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Mensing will weitere Nationalmannschaftstore folgen lassen

Mensing will weitere Nationalmannschaftstore folgen lassen

Mensing will weitere Nationalmannschaftstore folgen lassen

Aarhus
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Aaron Mensing erzielte bei seinem ersten Länderspiel-Einsatz fünf Tore. Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpix

Vor der Wahl zwischen den Handball-Nationalmannschaften Deutschlands und Dänemarks stand Aaron Mensing. Das Bauchgefühl sagte Dänemark, und nach dem Länderspiel-Debüt für den amtierenden Weltmeister hat er seine Wahl nicht bereut.

Fünf Tore aus sieben Versuchen erzielte Aaron Mensing, als er am Sonntagabend beim 46:24-Kantersieg in der EM-Qualifikation gegen Finnland sein erstes Länderspiel für die dänische Handball-Nationalmannschaft absolvierte. Beim 30:29-Sieg vier Tage zuvor in der Schweiz hatte er noch zugeschaut.

„Alles war natürlich neu für mich, aber das war auf jeden Fall eine gute Erfahrung“, blickt Aaron Mensing im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ auf seine erste Woche mit der DHF-Auswahl zurück: „Ich habe viel dazugelernt, welche Spielzüge gespielt werden, aber auch wie der Tagesablauf so ist. Das war ein lockerer Einstieg für mich, weil andere neue Spieler dabei waren und der Gegner nicht so stark war. Wenn man Fehler gemacht hat, durfte man weiterspielen. Es lief ganz okay, und ich denke, dass ich gut mithalten konnte. Das hat ganz sicher Spaß gemacht, und ich freue mich, dass ich meine ersten Nationalmannschafts-Tore gemacht habe.“

Der 23-Jährige aus Rinkenis (Rinkenæs) will weitere Nationalmannschafts-Tore folgen lassen, obwohl die Konkurrenz auf seiner Position im halblinken Rückraum außerordentlich groß ist. Namen wie Mikkel Hansen, Lasse Andersson, Lasse Møller, Jacob Holm, Emil Lærke, Nikolaj Markussen, Michael Damgaard und Nikolaj Læsø stehen im dänischen Kader.

Einige neue Gesichter gab es in der DHF-Auswahl beim Kantersieg gegen Finnland. Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpixs

„Wenn ich weiter an mir arbeite und mich so weiterentwickle, wie es in letzter Zeit der Fall gewesen ist, sehe ich durchaus, dass ich in Zukunft wieder eine Chance bekommen werde“, gibt sich Aaron Mensing selbstbewusst, ohne aber konkrete Ziele gesteckt zu haben, wann er sich in der dänischen Nationalmannschaft festbeißen will: „Ich mache mir keine Gedanken, wann der eine oder andere Spieler aufhören wird und vielleicht Platz für mich wäre. Vielleicht rücken andere, junge Spieler dann nach, vielleicht bin ich besser geworden, vielleicht hatte ich Pech. Ich denke eher darüber nach, was ich im Moment machen kann, um mich zu verbessern.“

Gedanken musste er sich aber vor wenigen Wochen machen, als nicht nur die Einladung vom dänischen Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen kam, sondern in der Woche danach auch eine Anfrage vom Deutschen Handball-Bund (DHB) zur Tür reinflatterte.

„Ich habe habe eine Anfrage aus Deutschland bekommen und habe Gespräche mit dem DHB und auch mit dem Nationaltrainer geführt. Da musste ich schon kurz überlegen“, sagt Aaron Mensing: „Ich bin in Dänemark geboren, habe deutsche Eltern und komme aus der deutschen Minderheit. Das ist gar nicht so einfach, wie sich einige das vielleicht vorstellen. Die Wahl war schwer, aber letztendlich habe ich mich für Dänemark entschieden. Diese Wahl habe ich nicht bereut, auch wenn es für mich noch schwerer ist, in der dänischen Nationalmannschaft einen Platz zu bekommen, als in der deutschen.“

Aaron Mensing hatte die Wahl zwischen der deutschen und der dänischen Nationalmannschaft. Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpixs

Deutschland könnte aber längerfristig doch noch eine Destination für den wurfgewaltigen Rückraumspieler werden. Die Bundesliga ist weiterhin ein Ziel.

„Es ist ein Kindheitstraum von mir, einmal bei der SG Flensburg-Handewitt zu spielen, aber auch andere Vereine in der Bundesliga wären für mich attraktiv. Ich fühle mich in Holstebro sehr wohl und habe es nicht extrem eilig, aber die Bundesliga ist noch ein Ziel, das ich habe“, so Aaron Mensing: „Ich habe Familie in Flensburg und in der Jugend für die SG Flensburg-Handewitt gespielt. Wir hatten oft Training vor der Profi-Mannschaft, und das war schon groß für mich, wenn ich Spieler wie Thomas Mogensen, Michael V. Knudsen und Anders Eggert gesehen habe. Ich bin auch mal mit Lars Christiansen eingelaufen. Die SG ist noch ein Traum, den ich habe.“

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