Deutsche Minderheit

Ein Jahr, das zählt – sieben Jugendliche verabschieden sich von der DPA

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Eingerahmt von Schulleiterin Berit Kynde (l.) und Klassenlehrerin Kira Schade (r.) formierten sich die sieben Zehntklässlerinnen und Zehntklässler vor der Schule zum obligatorischen Gruppenfoto (v. l.): Nanna Froitzheim Hundebøl, Boi Metzdorf David, Leon Schlünzen, Noel Leander Wittschell, Helene Elisabeth Haase, Lauren Amy Roep und Mika.

Nach langer Zeit „ohne“ wagte die Deutsche Privatschule Apenrade den Neustart mit einer zehnten Klasse – und wurde belohnt: Sieben Schülerinnen und Schüler feierten nun ihren Abschluss. Die feierliche Zeugnisvergabe war geprägt von Rückblick, Dankbarkeit und dem Mut zum nächsten Schritt.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist an der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) wieder ein zehntes Schuljahr angeboten worden – und es war ein voller Erfolg: Sieben junge Menschen haben am Dienstag ihr Abschlusszeugnis erhalten und damit den Grundstein für das nächste Kapitel ihres Lebens gelegt.

Die Zeugnisvergabe fand im feierlichen Rahmen in der Mensa der Schule statt, begleitet von Eltern, Geschwistern, Großeltern sowie Freundinnen und Freunden. Für Schulleiterin Berit Kynde, die das Amt zu Jahresbeginn übernommen hatte, war es die erste Schulentlassung an der DPA.

„Dennoch habt ihr Spuren hinterlassen“, sagte sie in ihrer Rede an die Absolventinnen und Absolventen – obwohl sechs der sieben Jugendlichen erst seit einem Jahr an der Schule waren. Sie rief ihnen zu: „Geht mit Stolz in die Welt hinaus. Und denkt daran: Fehler sind keine Niederlagen, sondern Meilensteine eures Lebens.“

Reifer geworden – ein Jahr, das zählt

Boi Metzdorf David (Mitte) wurde von Vater Hans (l.) und seinem älteren Bruder Kilian (r.) zur Abschlussfeier begleitet.

Die Wiedereinführung der 10. Klasse an der DPA war ein pädagogischer Versuch, der sich offenbar bewährt hat: Das zusätzliche Jahr bot Raum zur persönlichen Entwicklung und half bei der beruflichen und schulischen Orientierung. Fünf der sieben Jugendlichen werden nach dem Sommer an das benachbarte Deutsche Gymnasium für Nordschleswig (DGN) wechseln.

So auch Boi Metzdorf David aus Geilau (Gejlå), der zuvor deutsche Schulen in Pattburg und Tingleff besucht hatte und für sein letztes Schuljahr nach Apenrade pendelte. Für ihn war die Entscheidung für das zehnte Jahr goldrichtig. „Ich wäre nach der 9. Klasse noch nicht bereit gewesen für das Gymnasium“, sagte er offen. Neben fachlichem Wissen habe er vor allem an Reife gewonnen. Vater Hans zeigte sich froh über die Wahl – und vor allem darüber, dass sein Sohn die Entscheidung aus eigenem Antrieb getroffen habe.

Ein Märchen für sieben Heldinnen und Helden

Während Bilder aus dem gemeinsamen Jahr der Zehntklässlerinnen und Zehntklässler an die Leinwand projiziert wurden, erzählte Klassenlehrerin Kira Schade ihr Märchen von den sieben Heldinnen und Helden.

Klassenlehrerin Kira Schade erzählte in ihrer Abschiedsrede ein Märchen – eines über sieben ganz unterschiedliche Heldinnen und Helden, die ein gemeinsames Jahr miteinander verbrachten. Sie selbst übernahm darin augenzwinkernd die Rolle der (manchmal) „bösen Stiefmutter“, was bei den Jugendlichen ein Lächeln hervorrief.

„Fürchtet euch nicht vor dem Drachen der Unsicherheit“, gab sie ihren Schützlingen mit auf den Weg. „Schreitet mutig hinaus ins Leben. Nicht der einfachste Weg ist immer der richtige.“

Lyse Nætter: Ein Lied über Licht, Liebe und Neubeginn

Der Chor sang über die hellen dänischen Sommernächte, von Heimkommen, Loslassen und Verbundenheit.

Für einen besonderen musikalischen Moment sorgte der Chor der 5. bis 9. Klassen, der das Lied Lyse Nætter“ von Alberte Winding sang. Das stimmungsvolle Stück handelt nicht nur von der Magie der dänischen Sommernächte, sondern auch vom Wiedersehen mit einem geliebten Menschen, vom Loslassen und Ankommen – von Verbundenheit und Neubeginn. Ein passender musikalischer Gruß für den Aufbruch.

Dankbarkeit und Erdbeeren

Klassensprecherin Lauren Amy Roep dankte in einer kurzen Ansprache der Schulleitung und dem Lehrerkollegium – und wünschte ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, dass „jeder seinen Platz findet und auf seine Weise glücklich wird“. Als Dank überreichte sie ihrer Klassenlehrerin einen bunten Blumenstrauß – verbunden mit einer herzlichen Umarmung.

Für das obligatorische Gruppenfoto vor der Schule hatte er noch Seite an Seite mit seinen Klassenkameradinnen und -kameraden in die Kamera gelächelt. Sein Zeugnis hatte er nämlich schon vorab erhalten. Seine Schwester legte am selben Vormittag ihre letzte Abiturprüfung ab – und die Familie wollte beim Aufsetzen der Studentenmütze dabei sein. Eine Entscheidung, die bei der Schulleitung auf volles Verständnis stieß.

Ein erfolgreiches Modell mit Zukunft

Frische Erdbeeren, süßes Marzipangebäck und prickelnder Eistee stand auf den Tischen für die Gäste bereit.

Auch im kommenden Schuljahr wird es an der DPA wieder eine zehnte Klasse geben. Die bisher fünf angemeldeten Schülerinnen und Schüler stammen allesamt von außerhalb. Schulleiterin Kynde freut sich über das Vertrauen und spricht von einer „kleinen, gemütlichen Runde“.

Den Abschluss des festlichen Vormittags bildeten frische Erdbeeren, Kransekage und Sparkling Tea – ein Getränk mit königlichem Flair. „Das gab es auch beim 18. Geburtstag von Prinzessin Isabella“, so Kynde mit einem Lächeln.

Das neunte Schuljahr wird wie üblich am Mittwochabend feierlich verabschiedet.