Deutsch-dänischer Zugverkehr

Mehr Tempo auf der Bahnstrecke Tondern-Niebüll in Sicht

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Seit über einem Jahr müssen Reisende auf der Bahnstrecke Niebüll–Bramming–Esbjerg in Tondern in einen Triebwagen der NEG Niebüll umsteigen, da die dänischen Züge des Unternehmens GoCollective erst nach der Installation digitaler Signaltechnik auch südlich der Grenze wieder den Bahnknotenpunkt an der Strecke Hamburg–Westerland erreichen können. Die Ausrüstung der NEG-Strecke mit der neuen Technik ist nun endlich in Sicht.

Das Land Schleswig-Holstein und die Norddeutsche Eisenbahn Niebüll kündigen Verbesserungen im Nahverkehr auch auf der Strecke nach Dagebüll an. Nach der Installation digitaler Signaltechnik südlich der Grenze werden wieder durchgehende Züge von Niebüll bis Esbjerg fahren. Reisende können zudem mit zuverlässigeren Anschlüssen in Niebüll rechnen.

Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) und die Norddeutsche Eisenbahn Niebüll GmbH (NEG) haben die Weichen für eine verbesserte grenzüberschreitende Bahnverbindung nach Niebüll (Nibøl) und Esbjerg entlang der Westküste sowie für den Zugverkehr nach Dagebüll (Dagebøl) gestellt.

Neuerungen an der Westküstenbahn vorgestellt

Auf der NEG-eigenen Strecke Niebüll–Tondern ist vorgesehen, nach Inbetriebnahme der digitalen Signaltechnik auch südlich der deutsch-dänischen Grenze die Zuggeschwindigkeit von derzeit maximal 80 auf 120 Stundenkilometer zu erhöhen.

Im Frühjahr 2025 wurde die digitale Signaltechnik bereits zwischen Tondern, Bramming und Esbjerg in Betrieb genommen, allerdings wurde die dadurch mögliche Anhebung der Reisegeschwindigkeit bisher noch nicht umgesetzt.

In Niebüll verpassen Reisende häufig die Zuganschlüsse Richtung Tondern und Esbjerg, weil sowohl die Intercityzüge (siehe Foto) der Deutschen Bahn als auch die Regionalzüge auf der Strecke Hamburg–Westerland bei der Ankunft in Niebüll oft Verspätung haben. Durch eine höhere Geschwindigkeit auf der Bahnstrecke von Tondern nach Niebüll werden die Umsteigezeiten entspannter.

Übergang in Niebüll künftig stabiler

Nach Angaben des NEG-Niebüll-Geschäftsführers Julian Rönsch und des Nah.SH-Chefs Beck können die Anschlüsse von und nach Tondern und Esbjerg an die Marschbahn in Niebüll Richtung Hamburg und Westerland (Vesterland) im Zuge der absehbaren Fahrzeitverkürzungen stabilisiert werden. Oft erleben Reisende, dass ihr Zug Niebüll erst erreicht, wenn der Anschlusszug Richtung Tondern bereits abgefahren ist. Aufgrund des engen Fahrplans in Dänemark kann dieser meist nicht in Niebüll auf den Anschluss warten.

Bald wieder ohne Umsteigen in Tondern von Niebüll nach Tondern

Mit der Inbetriebnahme der Digitaltechnik südlich von Tondern ist geplant, die Züge auf der Strecke Esbjerg–Tondern, die von der Gesellschaft Gokollektiv betrieben werden, wieder bis Niebüll fahren zu lassen. Aktuell ist weiterhin ein Umsteigen in Tondern erforderlich. Zwischen der dänischen Stadt und Niebüll pendelt seit über einem Jahr ein Triebwagen der NEG. Der Umstieg in Tondern ist besonders für Reisende umständlich, die entlang der dänischen Westküste zu Urlaubszielen fahren – oft mit Fahrrädern als Gepäck.

Keine Angaben zu batterieelektrischen Zügen auf der Strecke nach Tondern

Die NEG-Triebwagen werden nach und nach in den einheitlichen Farben des Nah.SH rund um Niebüll verkehren. Mit dem Wegfall der IC-Kurswagen nach Dagebüll werden zusätzliche Triebwagen benötigt, um die vielen Reisenden von und nach Föhr und Amrum befördern zu können.

Auf der NEG-Strecke Niebüll–Dagebüll wird die Modernisierung in den kommenden Jahren fortgesetzt. Viele Bahnsteige wurden bereits verbessert. Zusätzliche Fahrzeuge kommen zum Einsatz, sobald ab kommendem Jahr, wie von der Deutschen Bahn (DB) angekündigt, keine Kurswagen mehr von und nach Dagebüll für die vielen Föhr- und Amrum-Reisenden per Intercityzügen in Niebüll an- und abgekuppelt werden.

Künftig sollen Züge der NEG Niebüll vermehrt von den derzeit von Intercity- und DB-Regionalzügen genutzten DB-Bahnsteigen in Niebüll abfahren und ankommen, um den Reisenden nach Wegfall der Kurswagen den Fußweg zwischen DB-Bahnhof und NEG-Station zu ersparen.