Schule und Integration

Elternverband: Einwandererkinder besser und anders integrieren

Elternverband: Einwandererkinder besser und anders integrieren

Elternverband: Einwandererkinder besser und anders integrieren

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Junge
Die schulischen Leistungen von Einwandererkindern sind in Dänemark im internationalen Vergleich schlecht. Foto: Gaelle Marcel

Sogar die Enkelkinder von Einwanderern hinken an den dänischen Volksschulen noch hinteher. Forscher fordern mehr Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus – und der Elternverband will neue Methoden erproben.

Sogar die Enkelkinder von Einwanderern hinken an den dänischen Volksschulen noch hinterher. Forscher fordern mehr Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus – und der Elternverband will neue Methoden erproben.

Die Enkelkinder von Einwanderern hinken bei den schulischen Leistungen ebenso hinterher, wie es ihre Eltern taten. Das zeigt eine Erhebung der Statistikbehörde Danmarks Statistik laut Jyllands-Posten. Das Problem könne nur gelöst werden, wenn der Dialog zwischen Schule und Elternhaus verbessert wird, sagt der Entwicklungs- und Forschungschef der Fakultät für Bildung und Soziologie am VIA University College in Århus, Andreas Rasch-Christensen.

„Man sollte von den Schulen lernen, die es geschafft haben, einen guten Dialog mit den Eltern herzustellen“, sagt er. „Wenn sich das ausbreitet, und man so bei den Eltern einen Fuß in die Tür bekommt, dann glaube ich, dass man diese Schüler voranbringen kann“, so Rasch-Christensen.

Bei der Abschlussprüfung an den dänischen Volksschulen haben Jungen, die die Enkel von Einwanderern aus sogenannten nichtwestlichen Ländern sind, im vergangenen Jahr einen Notenschnitt von 5,6 erreicht (auf einer Skala von -3 bis 12). Das ist dasselbe Ergebnis, wie es die Kinder nichtwestlicher Einwanderer erzielten und liegt 1,3 Noten unterhalb des Durchschnitts, den „ethnisch dänische“ Jungen erzielten. Bei den Mädchen zeichnet sich ein ähnliches Bild.

Rasch-Christensen ist der Auffassung, dass die Kompetenzen der Lehrer, zweisprachige Schüler zu unterrichten, verbessert werden sollten. Von getrennten Maßnahmen wie Muttersprachenunterricht hält er jedoch nichts. „Natürlich liegt die Entwicklung an der Art, wie unterrichtet wird. Aber es liegt auch daran, dass die Eltern die fachliche Entwicklung und soziale Integration der Kinder zu wenig unterstützen“, sagt er.

Mette With Hagensen
Mette With Hagensen Foto: Lars Bertelsen

Elternverband will die Eltern der Einwandererkinder mehr einbeziehen

Der Elternverband Skole og Forældre sieht das Problem ebenfalls in der Auseinandersetzung mit den Elternhaushalten. „Wir müssen absolut versuchen, etwas anderes zu tun, als das, was wir bisher gemacht haben“, sagt die Vorsitzende Mette With Hagensen. „Wir müssen uns die Schulen ansehen, die es anders machen. Es gibt massenweise gute Erfahrungen, die wir aus Schulen mitnehmen können, die die Zusammenarbeit zwischen Schule und Zuhause anders gestalten“, sagt sie.

Auch eine Pisa-Studie hatte kürzlich ergeben, dass Einwandererkinder in Dänemark weit hinter dem Niveau ihrer Klassenkameraden zurückbleiben. Dänemark, sagt Hagensen, könne hier vom Ausland lernen, wo es größeren Erfolg bei der Stärkung der Einwandererkinder gebe.

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