermeister Mads Skau haben nach Informationen des „Nordschleswigers“ das Wohlwollen in der Politik nicht gerade gestärkt.

Es sei nicht die Aufgabe der Kommune, SønderjyskE Ishockey in den Top 4 Dänemarks zu halten. Von politischer Seite wartet man auf einen Plan für die kommenden Jahre. Vermisst wird die Bereitschaft, sich der neuen Realität anzupassen und den Gürtel enger zu schnallen.

Dazu könnte der dänische Meister in der kommenden Saison gezwungen werden. Vorerst bleibt den vielen Fans nichts anderes übrig, als zu warten, wie es um die Zukunft von SønderjyskE Ishockey steht.