Deutsche Minderheit

Region Süddänemark erwägt engeren Austausch mit deutscher Minderheit

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BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen auf Christiansborg

Wie kann der Austausch zwischen der Region Süddänemark und der Minderheit vertieft werden? Der deutsch-dänische Sonderausschuss der Region prüft die Einrichtung eines Kontaktrates, um regelmäßige Treffen zu ermöglichen. Was in einem solchen Rat besprochen werden könnte, analysiert BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen.

In welcher Form kann sich die Region Süddänemark regelmäßig mit dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) austauschen? Mit dieser Frage hat sich der Sonderausschuss für die deutsch-dänische Zusammenarbeit der Region Süddänemark auf seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Der BDN ist der Dachverband der deutschen Minderheit in Dänemark. Einen Beschluss in der Sache gab es nicht; der Ausschuss will den BDN zu einem Treffen einladen, um die Einrichtung eines Kontaktrats zu erörtern. Im Raum steht, dass dieser Rat an den deutsch-dänischen Sonderausschuss der Region gebunden werden könnte und dass die Mitglieder des Ausschusses automatisch bei den Treffen mit der Minderheit teilnehmen.

Anregung vom BDN

Die Anregung zu dieser Form des Austausches kommt vom BDN. Dessen Vorsitzender Hinrich Jürgensen sagte dem „Nordschleswiger“, dass die Idee dazu geboren wurde, als der BDN und die Region gemeinsam in Kopenhagen vorstellig wurden. Um zu verhindern, dass die Region die Zuständigkeit für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verliert. „Da haben wir gemerkt, dass wir viele Berührungspunkte haben“, so Jürgensen.

Zum Hintergrund: Im Zuge einer Gesundheitsreform plante die Regierung Anfang Oktober vergangenen Jahres, die Aufgaben der Region neu zu ordnen. In einem Vorschlag hatte die Regierung in nur wenigen Worten angekündigt, die grenzüberschreitende Arbeit von der Region auf einzelne Kommunen übertragen zu wollen. Im Grenzland schlug man die Arme über dem Kopf zusammen. Gut einen Monat später wurde diese Idee kassiert.

Jürgensen: Persönlicher Kontakt besser

Hinrich Jürgensen erinnert sich: „Ich habe zusammen mit Bo Libergren einen Brief an die Parlamentspolitikerinnen und -politiker geschrieben und sie darauf aufmerksam gemacht, und wir sind nach Kopenhagen gefahren. Da kam die Idee zu einem Kontaktrat auf.“ Einen vergleichbaren Austausch habe man mit der Kommune Sonderburg (Sønderborg), so Jürgensen, der auf die Europeada im vergangenen Jahr verweist – die Fußballeuropameisterschaft der Minderheiten.

Ein solches Ereignis wäre beispielsweise etwas, was man im Kontaktrat der Region präsentieren und besprechen könne. „Der persönliche Kontakt ist besser, wenn man Dinge vorstellen und erklären möchte“, so der BDN-Hauptvorsitzende.

Laut Sitzungsbericht steht noch nicht fest, wann dieses erste Treffen stattfindet.