Wasserknappheit in Chile

Dänische Supermärkte streichen Avocados aus Angebot

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Avocados
Foto: Scanpix

Plantagen in Südamerika verbrauchen derart viel Wasser, dass die örtliche Bevölkerung im Andenstaat darunter leidet.

Plantagen in Südamerika verbrauchen derart viel Wasser, dass die örtliche Bevölkerung im Andenstaat darunter leidet.

Zwei der größten Supermarktketten Dänemarks haben beschlossen, keine Avocados aus Chile mehr anzubieten. Die Beliebtheit der grünen Frucht hat laut Danwatch indirekt dazu geführt, dass in der chilenischen Provinz Petorca Wasserknappheit herrscht und Wälder gerodet werden.

Der Pressesprecher von Aldi Dänemark, Thomas Bang, erklärt in Politiken: "Als wir bezüglich des Berichtes von Danwatch kontaktiert wurden, haben wir den Dialog mit unserem Lieferanten gesucht und darum gebeten, dass dieser die nötigen Maßnahmen trifft, um zu vermeiden, dass Waren von Plantagen gekauft werden, die in die illegale Wassergewinnung verwickelt sind."

Chile ist einer der großen Avocado-Exporteure. Mehr als die Hälfte der dortigen Produktion stammt aus der Provinz Petorca – und der Wasserverbrauch ist enorm. Im Schnitt braucht es 70 Liter Wasser, um eine Avocado herzustellen. In Petorca allerdings werden dazu 320 Liter benötigt.

Auch die dänische Kette Dansk Supermarked (unter anderem Netto, Føtex, Bilka) hat ihre Einkaufspolitik geändert, bestätigt deren Pressechef Politiken. Die Kette kaufe nun Avocados aus anderen Ländern bzw. von anderen Lieferanten.

Laut Danwatch sind in Petorca ganze Flüsse ausgetrocknet, nachdem zahlreiche Avocado-Plantagen dort errichtet wurden. Die Bevölkerung leidet unter dem Wassermangel und laut Professor Matias Guiloff von der Uni Diego Portales in Santiago de Chile wird ihr das Menschenrecht auf Wasserzugang genommen. "Wir sprechen hier von Menschen, die täglich mit Wasserknappheit konfrontiert sind und die durch Lastwagen mit Wasser versorgt werden müssen. Ich meine, dass dies nicht nur ihre Möglichkeit beiträchtigt, ein Leben in Würde zu leben. Es beeinträchtigt auch ihre Möglichkeit, ihre traditionellen landwirtschaftlichen Familienbetriebe weiterzuführen."

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