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Lobende und versöhnliche Worte zur Integrationspolitik

Lobende und versöhnliche Worte zur Integrationspolitik

Lobende und versöhnliche Worte zur Integrationspolitik

Apenrade/Aabenraa
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Die Integrationspolitik, die am Mittwoch vom Kommunalrat verabschiedet wurde, umfasst zehn A4-Seiten. Foto: Anke Haagensen

Der Apenrader Stadtratsabgeordnete Erik Uldall Hansen hat seine Wunden geleckt und muss gestehen: Das Arbeitspapier ist sogar noch besser geworden als die Vorlage, die der Ad-hoc-Ausschuss unter seiner Leitung ausgearbeitet hatte.

Der Kommunalrat von Apenrade hat auf seiner November-Sitzung am Mittwoch eine Integrationspolitik mit vielen guten Worten verabschiedet – und noch dazu einstimmig.

Im Februar dieses Jahres hatte ein von einem Ad-hoc-Ausschuss ausgearbeiteter Entwurf noch zum Eklat geführt. Eine Mehrheit im Arbeitsmarktausschuss – angeführt vom Vorsitzenden Ejler Schütt (heute parteilos, damals noch Mitglied der Dänischen Volkspartei, DF) hatte den Entwurf verworfen. Die beiden Sozialdemokraten in diesem Fachausschuss hatten deshalb von ihrem Recht Gebrauch gemacht, eine Ausschussentscheidung vom gesamten Stadtrat prüfen zu lassen.

Heftige, hitzige Debatte

Auf der Februarsitzung des Stadtrates wurde der Punkt dann auch heftig und sogar zum Teil sehr hitzig diskutiert. Am Ende dieser langen Debatte und einer Verhandlungspause einigte sich der Stadtrat dann darauf, dass der Arbeitsmarktausschuss bis zum Jahresende eine Integrationspolitik erarbeiten muss, wobei der vom Ad-hoc-Ausschuss ausgearbeitete Entwurf ein inbegriffener Teil des Papiers sein solle.

Konstruktive Diskussionen

Seit Februar hat der Arbeitsmarktausschuss sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt und auch um die konkreten Formulierungen gerungen. Wie der Vorsitzende Ejler Schütt dem „Nordschleswiger“ gegenüber betonte, habe der Ausschuss trotz unterschiedlicher politischer Ansichten immer konstruktiv diskutiert, an Worten und Formulierungen gefeilt und schließlich auch einen Konsens gefunden. Der Entwurf wurde im Fachausschuss dann auch einstimmig dem Stadtrat zur endgültigen Gutheißung zugeführt.

Lob von Uldall Hansen

Als Allererstem nach dem Ausschussvorsitzenden Ejler Schütt erteilte Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre) dem damaligen Vorsitzenden des inzwischen aufgelösten Ad-hoc-Ausschusses, Erik Uldall Hansen (Soz.), das Wort. Insbesondere auf dessen Stellungnahme durften die Zuhörer im Saal und an den Geräten zu Hause gespannt sein. Schließlich war das Gros der Kritik im Februar auf seine Person gemünzt gewesen.

Uldall Hansen zeigte sich versöhnlich, lobte ausdrücklich die neue Integrationspolitik. „Unser Entwurf war schon gut, aber der neue ist nicht schlechter. Im Gegenteil, er ist an manchen Stellen sogar besser“, lautete sein Urteil.

Die Kritik hat an Uldall genagt

In einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ zwei Tage nach der Sitzung ist dem sozialdemokratischen Herausforderer von Thomas Andresen im Kampf um die Bürgermeisterkette anzumerken, dass er die Worte und Vorwürfe der politischen Gegner zwar überwunden, aber nicht vergessen hat. „Ja, die ganze Situation hat mich noch eine ganze Weile beschäftigt“, gibt er zu.

Lob an die Kollegen

Allerdings freue er sich inzwischen darüber, dass der Entwurf des Ad-hoc-Ausschusses in der Überarbeitung des Arbeitsmarktausschusses politisch sogar auf ein höheres Level gehoben wurde. „Ich denke, dass ich meinen beiden Parteikollegen Kim Brandt und Dorrit Knudsen wirklich zu Dank verpflichtet bin. Ich weiß, dass das Thema Integration insbesondere Dorrit am Herzen liegt. Ich war deshalb voller Zuversicht, dass sie schon dafür Sorge tragen würde, dass das Endprodukt gut werden würde. Und das ist es geworden. Wirklich gut“, unterstreicht Erik Uldall Hansen.

Glänzende Idee

Und großes Lob gebühre demjenigen, dem eingefallen sei, dass die Integrationspolitik in mehrere Sprachen übersetzt werden solle. „Das ist wirklich eine glänzende Idee“, so Uldall Hansen.

Er hatte sich am Mittwoch auch über ein paar Aussagen der politischen Kontrahenten gefreut. So wird sich der Sozialdemokrat insgeheim sicherlich bestätigt fühlen, als der konservative Fraktionssprecher Rasmus Elkjær Larsen feststellte, dass sich die beiden Entwürfe nicht großartig voneinander unterschieden. „Es steht ja nahezu das Gleiche drin“, stellte er fest und fügte später noch ein „glücklicherweise“ hinzu.

Besonders gut hätte ihm aber getan, so Uldall, dass Venstres Bent Sørensen auf der Sitzung am Mittwoch sagte, dass Integration eine wichtige Sache sei. „Es herrscht kein Zweifel, dass man stärker wird, wenn man Teil einer Gemeinschaft ist, wenn man die Sprache kann und wenn man Teil des Arbeitsmarkts ist“, betonte Sørensen. Auf der Februar-Sitzung hatte Erik Uldall Hansen seinen Venstre-Kollegen aufgrund seiner zum Teil sehr persönlichen Kritik kaum wiedererkannt. „Das war wieder der Bent, den ich kenne“, so Uldall versöhnt.

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