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Medienbericht: Regierungschefin will alle Corona-Beschränkungen aufheben

Medienbericht: Regierungschefin will alle Corona-Beschränkungen aufheben

Regierungschefin will alle Corona-Beschränkungen aufheben

Ritzau/hm/kj
Kopenhagen
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Offenbar will Regierungschefin Mette Frederiksen alle Corona-Beschränkungen aufheben. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

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Der Zeitung „Jyllands-Posten" zufolge sollen die Corona-Beschränkungen Ende Januar fallen. Zudem wird die Gefährlichkeit des Virus heruntergestuft.

Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) will offenbar alle Corona-Restriktionen mit Ablauf des Januars aufheben.

Wie mehrere Quellen gegenüber der Zeitung „Jyllands-Posten“ angaben, will Frederiksen dies auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, 18 Uhr, in der Staatskanzlei ankündigen. Letztere hat die Uhrzeit gegenüber der Nachrichtenagentur „Ritzau“ nicht bestätigt.

Auch keine gesellschaftsbedrohende Krankheit mehr

Neben dem Aufheben aller Restriktionen soll das Coronavirus ab dem 5. Februar auch nicht mehr als Auslöser einer gesellschaftsbedrohenden Krankheit angesehen werden.

Die geltenden Restriktionen laufen am 31. Januar aus, die Kategorisierung als Krankheit, die kritisch für die Gesellschaft ist, am 5. Februar.

Ein Verlängern der Beschränkungen und der Kategorisierung muss politisch beschlossen werden.

Grundlage der Entscheidungen sollen „Jyllands-Posten“ zufolge Empfehlungen der Epidemiekommission sein. Die Staatskanzlei gab gegenüber „Ritzau“ an, man habe von der Kommission noch keine Bewertung erhalten.

Am vergangenen Donnerstag hatte das Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass die Regierung am Mittwoch einen Plan vorstellen werde, aus dem hervorgehe, welche Restriktionen nach Meinung der Regierung nach dem 31. Januar wegfallen beziehungsweise erhalten bleiben sollten.

Druck von der Kommission

Venstre hatte gefordert, die Restriktionen aufzuheben.

„Ich werde mir natürlich anhören, was Gesundheitsexperten dazu zu sagen haben. Aber als Politiker haben wir die Verantwortung, das Gesamtbild und die Folgen für junge Menschen, für das kulturelle Leben und für die Wirtschaft zu betrachten“, wiederholte der Venstre-Parteichef Jakob Ellemann-Jensen am Dienstagvormittag seine Forderung.

Der Politiker ist selbst vor einer Woche mit dem Virus infiziert gewesen und war mit Fieber und Kopfschmerzen in Quarantäne.

„Der Punkt ist, dass die Omikron-Variante eine völlig andere Art von Krankheit ist als die, die uns vor zwei Jahren getroffen hat. Obwohl die Zahl der Infizierten stark ansteigt, steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen nicht entsprechend an“, sagte er.

Expertinnen und Experten uneinig

Gegenüber „TV2“ warnte Chefärztin Anne Øvrehus vom Krankenhaus in Odense im Vorfeld vor einer vorschnellen Öffnung und bezeichnet eine mögliche Lockerung als „überheblich“.

„Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass die Dinge selten so verlaufen, wie wir es uns wünschen, wenn man zu viel nachlässt, bevor die Infektion auf ein niedrigeres Niveau gesunken ist.“ Nach Ansicht der Chefärztin sind die derzeitigen Beschränkungen angemessen und sollten vorerst nicht geändert werden.

Allan Randrup Thomsen, Professor für experimentelle Virologie an der Universität Kopenhagen, ist hingegen der Ansicht, dass die Beschränkungen insgesamt gelockert werden könnten. Dies teilte er „TV2“ mit.

Der Artikel ist um 14.45 Uhr um die Kommentare von Jakob Ellemann-Jensen und den Experten ergänzt worden.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das Gute und das Böse“