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Eine ungewöhnliche Karriere

Eine ungewöhnliche Karriere

Eine ungewöhnliche Karriere

Hadersleben/Haderslev
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Glen Riddersholm hatte bereits in seiner AGF-Zeit großes Vertrauen in Thomas Juel-Nielsen. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Thomas Juel-Nielsen versucht nach seinem dritten und vierten Auslands-Abenteuer, bei SønderjyskE wieder Fuß zu fassen.

Thomas Juel-Nielsen drängt sich zum ersten Mal für die Startelf von SønderjyskE auf, wenn die hellblauen Superliga-Fußballer zum Auftakt der Abstiegsrunde am Sonntag ab 18 Uhr den Tabellennachbarn AC Horsens empfangen.

Der Winter-Neuzugang ist eine von zwei Lösungen von Glen Riddersholm für das Fehlen des gesperrten Kapitäns Marc Pedersen in der Innenverteidigung. Der SønderjyskE-Trainer will sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob die Wahl auf eine Viererkette mit Gartenmann, Juel-Nielsen, Luijckx, Marfelt oder auf die offensivere Variante mit Simonsen, Gartenmann, Luijckx, Marfelt fällt.

„Wie alle anderen Fußballer auch möchte ich spielen. Bislang lag mein Fokus aber darauf, meine Topform zu erreichen“, sagt Thomas Juel-Nielsen, der erst nach Ende des Transferfensters als Ergänzung für die Innenverteidigung verpflichtet wurde: „Ich bin wirklich froh, dass ich hier die Möglichkeit bekommen habe. Das ist ein perfektes Match. Ich kenne Glen und seine Ideen aus der U17-Nationalmannschaft und aus meiner AGF-Zeit. Ich konnte mich schnell integrieren, und das ist mir in meiner Karriere noch nie so schnell gelungen wie bei SønderjyskE. Hier herrscht eine gute Kultur, und die Stabilität war genau das, was ich in meiner Karriere nötig hatte.“

Die bisherige Karriere des 28-Jährigen ist alles andere als alltäglich. Aus der Jugend-Abteilung von Lyngby kommend, wollte er den damaligen Erstdivisionär AB als Sprungbrett zu einem Superligisten nutzen.

„Ich hatte in der 1. Division gut gespielt und das Gefühl, dass ich die Chance in der Superliga verdient hätte, aber das Angebot aus der Superliga kam nicht. Stattdessen bin ich nach Norwegen gegangen. Die Zeit war gut, aber leider sind wir abgestiegen. Danach ging es nach Schweden, aber leider sind wir auch dort abgestiegen“, erzählt Thomas Juel-Nielsen über seine Zeit bei Sandefjord und Falkenberg. Den Abstieg verhindern konnte er aber in seinem halben Jahr bei AGF, wo er als Stammspieler unter Riddersholm seinen Anteil am Klassenerhalt hatte und lange an einem Angebot zur Vertragsverlängerung knabberte, aber das Angebot von Maccabi Netanya nicht ausschlagen konnte.

„Das Angebot aus Israel war zu verlockend, aber leider ging es schief. Die Geduld dort ist nicht sehr groß. Man gewährte mir kaum Zeit, mich an die Dinge dort zu gewöhnen, bin schnell aus der Mannschaft geflogen, wurde für die Saison nicht registriert und der Vertrag aufgelöst“, so Juel-Nielsen über seine zwei Monate in Israel. Es folgten knapp sechs Monate ohne Arbeitgeber, bevor er beim amerikanischen Zweitligisten Orange County anheuerte.

„Das war nicht das, wozu ich eigentlich Lust hatte, aber es waren keine anderen Angebote da. Da war ich in meinem Stolz verletzt, denn das sportliche Niveau war für mich immer entscheidend und nicht das Erlebnis“, so der 28-Jährige, der nach erneut vier Monaten ohne Arbeitgeber bei SønderjyskE wieder Fuß fassen will: „Ich bin zuversichtlich, aber auch realististisch. SønderjyskE hat zwei gute Innenverteidiger, die sich auf diesen Positionen festgebissen haben, ich werde aber versuchen, mich ständig anzubieten.“

Thomas Juel-Nielsen, der einen Vertrag bis Saisonende hat, will den Klassenerhalt so schnell wie möglich schaffen.

„Es war wichtig, dass wir mit den zwei Heimsiegen den Kontakt wieder herstellen konnten. Wir wollen jetzt angreifen und die anderen Mannschaften einholen. Das ist die Mentalität, die wir haben müssen“, meint der Innenverteidiger, der mit seiner Mannschaft drei Punkte Rückstand auf AGF und AC Horsens hat

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