Minderheitenpolitik

SSF kritisiert Grenzverein

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Flensburg
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Der SSF-Vorsitzende Jon Hardon Hansen Foto: Martin Ziemer/Flensborg Avis

Der Generalsekretär des Grenzvereins hatte die Überzeugung geäußert, die Aufklärungsarbeit des Vereins über die dänische Minderheit finde in Dänemark mehr Aufmerksamkeit, wenn über Vielfalt und Fragen der Identität erzählt würde. Der SSF ist uneinig.

Der Südschleswigsche Verein SSF hält nichts von dem Vorschlag des Grenzvereins (Grænseforening), in der Aufklärungsarbeit in Dänemark über die dänische Minderheit andere Blickwinkel zu nutzen. Dies berichtet Flensborg Avis.

Nach einem Bericht der Beraterfirma Moos-Bjerre hatte Knud-Erik Therkelsen, Generalsekretär des Grenzvereins, die Überzeugung geäußert, die Aufklärungsarbeit des Vereins über die Minderheit finde in Dänemark mehr Aufmerksamkeit, wenn über Vielfalt, über Fragen der Identität oder über die Offenheit der Minderheit gegenüber der deutschen Mehrheitsbevölkerung erzählt würde – und weniger über die historischen Zusammenhänge mit der Geschichte von 1864 über 1920 bis 1955, als die Bonn-Kopenhagener-Erklärungen unterzeichnet wurden.

Keine Definition nach Geschmack der Zeit

Jon Hardon Hansen, Vorsitzender des SSF, erteilt in Flensborg Avis diesen Gedanken eine Absage: „Es kann nicht sein, dass sich die Minderheit danach richten soll, welche Erzählung bei den Dänen am besten ankommt.“ Man habe sich nicht von der Dänischen Volkspartei instrumentalisieren lassen in deren Erzählung vom Kampf des Dänentums gegen das Fremde.

Und man werde sich ebenfalls von Bord melden, wenn die Minderheit in die Debatte um Integration hineingezogen werde. Knud-Erik Therkelsen meint aber, dass heute in der dänischen Gesellschaft Fragen zur Identität gestellt würden, und von ihrer Minderheit südlich der Grenze könne Dänemark lernen. hm

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