Das Aus nach 21 Jahren

Sønderjysk Elitesport steht vor der Auflösung

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Eine gemeinsame Zukunft von Sønderjyske Ishockey und Sønderjyske Kvindehåndbold wird es nicht geben.

Eine gemeinsame Zukunft wird es für die Eishockeyspieler und Handballerinnen unter dem SønderjyskE-Schirm nicht geben. Nach den Ausstiegen der Fußballer und Handballer steht der nächste Austritt bevor.

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte war Sønderjysk Elitesport ein Musterbeispiel, das über das ganze Land bewundert wurde. Ein Musterbeispiel dafür, wie mehrere Sportarten unter einen Hut gebracht werden und einen Landesteil zusammenschweißen konnten, doch nach 20 Jahren steht nach Informationen des „Nordschleswigers“ das Aus unmittelbar bevor.

Der Verkauf der Fußball-Abteilung 2020 an den US-Amerikaner Robert Platek war der Anfang vom Ende, der Austritt der Handballer im vergangenen Jahr ließ das nordschleswigsche Leistungssportprojekt aus dem Jahr 2004 weiter bröckeln.

Keine klare Antwort

Henrik Jepsen, seit dem 1. Juli 2024 Direktor von Sønderjysk Elitesport, meidet eine klare Antwort, ob Sønderjysk Elitesport eine Zukunft hat.

„Ich glaube daran, dass wir auch in Zukunft Topsport in Sønderjylland und vier hellblaue Liga-Mannschaften haben werden“, sagt Henrik Jepsen zum „Nordschleswiger“.

Eine Antwort, die Bände spricht, und zwar kurz nachdem Sønderjysk Elitesport mit der Einkaufsgemeinschaft SUSAM seinen größten Aktivposten verkauft hat.

Eine gemeinsame Zukunft wird es aber für Sønderjyske Ishockey und Sønderjyske Kvindehåndbold unter dem SønderjyskE-Schirm nicht geben.

Peter Nielsen, Trainer und Sportchef von Sønderjyske Kvindehåndbold, rauft sich derzeit die Haare und fragt sich, wie es mit dem Frauen-Handball in Apenrade weitergehen soll.

„Kein Kommentar“, lauten die Antworten von Hans Henrik Damgaard und Peter Nielsen, Vorstandsvorsitzender bzw. Sportchef/Trainer von Sønderjyske Kvindehåndbold.

Der erstmalige Final-Four-Teilnehmer kämpft nach einem Defizit von 2,2 Millionen Kronen im abgelaufenen Haushaltsjahr ums Überleben, ist weiter auf der Suche nach Kapital und muss in naher Zukunft auch eine eigene Organisation aufbauen.

Dies geschieht nicht freiwillig. Es ist nicht Sønderjyske Kvindehåndbold, sondern Sønderjyske Ishockey, das auf eigenen Beinen stehen will.

„Das kann ich nicht kommentieren“, sagt Direktor Klaus Rasmussen zum „Nordschleswiger“: „Wir arbeiten knallhart daran, die Finanzen in den Griff zu bekommen. Wo alles landet, werden wir in den nächsten Tagen und Wochen sehen.“

Klaus Rasmussen arbeitet an einer Lösung, die Finanzen bei Sønderjyske Ishockey in den Griff zu bekommen.

SønderjyskE Ishockey hat im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Minus von 2,6 Millionen Kronen erwirtschaftet und legt laut Direktor Rasmussen derzeit letzte Hand an einer Kapitalzufuhr. Zusagen gebe es aus einer lokalen Investorengruppe, so Rasmussen. Noch sei aber nichts druckreif.

Konkurs nicht auszuschließen

Die Finanzlage ist weiterhin ernst. Nach Informationen des „Nordschleswigers“ hat sich Sønderjyske Ishockey an die Kommune Hadersleben (Haderslev) gewendet, um für die Arena in Woyens eine Mietsenkung zu erreichen. Sonst sei ein Konkurs nicht auszuschließen, wird in dem Schreiben mehr als angedeutet.

„Dazu habe ich keinen Kommentar“, sagt der Direktor von Sønderjyske Ishockey.

Die jährliche Arenamiete soll bei 2,3 Millionen Kronen plus Mehrwertsteuer liegen.

Sønderjysk Elitesport wurde 2004 ins Leben gerufen, als Dachorganisation für Fußball, Eishockey und Handball (Frauen und Männer). Bis 2020 blieben diese Sportarten unter einem Hut, als zunächst der Fußball in Hadersleben (Haderslev) nach dem Verkauf an den US-Amerikaner Robert Platek ausgegliedert wurde. Im vergangenen Jahr folgte der Austritt der Handballer in Sonderburg (Sønderborg). Heute besteht SønderjyskE nur noch aus Eishockey in Woyens (Vojens) und Frauen-Handball in Apenrade (Aabenraa).