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Pattburg-Brüssel: „Team Grænzland“ hat erste Trainingsphase geschafft

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Team Grænzland
Ein Teil des „Team Grænzland“ bei einem Training in Tingleff (Tinglev). Schon nach dem Sommer werden die Fahrerinnen und Fahrer in einheitlichen Trikots unterwegs sein, um das Team nach außen hin sichtbarer zu machen.

Im September soll es aus Nordschleswig auf fünf Etappen fast 800 Kilometer nach Brüssel gehen. Damit alle Radfahrerinnen und Radfahrer die Tour schaffen und sicher ans Ziel kommen, werden seit Wochen Ausdauer und das Fahren in der Gruppe trainiert. Am Donnerstagabend ging es mit einer kleinen Runde und anschließender Grillwurst gemütlich in die Sommerpause.

Lediglich sechs Hartgesottene schwangen sich am Donnerstagabend bei angekündigtem regnerischem Wetter auf den Drahtesel, um gemeinsam ein kleines Abschlusstraining vor der Sommerpause zu machen. Die sechs Fahrerinnen und Fahrer legten 30 Kilometer über die Halbinsel Loit (Løjtland) zurück, und ließen sich auch von einer längeren Panne nicht aufhalten.

Wenn das „Team Grænzland“ im September auf die fast 800 Kilometer lange Tour von Pattburg (Padborg) nach Brüssel aufbricht, werden 29 Radfahrende aus der deutschen und dänischen Minderheit dabei sein. In fünf Etappen geht es nach Belgien.

Anlass für die Tour ist die dänische EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2025. Das Ziel ist daher das Europaparlament. Mit der Tour soll auf die Minderheiten und deren Belange im Grenzland aufmerksam gemacht und ein Zeichen für Europa gesetzt werden.

Seit dem Startschuss Ende April hat das „Team Grænzland“, das Verbände der deutschen und der dänischen Minderheit aufstellen, fleißig in die Pedale getreten und dabei viele Trainingskilometer im deutsch-dänischen Grenzland zurückgelegt.

Fazit der ersten Trainingsphase

Nach dem kurzen Training am Donnerstag wurde es im Haus Nordschleswig im Anschluss bei Grillwurst, Salaten und Getränken „hyggelig“. Das Büfett hatte ein Teil des zehnköpfigen Serviceteams vorbereitet, welches die Fahrerinnen und Fahrer auf den fünf Etappen begleiten und versorgen wird – vom Essen über technische Hilfe bis zur Physio.

„Es läuft gut“, resümiert Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), in seiner Funktion als Teamkapitän die ersten Trainingseinheiten seit April. Mit Blick auf die lediglich sechs Trainierenden am Donnerstag, von denen die meisten wegen anderer Verpflichtungen entschuldigt waren, sagte er: „Ich hoffe, dass nach der Sommerpause, die am 9. August endet, schnell mindestens 90 Prozent des Teams bei den Trainings dabei sind.“ Andernfalls würde es schwierig werden, alle richtig vorzubereiten.

Fahren in der Gruppe muss geübt werden

Team Grænzland
Pause bei einem Training im April

Bei den Trainings geht es nicht nur darum, den Körper fit für die langen Tage im Sattel zu machen, es geht auch darum, wie im Verband gefahren wird. Dafür müssen die Radfahrenden verschiedene Kommandos lernen, um in jeder Situation auf der Tour die richtigen Entscheidungen zu treffen – vom Abbiegen über das Umfahren von Hindernissen bis zur Warnung, wenn ein Auto von hinten kommt. Die Sicherheit steht an erster Stelle.

Auf der Tour werden die Fahrenden von Begleitfahrzeugen begleitet. In einem Fahrzeug sitzt ein Kartenleser bzw. eine Kartenleserin. Über Funk sind im Radteam sogenannte Leutnants mit dem Kartenfahrzeug verbunden. Routeninformationen und andere Hinweise geben die Leutnants an die Gruppe weiter. Sie sorgen für die passende Geschwindigkeit und sperren, falls nötig, den Verkehr ab, damit die Sicherheit der anderen Fahrerinnen und Fahrer gewährleistet ist. Hinter dem Verband fährt ein weiteres Fahrzeug zur Absicherung. Auch technische Hilfe ist dabei.

Damit nicht nur die vordersten Fahrerinnen und Fahrer den Gegenwind direkt abbekommen, werden innerhalb der Gruppe die Positionen immer wieder durchgetauscht. Hierfür hat sich in der Radsportwelt der sogenannte „belgische Kreisel“ bewährt.

Und so wurden auch beim Essen ein paar Kleinigkeiten diskutiert – beispielsweise die Durchschnittsgeschwindigkeit und das Zusammenbleiben des Teams bei Anstiegen.

Komplette Teams und zwei Sponsorings

Mittlerweile konnte Uwe Jessen auch noch zwei Sponsorings verkünden. Die Löwen-Apotheke (Løve Apotek) in Sonderburg (Sønderborg) möchte diverses Verbrauchsmaterial zur Verfügung stellen, die Pinneberg-Stiftung unterstützt das Team finanziell, sodass nun auch noch Regenjacken für die Radfahrenden bestellt werden können.

Fahrerin und Kommunikationskonsulentin beim BDN, Sally Flindt Hansen, konnte den Anwesenden auch eine gute Nachricht mitbringen: „Wir haben eine Bestätigung für die Übernachtung in einem Hotel, das nur drei Gehminuten vom EU-Parlament entfernt ist.“ Damit ist „Team Grænzland“ dem Herzen europäischer Politik so nah wie möglich.

Ein Fahrer musste krankheitsbedingt aussteigen, dafür konnten mit Andreas und Karin zwei neue Mitfahrende begrüßt werden, die bereits Erfahrungen durch das Team Rynkeby haben. Damit sind Service- und Radelteam jetzt komplett, sagt Jessen.

Trainingswochenende und Bergtraining

Im August steht ein komplettes Trainingswochenende auf dem Knivsberg auf dem Programm. Auch zum „Bergtraining“ nach Vejle geht es für das Team noch. Danach darf es dann gerne losgehen. Startschuss ist am Sonnabendmorgen, 20. September, in Pattburg.