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Rabenschwarzer Tag für Sønderjyske im Abstiegskampf

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Sefer Emini kassierte bereits nach achteinhalb Minuten die Rote Karte.

Der letzte Spieltag wurde für den Superliga-Aufsteiger zum Albtraum. Ein Tag, an dem schlichtweg alles gegen die Sønderjyske-Fußballer lief, die nach 85 Minuten in Unterzahl gegen einen direkten Konkurrenten verloren und auf einem Abstiegsplatz in die Abstiegsrunde gehen.

Nach dem 2:0-Sieg in Lyngby am letzten Spieltag des Jahres hatte alles noch gut ausgesehen. Der Klassenerhalt schien sich langsam anzubahnen, doch nach einer schlechten Saisonvorbereitung und nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen des neuen Jahres sieht es bei den Sønderjyske-Fußballern ganz anders aus.

Die Abstiegsangst hat in hohem Maße zugenommen nach einem rabenschwarzen Tag zum Abschluss der regulären Saison.

Der Superliga-Aufsteiger spielte nach einem frühen Platzverweis für Sefer Emini 85 Minuten in Unterzahl und kassierte eine 0:3-Schlappe gegen AaB. Doch nicht nur AaB konnte punkten, auch die beiden übrigen Konkurrenten im Abstiegskampf, Lyngby und Vejle, konnten gegen den FC Nordsjælland bzw. AGF Siege einfahren.

Ein Tritt mit Folgen. Nach VAR-Überprüfung entschied Schiedsrichter Mikkel Redder auf Platzverweis für Sefer Emini.

Die Sønderjyske-Kicker gehen somit auf einem Abstiegsplatz in die Abstiegsrunde, ohne die gesperrten Stammspieler Sefer Emini und Maxime Soulas und zudem mit der ernüchternden Erkenntnis, dass Sønderjyske 2025 die schlechteste Mannschaft der Superliga ist.

„Die Art und Weise, wie wir dieses Jahr begonnen haben, ist ganz einfach schlecht – viel, viel, viel zu schlecht. Es ist verdient, dass wir auf einem Abstiegsplatz stehen. Wir müssen einen Blick in den Spiegel werfen, denn nur wir selbst können diese Situation ändern“, sagte Sønderjyske-Verteidiger Marc Dal Hende zum „Nordschleswiger“.

Der 34-Jährige, der zum zweiten Mal in Folge in der Startelf stand, ärgerte sich über den frühen und spielentscheidenden Platzverweis, machte seinem Mannschaftskameraden aber keinen Vorwurf.

Marc Dal Hende versuchte seinen Mannschaftskameraden Mut zu machen.

„Sefer Emini ist einer unserer besten Spieler. Ich liebe sein Krieger-Gen auf dem Platz. Manchmal muss man bis zur Grenze gehen, und ich möchte das Balkan-Gen nicht aus ihm rausnehmen. Er ist natürlich traurig, aber Kopf hoch und weiter. 85 Minuten in Unterzahl tun allerdings weh, und besonders wenn das erste Tor unmittelbar nach dem Platzverweis fällt. Es hätte noch schlimmer ausgehen können, ich bin aber weitaus enttäuschter über unseren Saisonstart. Megaenttäuscht“, so Marc Dal Hende.

Sønderjyske hätte mit einem Sieg auf den neunten Tabellenplatz klettern können, geht nun aber als Elfter und Vorletzter in die Abstiegsrunde. Bei der zweiten Ausschüttung der Fernsehgelder geht dem Aufsteiger rund eine Million Kronen durch die Lappen. Das tut weh, aber es tut noch mehr weh, dass Sønderjyske sportlich die formschwächste Mannschaft der Superliga ist.

„An Ergebnissen und an Punkten gemessen, sind wir derzeit die schlechteste Mannschaft der Superliga, und es ist frustrierend, dass an diesem Tag alles gegen uns gelaufen ist, aber damit müssen wir zurechtkommen. Wir haben zehn Spiele, um die nötigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu holen. Es ist aber frustrierend, dass wir in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen haben“, so Thomas Nørgaard zum „Nordschleswiger“.

Marcus Bundgaard konnte einen Elfmeter parieren, musste aber dennoch drei Gegentore hinnehmen.

Der Sønderjyske-Trainer ist auch nach nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen des Jahres weiter von seiner Mannschaft überzeugt.

„Ich habe anfangs keine Mannschaft gesehen, die Angst vorm Fußballspielen und vergessen hatte, was wir uns vorgenommen hatten. Die Bedeutung des Platzverweises war wahnsinnig groß. AaB ist eine Mannschaft, die bei offenen Räumen enorm gefährlich ist. Wir haben gut pariert und sind mit einem brauchbaren Ergebnis in die Pause gegangen, haben uns aber zu viele unnötige Fehler geleistet“, meint Nørgaard.

Der Platzverweis für Sefer Emini war von außen betrachtet eine harte, aber vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Mikkel Redder. Der Sønderjyske-Trainer zeigte sich jedoch nicht ganz einverstanden.

Thomas Nørgaard ist nach einem Saisonstart ohne Sieg frustriert.

„Das war eine Situation, die manchmal Gelb gibt, manchmal Rot. Ich denke, der Zweifel ist im VAR-Raum groß gewesen. Am vergangenen Spieltag gab es eine vergleichbare Situation, die mit einer Gelben Karte bestraft wurde“, so Thomas Nørgaard.

Sønderjyske - AaB (0:1) 0:3

0:1 Oliver Ross (12.), 0:2 Mathias Jørgensen (47.), 0:3 Melker Widell (60.)

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Tobias Klysner, Maxime Soulas, Marc Dal Hende, Ebube Duru (75.: Ivan Djantou) – Sefer Emini, Rasmus Vinderslev, Lukas Björklund (46.: Olti Hyseni) – Lirim Qamili (83.: Anders Bergholt), Kristall Mani Ingason (46.: Mohamed Cherif), Mads Agger (66.: Matti Olsen).

AaB: Vincent Müller – Kasper Jørgensen (89.: Elison Makolli), Lars Kramer, Bjarne Pudel, Mylian Jimenez – Isak Hansen-Aarøen (75.: Mads Bomholt), Travis Hernes (80.: Valdemar Damgaard), Melker Widell – Andres Jasson (89.: Christian Tcacenco), Mathias Jørgensen, Oliver Ross (46.: Aaron Seydel).

Rote Karte: Sefer Emini (9.)

Gelbe Karten: Lukas Björklund, Maxime Soulas – Oliver Ross.

Schiedsrichter: Mikkel Redder. VAR-Schiedsrichter: Jørgen Daugbjerg Burchardt. Zuschauende: 4.578.