Deutsche Minderheit

Sozialdienst bleibt auf Dialog-Kurs: Mitglieder gestalten die Zukunft

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Seit September trifft sich die Vorsitzende des Sozialdienstes, Gertraudt Jepsen, mit den Mitgliedern des Verbandes, um gemeinsam die Zukunft des Sozialdienstes zu gestalten.

Mitgliederbeteiligung: Der Sozialdienst Nordschleswig setzt auf offene Gespräche. Über 80 Mitglieder brachten ihre Ideen in lokalen Dialogen ein. So geht es weiter.

Wie sieht die Zukunft beim Sozialdienst aus? Mit dieser Frage hat sich der Sozialdienst Nordschleswig, ein Verband der deutschen Minderheit in Dänemark, in den vergangenen Monaten befasst – und zwar in Gesprächen mit den Mitgliedern.

Nach einem Dialogtreffen im September im verbandseigenen Haus Quickborn gab es kürzlich lokale Dialoggespräche in den vier Kommunen, bei denen über 80 Mitglieder ihre Ideen und Vorstellungen eingebracht haben.

„Es waren sehr harmonische Treffen in allen vier Bezirken“, erzählt die Vorsitzende des Sozialdienstes, Gertraudt Jepsen. „Die Kommunikation war offen, sowohl unterstützend als auch kritisch. Es freut mich, dass sich die Leute trauen, etwas zu sagen.“

Unterschiedliche Bedürfnisse, gemeinsames Engagement

Die lebhaften und engagierten Gespräche zeigten deutlich: Die Mitglieder wollen und mögen ihren Sozialdienst“, fasst Gertraudt Jepsen ihre persönlichen Erlebnisse zusammen.

Dabei machten die Veranstaltungen auch deutlich, dass die Bedürfnisse je nach Region variieren. „Sonderburg ist Stadt, die Westküste ist Land – da müssen wir zum Teil unterschiedlich agieren“, erklärt die Vorsitzende.

Für sie ist klar: „Das ist der Weg nach vorn, und zwar nicht nur im Sozialdienst.“ 

Format auch für andere Verbände geeignet

Beim Dialogtreffen des Sozialdienstes gab es im September über 150 Ideen und Anregungen.

Die Sozialdienst-Vorsitzende sieht diesen Ansatz auch für andere Verbände innerhalb des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) als wegweisend.

„Unsere Mitglieder wollen das. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mitglieder in anderen Verbänden der Minderheit keinen Dialog wollen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich werde es der neuen Hauptvorsitzenden oder dem neuen Hauptvorsitzenden des BDN ans Herz legen: mit den Leuten dort reden, wo sie sind.“

Gertraudt Jepsen betont die zentrale Rolle des Ehrenamts: „Das Ehrenamt trägt die Minderheit. Es nutzt alles nichts, wenn man noch so viele gute Ideen hat – die Umsetzung kann nur in Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt passieren.“ 

Viele Mitglieder seien sowohl im Sozialdienst als auch im BDN aktiv, da müsse man überlegen, wie man vor Ort Synergien schaffen könne, so Jepsen.

Auswertung läuft

Derzeit werden die Ergebnisse der Dialogtagung im September und den Gesprächen vor Ort in den Ortsvereinen ausgewertet. 

„Wir sind noch dabei, die Ergebnisse zu bearbeiten“, berichtet Jepsen. In der kommenden Zeit werde die Lenkungsgruppe die vielen Ideen herunterbrechen, systematisieren und dem Sozialdienst-Vorstand vorlegen. Danach sollen die Ergebnisse am 11. Mai bei der Generalversammlung vorgestellt werden.

Für September ist bereits die nächste Dialogtagung angekündigt, denn der Sozialdienst hat in der ersten Dialogrunde nur zwei Themenbereiche aufgenommen – weitere Themen sollen nun im selben Format diskutiert werden.

Wir haben das Gefühl, dass wir nicht über-, sondern miteinander reden.

Gertraudt Jepsen

Welche Maßnahmen auf Verbandsebene und welche lokal in den Ortsvereinen umgesetzt werden, hängt von den konkreten Ideen ab.

Eines ist für Gertraudt Jepsen aber bereits jetzt klar: „Es ist ein sehr, sehr spannender Prozess.“ 

Die Resonanz stimmt sie optimistisch: „Es kommt gut an. Ich bekomme jetzt Mails von Mitgliedern mit Vorschlägen, und wir haben auch mehr das Gefühl, dass die Leute sich dichter an uns dran fühlen – dass wir nicht übereinander, sondern miteinander reden.“