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Festliches Feuerwerk beim Abschied von Marc Dal Hende

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Marc Dal Hende kämpfte mit den Tränen, als er in der 88. Minute bei großem Applaus vom Publikum, von Mit- und Gegenspielern ausgewechselt wurde.

Gänsehaut, Tränen und stehende Ovationen. Der 34-Jährige hätte sich seinen Abschied nicht besser vorstellen können. Sønderjyske-Fußballer voller Spielfreude demütigten und deklassierten Lyngby und schickten mit einem berauschenden 5:1-Sieg den Gegner in die 1. Division.

„Ich hätte mir meinen Abschied vom eigenen Publikum nicht besser vorstellen können. Ich bin voller Stolz und auch gerührt, wie ich von Sønderjyske verabschiedet worden bin. Ich hatte mir nicht in meinen kühnsten Träumen vorgestellt, dass ich nach Schlusspfiff auf der Fantribüne der Capo sein würde, von den Fans ein solches Tifo und vom Klub ein Wandgemälde im Spielertunnel bekommen würde. Das ist alles sehr überwältigend“, so ein bewegter Marc Dal Hende zum „Nordschleswiger“.

Der Hype um den Kapitän war bereits vor seinem letzten Heimspiel groß. Trikots von Dal Hende waren im Fanshop ausverkauft, und es hatte nicht nur vor Spielbeginn und auf den Rängen ein festliches Feuerwerk gegeben, sondern anschließend auch auf dem Rasen.

Die Sønderjyske-Fußballer waren eine Woche nach der Nicht-Abstiegs-Party noch keineswegs den Sommerurlaub angetreten, sondern zeigten eine berauschende Vorstellung mit spektakulären Toren beim 5:1-Sieg gegen eine überraschend harmlose und überforderte Lyngby-Mannschaft, wo nur schwer zu erkennen war, dass das Spiel in Hadersleben die letzte Chance auf den Klassenerhalt war.

Marc Dal Hende mit seinen beiden Töchtern Ella und Tilde sowie Nichte Emily.

Für Sønderjyske ging es in der Tabelle um nichts mehr, Lyngby bekam dennoch nichts geschenkt. Ebube Duru klärte binnen weniger Sekunden gleich zweimal auf der eigenen Torlinie und wurde von Torwart Marcus Bundgaard abgefeiert, als hätte er gerade eigenhändig den Klassenerhalt gesichert.

Lyngby wurde aber nur selten gefährlich. Ganz anders Sønderjyske. Von der Abstiegsangst befreit, trumpften die Hellblauen voller Selbstvertrauen und Spielfreude auf.

Die Tore zum 1:0, 4:0 und 5:1 hätten fast nicht schöner herausgespielt werden können. Den Schlusspunkt in Sachen Tore setzte ein Debütant, der 18-jährige Sonderburger Albert Rrahmani.

Die Mannschaftskameraden zollten dem Kapitän Respekt.

„Ich bin voller Stolz, dass es uns gelungen ist, solch ein Fußballspiel hinzulegen, damit wir mit den Fans den Klassenerhalt feiern und Marc verabschieden zu können“, so Thomas Nørgaard.

Der Sønderjyske-Trainer hatte seinen Kapitän in der 88. Minute ausgewechselt, bei stehenden Ovationen vom Publikum, aber auch mit großem Applaus von Mit- und Gegenspielern.

„Marc ist ein feiner Kerl, sowohl als Mensch als auch als Spieler. Er hat vollkommen zurecht Lob für die letzten zehn Spiele auf dem Platz bekommen, aber in meinen Augen hat er in dieser Saison schon von Tag eins an zu diesem Klassenerhalt beigetragen. Das können aber vielleicht nur wir sehen, die im Maschinenraum sind“, sagt Nørgaard.

Der 34-Jährige hatte in seinem letzten Sønderjyske-Jahr eine neue Rolle angenommen, wo er hauptsächlich außerhalb des Platzes eine wichtige Figur sein sollte, aber als Not am Mann war, brachte er auf dem Platz den Aufsteiger wieder auf Kurs.

Die Fans bedankten sich bei Marc Dal Hende.

„Marc ist ein Typ, der Nachlässigkeit nicht duldet. Da greift er sofort ein. Er ist aber auch aufmerksam auf Mannschaftskameraden, die wieder aufgebaut werden müssen, und auch auf die Mechanismen in einem Kader, die für einen Trainer manchmal schwer zu bewältigen sein können. Er bedeutet sehr viel für die Trainingskultur, ist ein wichtiger Sparringspartner für uns im Trainerteam, aber gleichzeitig ungemein loyal seinen Mannschaftskameraden gegenüber“, meint der Trainer, der gar nicht erst Überredungsversuche gestartet hat, Marc Dal Hende zum Bleiben zu bewegen.

„Marc hat vor mehr als einem halben Jahr mit seiner Familie entschieden, dass es zurück nach Kopenhagen geht. Ich habe schon mit Marc gearbeitet, als er 19 war, und wenn er sich etwas vornimmt, dann zieht er es auch durch. Wir werden ihn aber sehr vermissen“, so Thomas Nørgaard.

Lyngby ist mit der Pleite in Hadersleben bereits am vorletzten Spieltag gemeinsam mit AaB abgestiegen.

Lyngby war mit der 1:5-Pleite gegen Sønderjyske noch gut bedient.

Vejle Boldklub hatte die ersten zehn Saisonspiele verloren und war längst abgeschrieben, bleibt aber nach einer beeindruckenden Aufholjagd in der Superliga.

Sønderjyske - Lyngby (3:0) 5:1

1:0 Mads Agger (7.), 2:0 Alexander Lyng (24.), 3:0 Olti Hyseni (42.), 4:0 Ivan Djantou (66.), 4:1 Magnus Jensen (79.), 5:1 Albert Rrahmani (84.)

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Andreas Oggesen, Maxime Soulas, Marc Dal Hende (88.: Alberto Vogtmann), Ebube Duru – Tobias Sommer, Lukas Björklund (63.: Mohamed Cherif) – Mads Agger (46.: Sefer Emini), Alexander Lyng, Olti Hyseni (63.: Ivan Djantou) – Lirim Qamili (66.: Albert Rrahmani).

Lyngby: Jonathan Ægidius – Oskar Buur (46.: Jesper Cornelius (80.: Nikolai Baden)), Rasmus Thelander, Lucas Lissens, Leon Klassen – Gustav Fraulo, Mathias Hebo (25.: Frederik Gytkjær), Peter Langhoff – Sævar Magnusson (80.: Tobias Storm), Magnus Jensen, Lauge Sandgrav (46.: Michael Opoku).

Gelbe Karten: Alexander Lyng, Albert Rrahmani – Rasmus Thelander.

Schiedsrichter: Morten Krogh. VAR-Schiedsrichter: Jacob Karlsen.

Zuschauer: 6.398.