Eishockey

Dezimiertem SønderjyskE-Team geht am Ende die Kraft aus

Dezimiertem SønderjyskE-Team geht am Ende die Kraft aus

Dezimiertem SønderjyskE-Team geht am Ende die Kraft aus

Woyens/Vojens
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Yannick Vedel erzielte die 2:1-Führung für SønderjyskE und zeigte eine kämpferisch starke Leistung. Foto: Karin Riggelsen

Siegeswillen, Entschlossenheit und Engagement hatten bei der 1:6-Pleite in Frederikshavn gefehlt. Das änderte sich im Heimspiel gegen Herning, doch es reichte dennoch nicht. Der dänische Rekordmeister erzielte anderthalb Minuten vor Schluss den 4:3-Siegtreffer.

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE haben nach den verbuchten Final-Four-Ticket die vierte Niederlage in Folge kassiert. Drei Tage nach dem peinlichen Auftritt und der 1:6-Pleite nun Frederikshavn reichten eine Trotzreaktion und auch die Kraft nicht, um im Heimspiel gegen Herning Blue Fox zu punkten. Der dänische Rekordmeister hatte mit einer harten und mitunter rustikalen Gangart Erfolg und konnte im Schlussdrittel aus einem 2:3-Rückstand einen 4:3-Sieg machen.

„Die letzten beiden Gegentore hätten nicht fallen dürfen“, so SønderjyskE-Trainer Mario Simioni zum „Nordschleswiger“: „Wir haben definitiv viel mehr gekämpft als gegen Frederikshavn. Der Einsatzwillen war da, aber ich denke, dass wir noch mehr rausholen können.“

Ausgerechnet der ehemalige SønderjyskE-Stürmer Kristian Jensen erzielte anderthalb Minuten vor Schluss den aufgrund der klaren spielerischen Überlegenheit nicht unverdienten Siegtreffer gegen eine dezimierte und wacker kämpfende SønderjyskE-Mannschaft. Am Ende war aber kein Benzin mehr im Tank.

Nur zwei Ausländer bei SønderjyskE

Die Hellblauen pfeifen im Moment aus dem letzten Loch, nicht zuletzt in der Verteidigung, wo neben Daniel Galbraith die beiden Starverteidiger Mike Little und Matt Prapavessis fehlen, Prapavessis sogar bis zu fünf Wochen. Ein Kurzzeit-Vertrag mit einem neuen Verteidiger ist ein Thema gewesen, doch bei SønderjyskE scheint man zu der Erkenntnis gelangt zu sein, dass bei so vielen Ausfällen ein neuer Verteidiger allein den großen Unterschied nicht ausmachen kann. Das Geld ist für eine spätere Neuverpflichtung besser aufgehoben.

In der Abwehr musste der angeschlagene Daniel Kønig Hansen auf die Zähne beißen, Marco Petersen aus der zweiten Mannschaft reaktiviert werden, Rasmus Lyø und Oliver Gatz Nielsen Doppelschichten schieben und die 19-jährigen Andreas Holzmann und Kasper Diedrichsen viel Verantwortung übernehmen.

Im Sturm fiel auch noch Cameron Brown aus. SønderjyskE spielte somit ohne drei seiner fünf Ausländer. Dafür trafen die Importe aus der dänischen Hauptstadt-Region, William Boysen, Yannick Vedel und Anders Førster.

Herning tonangebend

Überraschend war es nicht, dass Herning Blue Fox mit seinen sechs Legionären und zahlreichen dänischen Nationalspielern dominierte und gleich in der dritten Minute in Führung ging. Seitens der Gastgeber gab es nur gelegentliche Entlastungsangriffe, einer davon führte bereits 75 Sekunden nach dem Rückstand zum Ausgleich.

SønderjyskE stand unter Druck, konnte sich aber mit einer guten Defensivleistung im Tor lange im Spiel halten und sogar zweimal in Führung gehen.

Es fehlte in der Schlussphase aber die Kraft. Die Gäste kamen zu leicht zu den letzten beiden Toren und entführten alle drei Punkte.

„Wir haben ohne drei Verteidiger und ohne drei Ausländer gespielt, und das gegen ein Topteam, aber wir wollen nicht nach Entschuldigungen suchen. Wenn uns Leute in der Defensive fehlen, müssen wir hinten kompakter stehen. Nico im Tor (Nicolaj Henriksen, d. Red) hat uns mit vielen Paraden im Spiel gehalten. Herning hatte mehr als doppelt so viele Schüsse aufs Tor wie wir, aber die letzten beiden Gegentore durften so nicht fallen“, meint Mario Simioni, der sich neben dem Einsatzwillen auch über zwei Powerplay-Tore freute.

SønderjyskE - Herning Blue Fox (1:1,1:1,1:2) 3:4

0:1 Marcus Jensen (2:49), 1:1 William Boysen (4:04/Ass.: Oliver Gatz Nielsen), 2:1 Yannick Vedel (22:33/Ass.: Martin Eskildsen, Brendan Harms/5 gegen 4), 2:2 Morten Poulsen (30:48/5 gegen 4), 3:2 Anders Førster (45:20/Ass.: Rasmus Lyø, Steffen Frank), 3:3 Lukas Bang Przemieslo (48:53), 3:4 Kristian Jensen (58:27).

Zeitstrafen: SE 4x2 – HBF 1x10 (Patrick Madsen) und 6x2 Minuten. Schiedsrichter: Daniel Bøjle/Rasmus Toppel. Zuschauer: 375.

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