Minderheitenpolitik

Südschleswig-Kritik an DF tut der Liebe keinen Abbruch

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen/Eckernförde
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Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Martin Henriksen: Viele verwechseln die Minderheiten- mit der Flüchtlingspolitik.

„Wir können sehr wohl sowohl auf Dänemark und die dänischen Bauern aufpassen als auch gleichzeitig warme Gefühle für die dänische Minderheit in Südschleswig haben!“ So das markante DF-Folketingsmitglied Martin Henriksen zum Nordschleswiger kurz nachdem das dänische Parlament mit großer Mehrheit für die Errichtung eines Wildschweinzaunes an der deutsch-dänischen Landesgrenze gestimmt hatte. Ein Zaun, der neben vielen anderen Elementen in der Politik von Dansk Folkeparti auch südlich der Grenze insbesondere im Kreis der dortigen dänischen Minderheit immer wieder kritisiert wird. So wurde die Rede von Henriksen in Eckernförde im Rahmen des Jahrestreffens der Minderheit am Wochenende gestört. Mit Regenschirmen wollten Aktivisten die Botschaften Henriksens symbolisch von den Zuschauern fernhalten.

Der Politiker, der einer von zwei DF-Leuten im fünfköpfigen Südschleswigausschuss im Folketing ist und damit maßgeblich mit über die finanzielle Förderung der Südschleswiger entscheidet, lässt sich von einer solchen Aktion nicht beirren und schiebt die ab und an geäußerte Kritik an DF nicht auf die dänische Minderheit generell. Die Kritik sei ja auch nicht überwältigend.

„Nein, ich war eingeladen, um dort zu reden, und wenn 10 bis 15 von rund 1.000 Menschen so protestieren, sollen die das doch tun. Das kreide ich der Minderheit bestimmt nicht an“, so Henriksen zum Nordschleswiger. Er ist in seiner Fraktion als Sprecher sowohl für die Ausländer- und Integrationspolitik als auch ausdrücklich für die dänische Minderheit in Südschleswig zuständig.

„Viele sehen mich da dann eher als ausländerpolitischen Sprecher, obwohl ich mich in Südschleswig nie zur Flüchtlingspolitik geäußert habe. Es gibt sicher ab und an kritische, aber auch viele positiven Stimmen, und generell habe ich einen positive Eindruck von der Minderheit. Da bleibt nichts hängen – dann sollte das zumindest gut versteckt in meinem Unterbewusstsein sein“, so der 38-jährige Henriksen, der seit 2005 im Wahlkreis Kopenhagen gewählt ist und seine Partei in so manchem Gremium vertritt – unter anderem auch im Europausschuss und als Vorsitzender des Ausländer- und Integrationsausschusses.

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