Deutsche Minderheit

Spitze des „Grænseforeningen“ besucht deutsche Minderheit

Spitze des „Grænseforeningen“ besucht deutsche Minderheit

Spitze des „Grænseforeningen“ besucht deutsche Minderheit

Apenrade/Aabenraa/Knivsberg/Knivsbjerg
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Der Vorsitzende des Vereins „Grænseforeningen“, Bischof Peter Skov-Jakobsen (l.) unternahm mit dem BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen (Mitte) und dem Generalsekretär des Vereins, Knud Erik Therkelsen, eine Besichtigung des „Lernortes“ Knivsberg (Knivsbjerg). Auf dem Foto stehen sie vor dem Haus Knivsberg, das 1931 als Langbehnhaus errichtet worden war. Foto: Volker Heesch

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Der Vorsitzende des Traditionsvereins zur Förderung der dänischen Minderheit in Südschleswig, Bischof Peter Skov-Jakobsen, informierte sich im Deutschen Museum Nordschleswig, im Haus Nordschleswig und auf dem Knivsberg. Der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen stellte dem Gast aus Kopenhagen das Konzept Lernort vor.

Am Montag hat der Vorsitzende des dänischen Grenzvereins „Grænseforeningen“, der Bischof von Kopenhagen, Peter Skov-Jakobsen, der deutschen Minderheit in Nordschleswig einen Besuch abgestattet. Begleitet vom scheidenden Generalsekretär des Traditionsverbandes, Knud Erik Therkelsen, besuchte Skov-Jakobsen zunächst das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg (Sønderborg).

Viel Neues kennengelernt

„Ich habe viel Neues zur Geschichte der deutschen Minderheit bei der Führung durch Archivleiterin Nina Jebsen kennengelernt“, berichtete Peter Skov-Jakobsen an der letzten Station im Verlauf des Besuchs, auf dem Knivsberg.

Im Haus Nordschleswig in Apenrade hatten der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, sowie der Kommunikationsschef des BDN und Leiter des Sekretariats der deutschen Minderheit in Kopenhagen, Harro Hallmann, die Gäste aus Kopenhagen über die aktuellen Anliegen der deutschen Minderheit informiert.

Auf dem Knivsberg übernahm Hinrich Jürgensen die Führung. Er stellte kurz den Betrieb der Bildungsstätte des Deutschen Jugendverbandes vor. Er erläuterte, dass es aktuell darum gehe, die Nutzung der modernisierten Einrichtungen durch die Minderheit selbst zu intensivieren.

Hinrich Jürgensen stellte Knud Erik Therkelsen und Peter Skov-Jakobsen (v. l.) auch die Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege auf dem Knivsberg vor. Foto: Volker Heesch

Eine wichtige Rolle spielte in Jürgensens Ausführungen die selbstkritische Auseinandersetzung der deutschen Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger mit ihrer eigenen Geschichte.

„Wir können nicht vor unserer Geschichte davonlaufen“, so Jürgensen an der Gedenkstätte für die Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Dabei erläuterte er die Umstände der Aufnahme auch von Namen von Personen auf Gedenktafeln, die mit Sicherheit oder möglicherweise an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein können.

„Wir erleben großes Interesse bei Führungen und Erläuterungen gerade auch bei vielen dänischen Gruppen“, so Jürgensen, der auf die Zugänglichkeit des Knivsbergs für alle Interessierten verwies.

Der Knivsberg steckt voller Geschichte. Dieser Stein am „Haus Knivsberg“ erinnert an das Engagement der Reederfamilie Jebsen für den Knivsberg. Jacob Jebsen (1870-1941) war der Sohn des Erbauers des 1945 gesprengten Knivsbergturms, des Reichstagsabgeordneten und Schiffsreeders Michael Jebsen. Foto: Volker Heesch

Jürgensen betonte, dass es kein leichter Prozess innerhalb der Minderheit gewesen sei, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Er berichtete über das aktuelle Forschungsprojekt des Stipendiaten Jon Thulstrup, das neue Erkenntnisse zur Epoche der Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg bringen dürfte. Auch auf die Umbenennung des Langbehnhauses in Haus Nordschleswig ging Jürgensen ein.

Hinrich Jürgensen stellte der Delegation des „Grænseforeningen" auch die Kunstwerke im Innern des „Hauses Knivsberg“ vor. Auf dem Foto ein Gemälde Niko Wöhlks. Foto: Volker Heesch i

Bei der Besichtigung wurden die Bilder A. Paul Webers in Augenschein genommen, die auf Wunsch des Stifters der einstigen, 1931 eröffneten Jugendherberge, Alfred C. Toepfer (1894-1993) vor allem an die nach dem Ersten Weltkrieg von Deutschland abgetretenen Städte und Landschaften erinnern sollten.

Der einstige Wandervogel Toepfer hatte den Wunsch, das Haus nach dem Haderslebener Schriftsteller Julius Langbehn (1851-1907) zu benennen, der vor allem die Wandervogelbewegung beeinflusste, aber auch phasenweise durch antisemitische Schriften aufgefallen ist.

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