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Klassenerhalt vor Augen lässt Dal Hende emotional werden

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Olay Hyseni und Tobias Sommer konnten in Aalborg einen vielleicht schon vorentscheidenden Schritt im Abstiegskampf machen.

Der dritte Sieg hintereinander beim 3:2-Erfolg in Aalborg war ein großer Schritt im Abstiegskampf. Der Kapitän ist stolz auf die Reaktion der Sønderjyske-Mannschaft nach der Talfahrt zu Jahresbeginn.

Die Partystimmung in den Katakomben des Aalborg Portland Park war nicht zu überhören. In der Umkleidekabine von Sønderjyske wurden nicht nur die drei Punkte aus dem 3:2-Sieg gegen AaB gefeiert, sondern auch der große und vielleicht schon vorentscheidende Schritt im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Superliga.

„Wir haben einen großen Schritt gemacht und sind nah dran, aber es stehen noch fünf Spiele aus, und wir wollen den Klassenerhalt in den nächsten Spielen perfekt machen. Wir wollen die Serie ausbauen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir das letzte Mal in der Superliga drei Spiele in Folge gewonnen haben“, sagt Marc Dal Hende zum „Nordschleswiger“.

Den Hellblauen stand vor wenigen Wochen noch das Wasser bis zum Hals; sie haben aber mit drei Siegen innerhalb einer Woche einen beeindruckenden Befreiungsschlag hingelegt, der auch den Sønderjyske-Kapitän nicht kaltlässt.

Marc Dal Hende verkörpert den Überlebensinstinkt vergangener Sønderjyske-Tage.

„Ich bin fast schon bewegt, wenn ich daran denke, dass ich meinen Beitrag leisten kann, dass der Klub, der mir am meisten bedeutet, in der Superliga überlebt. Ich werde auf jeden Fall alles geben“, so Marc Dal Hende.

An seiner leicht zitternden Stimme ist zu erkennen, dass dies nicht nur leere Worte sind.

„Wir sind nach einer aus vielerlei Gründen schlechten Saisonvorbereitung so schlecht ins neue Jahr gestartet und haben einfach ein Gegentor nach dem anderen hingenommen. Wir haben uns innerhalb der Mannschaft in die Augen geschaut, die Dinge umbiegen und jetzt drei Siege innerhalb einer Woche gegen die drei Konkurrenten holen können. Ich bin voller Stolz, wie wir reagiert haben“, sagt der 34-Jährige, der Sønderjyske zum Saisonende nach insgesamt sechseinhalb Jahren verlassen wird.

Der Vizemeister von 2016 verkörpert die Siegermentalität und das Überlebensinstinkt vergangener Sønderjyske-Tage, sieht sich aber nicht allein in dieser Rolle.

Freude nach Spielende bei Maxime Soulas und Daniel Gretarsson

„Wir haben viele Leute mit einer starken Mentalität, die das eigene Tor mit ihrem Leben beschützen wollen“, sagt Marc Dal Hende, der gelungene Rettungsaktionen mit der gleichen Intensität wie einen Torerfolg feiert: „Das gehört für mich dazu, wenn man eine Siegerkultur aufbauen will. Wir haben in diesem Bereich große Schritte nach vorne gemacht. Ein Bundgaard im Tor ist auch ein Garant für diese Mentalität, aber ich sehe viele, die eingesprungen sind, jetzt, wo beispielsweise unser Kapitän (Rasmus Vinderslev, d. Red.), der immer vorangeht, seit drei Spielen verletzt gefehlt hat“, meint Marc Dal Hende.

Auch sein Trainer zeigt sich begeistert, wie die Sønderjyske-Fußballer in der „Woche der Wahrheit“ agiert haben.

„Ich habe von den Spielern und vom Stab eine extrem starke Leistung sehen, in mentaler und körperlicher Hinsicht“, so Thomas Nørgaard zum „Nordschleswiger“.

Thomas Nørgaard zeigt sich von seiner Mannschaft beeindruckt.

Sønderjyske hatte mit drei Spielen in sieben Tagen bis zu vier Tage weniger Regenerationszeit als die Konkurrenz.

„Wir haben früh entschieden, dass wir nicht darüber jammern wollten. Das war hart, und die Spieler sind müde, haben aber diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Die Fähigkeit, als Einheit aufzutreten, und der Wille, sich in den Dienst der Mannschaft und nicht infrage zu stellen, wieso gewechselt und nicht gewechselt wird, sehe ich als wichtige Faktoren für den Erfolg der Mannschaft“, meint der Sønderjyske-Trainer.

Die Hellblauen mussten beim 3:2-Sieg in Aalborg mehr zittern als zuvor gegen Vejle und Lyngby.

Nach 271 Minuten ohne Gegentor musste Marcus Bundgaard wieder hinter sich greifen. Der Sønderjyske-Torwart war daran jedoch schuldlos.

„Die volle Kontrolle hatten wir nicht, aber das hat man gegen AaB nie. Die haben viele gute Individualisten, und da geht es darum, unsere eigenen Momente zu finden und mit den Momenten gut umzugehen, in denen wir nicht in Ballbesitz sind. Großes Lob an die Mannschaft, dass sie den Sieg geholt hat“, so Nørgaard, der davor warnte, nach diesem Sieg abzuheben.

„Ich kann gar nicht ausrechnen, wie nah wir am Klassenerhalt sind. Ich weiß nur, dass wir noch um 15 Punkte spielen. Hier feiert keiner frühzeitig. Wir freuen uns lediglich über einen wichtigen Sieg, und das fühlt sich gut an“, meint der Sønderjyske-Trainer.