Sønderjysk Elitesport

Susam-Verkauf spült Geld in die leere Kasse von Sønderjysk Elitesport

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Nur auf dem Spielfeld gab es zuletzt Grund zum Jubeln, wirtschaftlich nicht.

Sønderjysk Elitesport hat seinen größten Aktivposten verkauft, auch um ein Darlehen an Sønderjyske Ishockey zurückzahlen zu können. Die wirtschaftliche Lage ist aber weiter ernst. Sønderjyske Ishockey drängt außerdem bei der Kommune auf eine Mietsenkung, um einen Konkurs zu vermeiden.

Rote Zahlen haben in den vergangenen Wochen in Nordschleswig Schlagzeilen gemacht: Die besten Sportvereine des Landesteils stecken tief in der wirtschaftlichen Krise und kämpfen teilweise ums Überleben.

Nach großen finanziellen Defiziten bei den einzelnen Sportarten macht nun auch der sportliche Überbau Sønderjysk Elitesport (SønderjyskE) negative Schlagzeilen.

Mächtiges Defizit

Die Haushaltsberichte von SønderjyskE liegen traditionell Anfang Dezember vor, doch das Ergebnis des Haushaltsjahres 2023/24 hat lange auf sich warten lassen und wird in diesen Tagen erwartet. Nach Informationen des „Nordschleswigers“ wird es ein mächtiges Defizit geben, um fünf Millionen Kronen herum.

Löcher müssen gestopft werden, beziehungsweise sind bereits gestopft worden. Sønderjysk Elitesport hat unter anderem einen seiner wenigen Aktivposten, Susam, für eine ansehnliche Millionensumme verkauft.

Susam ist eine Einkaufsgemeinschaft der SønderjyskE-Sponsoren, die über die Jahre sowohl den Sponsoren erhebliche Ersparnisse als auch Sønderjysk Elitesport große Millionengewinne eingebracht hat.

Die neuen Eigentümer

Susam hat in erster Linie in den Bereichen Fracht, Logistik und Schifffahrt große Gewinne gemacht, doch die weltpolitische Lage hat im abgelaufenen Haushaltsjahr für große Einbußen gesorgt. Die Einkaufsgemeinschaft ist aber weiterhin viel wert und soll künftig wieder für Einnahmen sorgen.

Preben Terp-Nielsen, Vorstandsvorsitzender und bis vor Kurzem noch Direktor des Apenrader Unternehmens Abena, war bei der Gründung von Susam eine treibende Kraft und gehört jetzt auch zu der kleinen Gruppe von Leuten, die Susam gekauft hat.

Zu den neuen Eigentümern gehören weiter die Unternehmen Meldgaard aus Apenrade und International Transport Danmark (ITD) aus Pattburg (Padborg) sowie der langjährige zweite Vorsitzende von Susam, Autohändler Torben Lindvang, und Jens Rønn Olesen von Abena. Auch der langjährige Susam-Direktor und neue SønderjyskE-Direktor Henrik Jepsen hat Anteile an Susam erworben.

Henrik Jepsen (rechts) und Klaus Rasmussen nach dem Gewinn der dänischen Eishockey-Meisterschaft im April 2024.

Darlehen zurückgezahlt

„Susam ist der größte Aktivposten, den wir haben, und den haben wir verkauft, um Kapital aufzubringen und auch um unser Darlehen bei Sønderjyske Ishockey zu eliminieren“, sagt Henrik Jepsen zum „Nordschleswiger“.

Durch den Verkauf von Susam kann Sønderjysk Elitesport ein Darlehen in Höhe von 3,7 Millionen Kronen an SønderjyskE Ishockey zurückzahlen.

Der Spitzensport im Landesteil soll aber weiter von den Einnahmen von Susam profitieren.

„Wir haben 438 Kunden, die primär aus dem Sponsorenkreis Eishockey und Frauenhandball kommen. Wir müssen das genaue Modell noch erarbeiten, aber die Einnahmen werden weiterhin in die Kassen von Frauen-Handball und Eishockey fließen“, so Henrik Jepsen.

Sønderjyske Ishockey drängt auf Mietsenkung

Das Geld wird hier dringend benötigt. SønderjyskE Kvindehåndbold präsentierte Anfang Januar ein Minus von 2,2 Millionen Kronen und sucht derzeit händeringend nach neuem Kapital.

SønderjyskE Ishockey hat im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Minus von 2,6 Millionen Kronen erwirtschaftet und legt laut Direktor Klaus Rasmussen derzeit letzte Hand an einer Kapitalzufuhr. Zusagen gebe es aus einer lokalen Investorengruppe, so Rasmussen. Noch sei aber nichts druckreif.

Die Situation ist für die beiden Sportvereine und für den Überbau Sønderjysk Elitesport weiterhin ernst. Nach Informationen des „Nordschleswigers“ hat sich Sønderjyske Ishockey an die Kommune Hadersleben (Haderslev) gewendet, um für die Arena in Woyens eine Mietsenkung zu erreichen.

Sonst sei ein Konkurs nicht auszuschließen, wird in dem Schreiben mehr als angedeutet.

Sønderjysk Elitesport wurde 2004 ins Leben gerufen, als Dachorganisation für Fußball, Eishockey und Handball (Frauen und Männer). Bis 2020 blieben diese Sportarten unter einem Hut, als zunächst der Fußball in Hadersleben (Haderslev) nach dem Verkauf an den US-Amerikaner Robert Platek ausgegliedert wurde. Im vergangenen Jahr folgte der Austritt der Handballer in Sonderburg (Sønderborg). Heute besteht SønderjyskE nur noch aus Eishockey in Woyens (Vojens) und Frauen-Handball in Apenrade (Aabenraa).