Handball

Apenrade wurde zur Endstation für den Nationaltrainer

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Jesper Jensen nach seinem letzten Länderspiel als Nationaltrainer

Nach fünf Jahren ist Schluss. Jesper Jensen hat die dänische Handball-Nationalmannschaft zurück in die Weltspitze geführt. Zum Abschluss seiner Ära gab es in der Arena Aabenraa eine Niederlage gegen Deutschland.

Der Abschied fiel schwer und war von großen Emotionen geprägt. Zum letzten Mal stand Jesper Jensen bei der dänischen Handball-Nationalmannschaft der Frauen an der Seitenlinie, als es in einer gut gefüllten Arena Aabenraa trotz einer 15:13-Pausenführung eine 26:29-Niederlage gegen Deutschland gab.

„Wir haben zusammen gekämpft, gelacht und geweint, und deswegen bedeutet es viel, wenn die Spielerinnen in diesem Moment berührt sind“, so Jesper Jensen nach seinem letzten Länderspiel.

Seine Ära war von Erfolg geprägt, doch ein Titel blieb ihm verwehrt.

Die La-Ola-Welle schwappte durch die Arena Aabenraa.

„Wenn wir nur einmal Europameister, Weltmeister oder Olympiasieger geworden wären, wäre mein Vermächtnis größer und stärker gewesen“, sagt Jesper Jensen, der die dänische Auswahl in einer guten Verfassung an Nachfolgerin Helle Thomsen übergeben wird.

„Ich bin da völlig ruhig, denn ich bin voller Stolz auf das, was wir auf und neben dem Spielfeld geleistet haben. Wir haben die Nationalmannschaft in eine gute Position gebracht“, meint der 47-Jährige, der sechsmal in Folge bei einer großen Endrunde im Halbfinale stand und fünf Medaillen erzielen konnte.

„Ich denke, das ist genauso beeindruckend, wie zwei von sieben Meisterschaften zu gewinnen, wenn man bei den anderen nur Fünfter wird. Kontinuität war für mich das Wichtigste und das, worüber ich am glücklichsten bin“, so Jesper Jensen nach zweimal WM-Bronze, zweimal EM-Silber und einmal olympischem Silber.

Jesper Jensen holte fünf Medaillen, blieb aber ohne Titel.

„Jesper hat den Schritt gemacht, den wir wollten, als wir ihn eingestellt haben. Wir waren auf dem Weg dorthin, hatten aber das Potenzial eines regelmäßigen Medaillenteams noch nicht ausgeschöpft. Das hat er getan. Das zeugt von einem kompetenten Trainer“, meint Morten Henriksen, Sportchef des dänischen Handball-Verbandes.

„Die Art und Weise, wie er es gemacht hat, ist faszinierend. Jesper vertritt einen starken Führungsstil, der darauf abzielt, Wohlbefinden und Geborgenheit mit Spitzenleistungen zu verbinden. Das ist ihm sehr gut gelungen, so Henriksen.

Der scheidende Nationaltrainer hat großen Wert darauf gelegt, seinen eigenen Weg zu gehen.

Die deutsche Auswahl konnte einen überraschenden Sieg aus Apenrade entführen.

„Am liebsten möchte ich dafür in Erinnerung bleiben, dass ich dazu beigetragen habe, dem Frauenhandball eine gute und starke Kultur zu verleihen. Wenn ich zurückblicke, kommen viele schöne Erinnerungen hoch. Zwei Erinnerungen haben vielleicht den größten Eindruck gemacht: Die erste Medaille im Jahr 2021 und die Freudentränen danach, das war eine große Erlösung. Aber auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele und der Gewinn der Bronzemedaille. Es war großartig, mitzuerleben, wie die Spielerinnen diesen Traum verwirklichten“, sagt Jesper Jensen.

Kristina Jørgensen setzt sich durch.