Energiekrise

Viele Städte halten an Weihnachtsbeleuchtung fest – setzen aber auf Reduzierung

Viele Städte halten an Weihnachtsbeleuchtung fest

Viele Städte halten an Weihnachtsbeleuchtung fest

Ritzau/ml
Odense/Viborg
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Weihnachtsbeleuchtung lockt in der für den Einzelhandel wichtigsten Zeit des Jahres viele Menschen in die Innenstädte. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

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Ein Aufruf der Regierung, an öffentlichen Gebäuden Strom zu sparen und weniger zu heizen, hat in vielen Städten eine Diskussion über die anstehende Weihnachtsbeleuchtung losgetreten. Auch mit Blick auf den Einzelhandel halten viele Städte an ihr fest.

Der Dezember hat eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die Straßen und Gassen mit Ketten, Herzen und Sternen beleuchtet sind, während der Schnee auf die Stadt herabfällt. Doch die anhaltende Energiekrise droht die Weihnachtslandschaft in Dunkelheit zu tauchen – oder doch nicht?

Mehrere dänische Städte haben beschlossen, die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung anzulassen, um die festliche Stimmung – und den Einzelhandel – am Leben zu erhalten. Die Entscheidung wurde von den Verbänden der Städte getroffen, die für die meisten Weihnachtsbeleuchtungen des Landes verantwortlich sind.

Einige Städte haben sich jedoch für einen Mittelweg entschieden. In Herning zum Beispiel hält man an der Festbeleuchtung fest, schaltet die Lichter aber nur noch halb so lange ein. „Das bedeutet, dass wir die Beleuchtung für unsere Bürger morgens in der dunklen Zeit noch einschalten, und erst wieder anmachen, wenn es am späten Nachmittag dunkel wird“, sagt Hernings Stadtmanager Allan Kristensen.

Es gebe mehrere Gründe, warum sich viele Städte dafür entscheiden, die Lichter anzulassen. Wenn sie sich entschließen, sie ganz zu streichen, könnte das nach Kristensens Worten große Auswirkungen auf den Einzelhandel der Stadt haben: „Das würde das Aus für die Geschäfte bedeuten. Erst war es Corona, dann der Krieg, jetzt die Inflation. Der Einzelhandel ist einer der größten Arbeitgeber Dänemarks, und Weihnachten ist eine wichtige Zeit für ihn.“

Beleuchtung verbraucht weniger, als viele denken

Auch in Odense stehen die Geschäfte unter dem Druck der steigenden Preise. Die Weihnachtsdekoration ist eine Gelegenheit, in den dunklen Monaten Menschen in die Stadt zu locken. Peter Bøgholm, Direktor von Odense Cityforening, sagt, die Weihnachtsbeleuchtung verbrauche gar nicht so viel Strom, wie man denken könnte. Würde man sie um 42 Prozent reduzieren, würde Odense noch 12.100 Kilowattstunden für die Weihnachtsbeleuchtung verbrauchen. Das entspreche dem Jahresverbrauch von drei normalen Haushalten, sagt er.

Auch wenn der Stromverbrauch für Weihnachtsbeleuchten für Städte noch bezahlbar sei, so seien die meisten Städte dennoch auf den Zug aufgesprungen und reduzieren die Festbeleuchtung. Dies sei ein Versuch, etwas Gemeinsinn zu zeigen, so Bøgholm. „Es geht nicht wirklich darum, das Geld zu sparen, das die Städte für die Beleuchtung ausgeben müssten.“

In Viborg hat man errechnet, dass es bei einem Preis von vier Kronen pro Kilowattstunde und einer Reduzierung der Weihnachtsbeleuchtung auf ein Drittel noch 275 Kronen pro Tag kostet, die Weihnachtsdekoration eingeschaltet zu lassen.

In Roskilde wird noch über die zu treffenden Maßnahmen diskutiert. Hier entfallen 30 Prozent des Einzelhandelsumsatzes auf das Weihnachtsgeschäft. Daher wird auch dort die Weihnachtsbeleuchtung nicht ganz ausfallen, sagt der Vorsitzende von Roskilde Handel, Torben Stevold.

Diskussion nach Appell der Regierung

Die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung fand im Anschluss an die Pressekonferenz der Regierung vom 8. September statt. Dort wurde bekannt gegeben, dass öffentliche Gebäude aufgrund der steigenden Strom- und Gaspreise unter anderem beim Heizen sparen müssen. Das veranlasste sowohl die Einzelhandelskette Salling als auch das Kopenhagener Fünf-Sterne-Hotel d'Angleterre, die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung abzusagen.

Mehrere Freizeitparks des Landes, wie Tivoli und Tivoli Friheden, haben beschlossen, die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung beizubehalten.

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