Todesfall

Musik lag Silke schon immer am Herzen

Musik lag Silke schon immer am Herzen

Musik lag Silke schon immer am Herzen

Rennberg/Rendbjerg
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Silke Schultz hat nie den Mut verloren. Foto: Karin Riggelsen

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Silke Schultz, die Musikpädagogin der Institutionen der deutschen Minderheit, wollte sich vom Brustkrebs nicht besiegen lassen. Sie entschlief am Dienstag im Beisein ihrer Lieben.

Die 54-jährige Silke Schultz war fast 20 Jahre lang in den Institutionen der deutschen Minderheit ein immer freudig erwarteter und hochrespektierter Gast. Ob Instrumentalunterricht in den Schulen oder Gesangs- und Bewegungsspiele im Freien – mit viel Gefühl bezog die vierfache Mutter die vielen Jungen und Mädchen in den musikalischen Unterricht ein.

Beliebt waren auch in den vergangenen zehn Jahren die zahlreichen Konzerte mit ihrem festen Kompagnon Vagn Hansen im Duo „Silke og Vagn“.

Für sie ging Anfang dieser Woche ein sehr schwerer jahrelanger Kampf zu Ende. Die Brustkrebspatientin bekam am Dienstag im Sonderburger Krankenhaus ihren Frieden. Um sie trauern ihr Mann Claudius und die Kinder Florian (28), Felix (23), Jonathan (21) und das Kind aus Silkes erster Ehe, der 33-jährige Benjamin.

Die Liebe in Sonderburg gefunden

Silke Schultz kam 1991 von Erfurt nach Sonderburg zum damaligen Kundencenter des Otto-Versands. Dort traf sie Claudius Schultz, den sie im Februar 1993 heiratete.

Silkes Herz brannte schon immer für die Musik. Sie war pädagogisch ausgebildete Kindergärtnerin, und in der einstigen DDR war Musik ein fester Teil dieser Ausbildung.

Silke Schultz Foto: Karin Riggelsen

Zuerst war Silke Schultz Schwangerschaftsvertretung beim Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig. Später führte sie als selbständige Musikerin die Kinder in den deutschen Institutionen auf spielerische Weise in die Welt der Musik ein.

Breit gefächertes Programm

Die Familie Schultz wohnt in Rennberg (Rendbjerg). Vor über zehn Jahren traf Silke dort bei einem Fest den Nachbarn Vagn Hansen, der auch musizierte. Das Duo „Silke og Vagn“ wurde gegründet und unterhielt bei vielen Festen und Feiern mit einem sehr breit gefächerten Repertoire: mit irischer Musik, das war Silkes Leidenschaft, mit Schlagern oder dänischen Volksliedern oder auch Kirchenmusik.

Silke Schultz bei einer Konfirmation in Loit Kirkeby (Løjt Kirkeby) Foto: Karin Riggelsen

Ein gutes Zuhause geschaffen

Das sehr gemütliche Zuhause in Rennberg war die Domäne von Silke Schultz. „Sie war ein Familienmensch“, wie ihr Mann meint. So blieb die junge Mutter nach der Geburt der Kinder so lang wie möglich bei den Buben, die erst im Alter von drei Jahren in den Kindergarten kamen.

Sie war unerschrocken, sehr lieb – und sie hat bis zum Ende gekämpft.

Claudius Schultz, Rennberg

2017 die Diagnose Brustkrebs

Claudius Schultz beschreibt seine Frau als einen fröhlichen Menschen, der nicht zuletzt in den letzten schweren Jahren noch lebensbejahender wurde. „Sie war unerschrocken, sehr lieb – und sie hat bis zum Ende gekämpft“, meint er.

Bei Silke wurde Ende 2017 Brustkrebs diagnostiziert. Sie wurde operiert, sie hatte eine harte Chemotherapie und erhielt anschließend viele Strahlenbehandlungen in Vejle.

Bei der Schleswigschen Partei wurde Silke Schultz zum Aushängeschild für den Protest gegen die für Krebspatienten sehr lange Fahrt nach Vejle statt Flensburg. Sie wollte für andere Patienten etwas Gutes tun.

Metastase und Ödem

Ende Mai 2020 diagnosizierte man bei Silke Metastasen in den Knochen. Die Metastasen verbreiteten sich trotz zahlreicher Behandlungen, und Anfang Juli fanden die Ärzte eine Metastase in ihrem Gehirn. Das daraus resultierende Ödem drückte auf ihr Sprachzentrum. Das Ödem wurde erfolgreich behandelt, und Silke ging es wieder besser.

So nahm Silke Schulz im September auch am Knivsbergfest teil und sorgte dort wie immer für die musikalische Begleitung beim Gottesdienst.

Silke Schultz zu Hause in Rennberg Foto: Karin Riggelsen

Bis Mittwoch vergangener Woche war Silke Schultz zu Hause und fuhr nur zur Behandlung nach Odense. Am Mittwoch wurde sie aufgrund von Nebenwirkungen ins Sonderburger Krankenhaus eingewiesen. Am Freitag erhielt sie die Nachricht, dass man ihr jetzt nicht mehr helfen könne. Claudius Schultz ließ sich selbst als Angehöriger einweisen, um bei ihr zu sein.

Silke Schultz (r.) bei einem Gottesdienst auf dem Knivsberg Foto: Karin Riggelsen

Am Montag ging es ihr ein wenig besser. Sie freute sich noch sehr über die 30 roten Rosen von ihrem Mann. Sie war erschöpft und schlief immer wieder ein. In ihren letzten Tagen war immer jemand von der Familie bei ihr. Am Dienstag ist sie im Beisein ihres Mannes und ihrer gemeinsamen Kinder entschlafen.

„Sie ist eingeschlafen, wie sie es wollte. Ganz ruhig und ohne Stress“, so Claudius Schultz.

Musik-Silke, wie sie liebevoll genannt wurde, wird am Dienstag, 28. September, 14 Uhr, von der Schlosskirche in Gravenstein (Gråsten) aus beerdigt.

Nachruf auf Silke Schultz

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