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Deutsches Museum Nordschleswig rüstet Altbau mit neuer Klimaanlage aus

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Archivleiterin Nina Jebsen freut sich zusammen mit Museumsleiter Hauke Grella auf die Wirkung, die die neuen Rohre haben werden.

Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg lässt im Altbau eine neue Klima- und Ventilationsanlage einbauen. Während der Schließzeit sichern die Angestellten und Mitarbeitenden die Bestände und sortieren die Archive neu.

Für das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg läuft derzeit eine umfassende Klima-Sanierung im Altbau. Für die Einrichtung einer neuen Klima- und Ventilationsanlage erhält das Museum 97.000 Euro (727.500 Kronen) an Extramitteln vom Land Schleswig-Holstein und zusätzlich 700.000 Kronen zweckgebunden vom dänischen Kulturministerium. 

Museumsleiter Hauke Grella betont die Bedeutung des Projekts: „Wenn wir unsere Arbeit ernst nehmen wollen, dann ist dieser Einbau eine absolute Notwendigkeit.“

Grella verweist auf die Bedingungen im Sommer, wenn die Temperaturen im Altbau bisher bei bis zu 29 Grad lagen. „Die Ausstellungsgegenstände leiden unter den hohen Temperaturen. Wir Angestellten können viel Wasser trinken und Gäste können dann rausgehen und ein Eis essen, aber die Gegenstände im Museum und im Archiv sind davon abhängig, dass wir auf sie aufpassen“, sagt er. 

In den Ausstellungsräumen liegen die Rohrteile zum Einbau bereit. Hier im Altbau herrschten im Sommer oft sehr hohe Temperaturen, was den Gegenständen in den Vitrinen auf Dauer schadet.

Idealerweise herrschen in Ausstellungsräumen rund 19 Grad, wofür das neue System künftig sorgen soll. 

Der Plan sieht vor, dass das Museum Anfang Februar wieder eröffnet. Bis dahin haben die Angestellten und Mitarbeitenden jedoch keinesfalls frei, wie Hauke Grella unterstreicht. „Wir sortieren Archive und gehen alte Bestände durch. Es ist unheimlich wichtig, dass wir die Bestände sichern“, erklärt er.

Während der Schließzeit verlagert das Team Bestände, die eigentlich zum Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und zum Deutschen Schul- und Sprachverein (DSSV) gehören. „Wir sortieren dort im Haus Nordschleswig vor, damit wir nur das Notwendige mitnehmen“, sagt Grella.

In dieser Woche bohrten Handwerker große Löcher in die Wände des Altbaus, durch die neue Ventilationsrohre geleitet werden.

Den besucherfreien Januar nutzt das Museum traditionell für interne Arbeiten. „Das haben wir in den vergangenen Jahren im Januar schon häufiger so gemacht, dass wir interne Arbeiten stärker in den Mittelpunkt gestellt und in Ruhe sortiert haben“, so Grella. Im Archiv bedeutet dies vor allem: sortieren und registrieren.

Diese konzentrierte Archivarbeit ist wichtig. „Es verschafft uns Schritt für Schritt einen besseren Überblick, weil wir die Bestände immer gründlicher registrieren und erfassen“, sagt Hauke Grella. „Wir nutzen jede freie Minute, in der keine anderen Aufgaben anstehen, um zu sortieren, auszusortieren und wegzuschmeißen, was für das Museum nicht relevant ist.“

Der Altbau ist im Zuge der Neueröffnung im Jahr 2020 umfassend renoviert und umgebaut worden. Doch eine Klima- und Ventilationsanlage fehlte bislang, die wird jetzt nachgerüstet.

Alles, was in den Regalen und Schränken des Museums und im Archiv verbleibt, kann sich in den kommenden Jahren auf perfekte Bedingungen freuen: Die Klima- und Ventilstationsanlage ist auf dem Weg. 

Hier im Raum über die Zeit des Zweiten Weltkriegs sind die Rohre bereits installiert; es fehlt noch der Anstrich, damit die Klimaanlage nicht so ins Auge fällt.