Schutz vor den Fluten

Deichverstärkung: 450 Häuser sind jetzt sicherer

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Havneby
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Vor wenigen Wochen waren noch Baumaschinen bei der Deichverstärkung im Einsatz. Foto: Volker Heesch

Deichgraf Magnus Skak Jensen meldet den Abschluss der Deichverstärkung bei Havneby. Alles deutet auf eine Übernahme des Großteils der Kosten durch den Staat hin.

Ein jahrelanges Tauziehen um die Finanzierung hat die Verstärkung des 600 Meter langen Abschnittes des Deiches bei Havneby begleitet. Deichgraf Magnus Skak Jensen berichtet mit Erleichterung, dass die im Frühjahr begonnene Verstärkung des Deiches erfolgreich abgeschlossen werden konnte. „Vor acht Tagen sind wir fertig geworden“, berichtet er.

„Gras wird aber erst im Herbst angesät“, fügt er unter Hinweis auf die anhaltende Trockenheit hinzu. „Der Deich hat jetzt durchgehend eine Höhe von 5,25 Metern über Normalnull“, erklärt der Deichgraf und erinnert daran, dass die Deichkrone auf dem jetzt gesicherten Abschnitt teilweise nur noch 4,60 und 4,70 Meter über den Wert des mittleren Hochwassers ragte.

1993 bereits verstärkt

1,4 Kilometer des zwei Kilometer langen Deiches waren 1993 bereits verstärkt worden. „450 Häuser hinter dem Deich sind jetzt sicherer“, erklärt Skak Jensen. Diese liegen auf einer Höhe von unter 4 Metern unter Normalnull. Weitere auf einer Höhe von 4,50 Metern. „Es drohten bei Überschwemmungen Millionenverluste“, fügt Skak Jensen hinzu, der während der vergangenen Monate und Jahre mit Unterstützung der Kommune Tondern Folketingspolitikern und dem Umwelt- und Nahrungsmittelminister die gefährliche Lage bei Havneby erklärt hat.

„Der neue Minister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) hat uns die Übernahme des größten Teils der Baukosten in Höhe von 1,4 Millionen Kr. in Aussicht gestellt. Aber beschlossen ist noch nichts“, so der Deichgraf. Er ist aber optimistisch, denn in diesem Jahr wurden 9 Millionen Kronen vom Staat für Deichverstärkung bewilligt. Bisher liegt nur der Antrag auf Kostenübernahme beim Havnebyer Projekt vor. Die Kommune Tondern, die die Bauarbeiten auf eigene Faust in Angriff genommen hat, fordert fünf Sechstel der Baukosten vom Staat, entsprechend dem früher geltenden Schlüssel.

Nicht nur höher – auch stabiler

Skak Jensen erklärt, dass der jetzt verbesserte Deichabschnitt nicht nur höher ist. Er ist durch Nutzung von 9.000 Kubikmeter Klei als Baumaterial auch stabiler geworden als der alte Abschnitt, der vor allem aus Sand bestand. An der Klei-Entnahmestelle in der Ballumer Marsch ist ein neues Vogelschutzgebiet entstanden.

Froh ist Skak Jensen auch über die Bereitstellung von Mitteln u. a. des Nationalparks und des LAG-Förderprogramms in Höhe von 165.000 Kronen, mit denen der Weg samt Pforten auf dem Deich neu angelegt worden ist. „Der Deich-Wanderweg ist schon viel genutzt worden“, freut sich der Deichgraf. Er habe an einem Nachmittag mehrere Hundert Spaziergänger gezählt.

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