Eishockey

Ein Sieg für die Moral

Ein Sieg für die Moral

Ein Sieg für die Moral

Kopenhagen
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Mads Eller versucht sich gegen Emil Jidskog im Herlev-Tor durchzusetzen. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Nach zahlreichen Enttäuschungen der vergangenen Wochen und einer Demütigung gegen Herning sind die Eishockeyspieler von SønderjyskE mit zwei späten Toren wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Es hätte der nächste Nackenschlag werden können. Die zuletzt arg gebeutelten Eishockeyspieler von SønderjyskE hatten nach der Demütigung gegen Herning weniger als 48 Stunden zuvor eine Trotzreaktion gezeigt und sich im Auswärtsspiel gegen die Herlev Eagles mit 2:0 in Führung geschossen, aber sich um den Lohn der harten Arbeit und selbst wieder in Schwierigkeiten gebracht. Nach dem 2:2-Ausgleich und einer Hinausstellung in den Schlussminuten für Cameron Brown lag die nächste Niederlage in der Luft, doch zwei Tore in den letzten 63 Sekunden ließen die Hellblauen über einen 4:2-Erfolg jubeln.

Mads Eller konnte bei einem Konter in Unterzahl nur mit einer Notbremse gestoppt werden. Emil Bejmo führte den Penalty aus und versenkte diesen eiskalt mit der Rückhand, nachdem er den gegnerischen Torwart verladen hatte. Cameron Brown machte mit einem Schuss ins leere Tor 23 Sekunden vor Schluss den Deckel drauf.

„Ich habe weitaus mehr Leidenschaft gesehen. So viel wie seit langem nicht mehr“, sagt ein zufriedener Trainer Mario Simioni zum „Nordschleswiger“.

Ein Sieg für die Moral für eine SønderjyskE-Mannschaft, die weiter große Verletzungssorgen hat. Martin Eskildsen, Victor Rollin Carlsson, Daniel Nielsen, Anders Førster, Matt Prapavessis und Nicolaj Henriksen hatten bereits gegen Herning passen müssen. Gegen Herlev kam noch William Boysen hinzu.

Neuzugang Emil Bejmo verwandelte eiskalt den spielentscheidenden Penalty. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Die Hellblauen zeigten dennoch eine gute Antwort nach dem peinlichen Auftritt gegen Herning und gingen von Anfang an mit weitaus größerer Aggressivität und Zielstrebigkeit zu Werke.

Es wurde mehr Herzblut investiert, es wurde vor den Toren nachgesetzt. So auch beim 0:1 in der 13. Minute, als Brendan Harms die Hartgummischeibe nach mehreren Versuchen über die Torlinie stochern konnte.

SønderjyskE ging mit einer verdienten 2:0-Führung in die erste Drittelpause, nachdem Steffen Frank den zweiten Treffer nachgelegt hatte, brachte sich aber selbst wieder in Schwierigkeiten. Anton Johansson konnte mit der Rückhand aus spitzem Winkel den nicht machtlosen Patrick Galbraith überlisten.

Der Anschlusstreffer ließ Herlev ins Spiel kommen, doch die taktisch disziplinierten Gäste hielten den Gegner von großen Torchancen fern. Erst ein doppeltes Fehlverhalten von Anders Biel bei einem Bully in der gegnerischen Zone und die daraus resultierende Hinausstellung ließen die Gastgeber zum Ausgleich kommen.

Mike Little im Zweikampf mit Jesper Thörnberg. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

„Wir haben ein großartiges Spiel gemacht, den Puck gut bewegt, gut aus eigenen Zone herausgespielt, waren stark im Kampf um den Puck und haben überhaupt gut gekämpft. Es war unnötig, dass wir Herlev ins Spiel gelassen haben, Und Paddy (Galbraith, Red.) hat sogar mit einer starken Parade das 3:2 verhindern müssen, aber unterm Strich ein starkes Spiel von uns“, freut sich der SønderjyskE-Trainer.

Eine Verlängerung lag in der Luft, doch SønderjyskE wollte es anders und hat mit zwei späten Toren ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis gefeiert. Die Hellblauen müssen aber nachlegen, wenn die Frederikshavn White Hawks am Dienstag ab 19 Uhr in Woyens (Vojens) antreten.

„Ich bin zuversichtlich, dass Martin Eskildsen, Daniel Nielsen und William Boysen wieder zurück sind“, so Simioni.

Herlev Eagles - SønderjyskE (0:2,1:0,1:2) 2:4

0:1 Brendan Harms (12:30), 0:2 Steffen Frank (18:44), 1:2 Anton Johansson (20:26), 2:2 Jesper Thörnberg (42:58/5 gegen 4), 2:3 Emil Bejmo (Penalty/58:57), 2:4 Cameron Brown (59:37).

Zeitstrafen: Herlev 1x10 und 7x2 – SE 3x2 Minuten. Schiedsrichter: Jens Christian Gregersen/Daniel Bøjle. Zuschauer: 0.

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