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Thomas Nørgaard bekennt sich zu Sønderjyske – aber wie lange noch?

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Thomas Nørgaard gefällt es an seinem Arbeitsplatz im Haderslebener Idrætscenter weiter gut.

Die Angebote aus dem In- und Ausland häufen sich. Der Sønderjyske-Trainer ist bei anderen Klubs begehrt, hat aber bislang alle Anfragen abgelehnt. Der 42-Jährige erzählt, was ihn weiter an Sønderjyske reizt.

Seit zwei Jahren steht Thomas Nørgaard mittlerweile bei Sønderjyske an der Seitenlinie. Der 42-Jährige hat die Hellblauen mit einem klaren Konzept in die Fußball-Superliga zurückgeführt und bei Saisonhalbzeit Kurs auf den Klassenerhalt, obwohl Sønderjyske im Oberhaus mit dem niedrigsten Budget ins Rennen gegangen ist.

Die Erfolge sind auch bei größeren Klubs aufgefallen. Angebote aus dem In- und Ausland flattern regelmäßig zur Tür herein.

Vertrag bis Mitte 2027

„Das Interesse wird nur steigen, denn er ist ein verdammt tüchtiger Trainer. Es war wichtig für mich, dass wir im vergangenen Jahr den Vertrag mit ihm verlängern konnten“, sagt Sønderjyske-Sportchef Casper Daather.

Der Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2027, doch es wäre eine Überraschung, wenn der Erfolgstrainer so lange bei Sønderjyske bleiben würde.

Nach Informationen des „Nordschleswigers“ hat Thomas Nørgaard zuletzt ein Angebot des norwegischen Titelkandidaten Molde abgewiesen, vor einigen Monaten war es der schottische Erstligist Hearts of Midlothian, der sich einen Korb einhandelte. Eines von mehreren Angeboten aus dem Ausland. Zudem war er mit den dänischen Superligisten Viborg FF und FC Nordsjælland in Gesprächen und stand bei Brøndby IF auf der Kandidatenliste, die Wahl fiel aber auf einen anderen.

Thomas Nørgaard übernahm im Januar 2023 eine Sønderjyske-Mannschaft, die in der 1. Division einen erheblichen Rückstand auf die Aufstiegsplätze hatte.

Der 42-Jährige will die Angebote oder die Vereinsnamen nicht kommentieren.

Klassenerhalt mit Sønderjyske

„Ich konzentriere mich darauf, über den Klub zu sprechen, der mein Gehalt zahlt. Ich kann nicht beeinflussen, was von außen kommt. Wir müssen ständig Entscheidungen treffen. Hier und jetzt ist meine Entscheidung, dass ich versuchen werde, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass Sønderjyske auch in der kommenden Saison in der Superliga spielt“, sagt Thomas Nørgaard im Interview mit dem „Nordschleswiger“

Er führt an, dass man über zwei Jahre gemeinsam ein gutes Fundament geschaffen habe und er einen abgeklärten Spielerkader und einen Verein sehe, der sich in die richtige Richtung entwickelt. Mannschaft, Stab und Klub seien in der jetzigen Konstellation gut füreinander.

„Wir entwickeln Spieler, die für den Klub zu einem guten Case werden und den Sprung in die große, weite Welt schaffen können. Und es ist klar, dass ich wie alle anderen auch selbstverständlich Träume, Hoffnungen und Ambitionen habe“, so Thomas Nørgaard.

Thomas Nørgaard

Wann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt in der Karriere ist, wann ein Angebot von außen attraktiv genug ist und wann Sønderjyske nicht mehr reizvoll ist, kann er nicht sagen.

Der Hunger ist entscheidend

„Das weiß ich nicht. Das sind zu komplexe Fragen. Ich sehe einen Klub, der sich in die richtige Richtung bewegt und zulegen möchte. Wir legen bei der Rekrutierung von Spielern sehr großen Wert darauf, dass sie hungrig sind. Und so ist es auch bei mir. Solange ich diesen Hunger spüre, uns ständig weiterentwickeln zu wollen, fühle ich mich bei Sønderjyske sehr wohl“, unterstreicht der Trainer.

Mehrmals in der Woche pendelt er zwischen seinem Hauptwohnsitz in der Hauptstadtregion und Hadersleben hin und her.

Thomas Nørgaard mit seinen Co-Trainern Simon Poulsen und Lasse Frølund.

„Ich sitze gerne im Auto, der Abstand ist kein Problem. Und für mich ist es mittlerweile einfacher, eine zusätzliche Fahrt nach Hause einzulegen. Anfangs hatte ich das Gefühl, hier in Hadersleben etwas zu verlassen, wo noch Arbeit zu verrichten war. Jetzt ist unser Fundament stärker, und ich habe einen verdammt tüchtigen Stab. Da fällt es einem leichter, auf der privaten Front etwas zurückzuzahlen, wo man anfangs das Gefühl hatte, sehr oft weg von der Familie zu sein“, sagt Thomas Nørgaard.

Sein voller Fokus liegt auf dem Kampf gegen den Abstieg mit Sønderjyske. Gespannt wird man verfolgen, ob er auch über diese Saison hinaus Trainer von Sønderjyske sein wird.