Deutsche Minderheit

Förde-Schule bleibt bei der klassischen Weihnachtsfeier: „Weil es das wert ist“

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Schulleiter Niels Westergaard hieß am Freitag über 200 Seniorinnen und Senioren willkommen.

Zu einer traditionellen Weihnachtsfeier gehören Theater, Sketche, Gesang und Musik. Dafür gibt es mehrere gute Gründe, meint der Schulleiter der Förde-Schule, Niels Westergaard.

2021 die Ludwig-Andresen-Schule in Tondern (Tønder), dann 2023 die deutschen Schulen in Lügumkloster (Løgumkloster) und Apenrade (Aabenraa), und in diesem Jahr hat auch die Deutsche Schule Sonderburg ihre arbeitsintensive Schulweihnachtsfeier in einen ereignisreichen Weihnachtsmarkt verwandelt. So feiert die ganze Schule auf einen Schlag mit Eltern und Geschwistern auf das große Weihnachtsereignis am 24. Dezember hin. 

Diesen Trend macht die Förde-Schule bewusst nicht mit: Am Freitag und Sonnabend stehen in Alnor die Schulweihnachtsfeiern auf dem Programm. Aber das passiert in der bisherigen Form. Dort werden wie gewohnt erst den Seniorinnen und Senioren und am darauffolgenden Tag den Angehörigen der Mädchen und Jungen Theater, Sketche, Gedichte und Lieder geboten. Ein richtiges Programm, wie eh und je. 

Eine bewusste Entscheidung

Nicht an dieser alten Tradition rütteln zu wollen, das ist für Schulleiter Niels Westergaard eine bewusste Entscheidung: „Ich gebe es gerne zu: Es kostet viel Zeit und Mühe. Aber solange ich das Kollegium dafür motivieren kann, so lange bleiben wir dabei.“

Die Schülerinnen und Schüler üben in den Wochen vor der Feier stundenlang ihre Auftritte. Alles ist geplant, wird genau zurechtgelegt. Alle – auch der Schulleiter – müssen zusätzliche Stunden in der Schule verbringen, damit das Fest bei der Generalprobe und für das Publikum eine gelungene Vorstellung wird.

Der Weihnachtsmann der Erstklässler verteilte Geschenke an die Mäuse im dunklen Keller.

Ein Auftritt vor Hunderten Menschen

Ich gebe es gerne zu: Es kostet viel Zeit und Mühe. Aber solange ich das Kollegium dafür motivieren kann, so lange bleiben wir dabei.

Niels Westergaard

Für Westergaard ist eine Weihnachtsfeier weit mehr als nur die Unterhaltung der Angehörigen. Als Mädchen oder Junge vor Hunderten Menschen aufzutreten, das ist an sich schon eine sehr lehrreiche Sache. „Man lernt, auf der Bühne zu stehen. Sie spüren den Druck, wenn sie für die vielen Zuschauenden etwas vortragen müssen“, sagt der Schulleiter. In der Sporthalle können sich bis zu 300 Menschen aufhalten.

Die Kinder erhalten bei der Feier auch Erfahrungen sozialer Art. Obwohl einige Kinder sehr tüchtig und sprachlich gewandt sind, fällt ihnen nicht jedes Mal eine Hauptrolle zu. Manchmal müssen auch sie auf eine Nebenrolle ausweichen, damit andere im Mittelpunkt stehen können. 

Die Senioren durften am Freitag die Weihnachtsfeier 2025 erleben. Am Sonnabend sind die Angehörigen und die Geschwister der Schülerinnen und Schüler an der Reihe.

„Unterordnen gehört auch dazu. Sie müssen auch zurückstecken können. Sie müssen lernen, dass alle etwas bekommen sollen“, sagt Niels Westergaard. 

Begeisterte Rückmeldung der Eltern

Eltern und Großeltern dürfen sich jedes Jahr auf eine weihnachtlich fein geschmückte Förde-Schule freuen. Das bedeutet auch für den Hausmeister viel Arbeit: „Es muss viel umgebaut werden, damit es für alle gemütlich ist.“ 

Niels Westergaard gibt zu, dass die Weihnachtsfeier ein großer Aufwand ist: „Manchmal fluche ich auch ein bisschen. Aber es ist alles wert“, meint er gut gelaunt. 

Ein Ansporn ist für ihn nicht zuletzt die Reaktion der Eltern: Sie haben dem Schulleiter immer eine positive Rückmeldung zukommen lassen. 

Über 20 singende Kinder beim Lucia-Umzug in der verdunkelten Sporthalle