Handball

Handballerinnen rüsten sich für Zukunft auf eigenen Beinen

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Sportlich können die Handballerinnen auf eine starke Saison mit Final-Four-Teilnahme und Endrunden-Einzug zurückblicken.

SønderjyskE Kvindehåndbold A/S ist nach dem Ausstieg der Eishockeyspieler bei Sønderjysk Elitesport allein auf weiter Flur. Der Vorstandsvorsitzende blickt mit einem neuen Direktor an Bord zuversichtlich in die Zukunft. Die Ziele sind unverändert.

Nach den Fußballern 2020 und den Handballern 2024 sind nun auch die Eishockeyspieler bei Sønderjysk Elitesport ausgestiegen. Die Handballerinnen sind mittlerweile allein auf weiter Flur und müssen gleichzeitig den Aufbau einer neuen Organisation und eine äußerst brenzlige wirtschaftliche Lage meistern.

Diese Aufgabe muss nicht zuletzt Per Staugaard Rasmussen lösen, der am Montagvormittag als neuer Direktor von SønderjyskE Kvindehåndbold A/S vorgestellt wurde. Der 59-Jährige aus Bollersleben (Bolderslev) löst Henrik Jepsen ab, der nach weniger als einem Jahr den Posten verlässt und künftig ausschließlich Direktor der SønderjyskE-Einkaufsgemeinschaft Susam sein wird.

„Er ist genau der Richtige für diese Aufgabe. Nach einigen guten Jahren gemeinsam mit den anderen SønderjyskE-Teams müssen wir nun auf eigenen Beinen stehen, und es stehen spannende Zeiten bevor. Ich bin sehr zuversichtlich“, sagt Hans Henrik Damgaard, Vorstandsvorsitzender von SønderjyskE Kvindehåndbold A/S.

Henrik Jepsen (links) gibt den Ball an Per Staugaard Rasmussen weiter.

Die Trennung zwischen den letzten beiden verbliebenen Sportarten bei Sønderjysk Elitesport hatte sich schon lange angebahnt. „Der Nordschleswiger“ konnte bereits im Januar darüber berichten, als in allen Sportarten rote Zahlen präsentiert wurden. Seitdem hat Sønderjysk Kvindehåndbold am wirtschaftlichen Fundament für die Zukunft gearbeitet, ohne darüber reden zu wollen.

Negatives Eigenkapital in Millionenhöhe

SønderjyskE Kvindehåndbold hatte im Haushaltsjahr 2023/24 ein Minus von 2,16 Millionen Kronen erwirtschaftet, eines der größten Defizite der Vereinsgeschichte. Ein negatives Eigenkapital von 3,4 Millionen Kronen stand zu Buche. Im Jahresbericht zweifeln die Wirtschaftsprüfer von EY in Apenrade an der Fortexistenz des Handballklubs, sollte es nicht gelingen, neues Kapital zu bekommen.

Die Arbeit scheint erfolgreich gewesen zu sein, aber noch will man nicht viel darüber verraten. Der Gürtel muss offenbar nicht enger geschnallt werden, die Ziele sind unverändert. SønderjyskE will stabil zur Top 8 in Dänemark gehören.

Das Publikum in Apenrade kann sich weiter auf Handball auf hohem Niveau freuen.

„Unser Plan ist, dass wir sportlich auf einem unveränderten Niveau bleiben“, sagt Hans Henrik Damgaard zum „Nordschleswiger“.

Positive Hoffnung für die Zukunft

„Meldgaard Holding A/S“ ist einer der Hauptsponsoren und wird auch beim Aufbau des neuen SønderjyskE Kvindehåndbold eine zentrale Rolle einnehmen – so zentral, dass das Unternehmen auch in der Pressemitteilung zu Wort kommt.

„Nach der Vertragsverlängerung mit Peter Nielsen (Sportchef und Trainer, d. Red.) ist die sportliche Ambition geregelt, und mit der Ernennung von Per S. Rasmussen zum Direktor ist auch die kaufmännische Leitung geregelt. Per bringt ein Finanzprofil mit, das am besten zur Position als neuer Direktor passt. Mit Per, Peter und dem Vorstand an der Spitze wurde nun ein starkes Team rund um den Frauenhandball zusammengestellt, und das gibt absolut positive Hoffnungen für die Zukunft“, sagt Johan Nielsen, Finanzdirektor der „Meldgaard Holding A/S“.

Per Staugaard Rasmussen hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und einen Hintergrund im Finanzsektor. Der 59-Jährige hat selbst Handball gespielt und war zudem mehrere Jahre Vorsitzender des Handballvereins HH Sønderjylland.