Natur

Mutmaßlicher Wolfsriss in Frestrup: „Ein ungutes Gefühl“

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Uwe Petersen füttert seine Schafe. Bei einem mutmaßlichen Wolfsangriff ist kürzlich eins getötet worden.

Die kleine Schafsherde der Familie Petersen in Frestrup ist von vier auf drei geschrumpft. Alles deutet darauf hin, dass ein Wolf ein Schaf getötet hat. Hobbylandwirt Uwe Petersen ist auf die Rückkehr des einst auch in Dänemark heimischen Raubtiers nicht gut zu sprechen.

Hinweis: Weiter unten im Artikel ist ein Bild des getöteten Schafes zu sehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein streunender Wolf im Raum Bülderup (Bylderup) Schafe angreift und tötet. Alles deutet darauf hin, dass es kürzlich in Frestrup wieder passiert ist. Leidtragende ist die Familie Petersen am Karlsvråvej. 

„Als ich Sonnabendmorgen raus und zum Feld ging, sah ich, wie drei unserer vier Schafe ganz vorn zusammenkauerten und verängstigt waren. Das kam mir gleich merkwürdig vor. Ich leuchtete dann auf die Wiese und entdeckte das leblose vierte Schaf. Es hatte Bisswunden am Hinterteil, auf dem Rücken und am Hals. Mir war sofort klar, dass es ein Wolf gewesen sein muss“, so Uwe Petersen wenige Tage nach dem Zwischenfall.

Deutliche Anzeichen

Foto vom gerissenen Schaf der Familie Petersen aus Frestrup

Er meldete den Fall umgehend der Naturbehörde, die am Montag einen Experten schickte, um sich das tote Tier anzuschauen. „Der Mitarbeiter nahm DNA-Proben, mit denen festgestellt werden kann, ob es sich um einen Wolf handelt. Der Mann hatte keinen Zweifel, dass es ein Wolf war. Das schloss er aus den Zahnabdrücken. Der Abstand der Zahnzwischenräume ist typisch für einen Wolf“, berichtet Uwe Petersen.

Obwohl die vier Schafe nur hobbymäßig gehalten werden, hat Petersen den obligatorischen Schadensersatz für den Verlust des Schafes und für die Entsorgung des toten Tieres beantragt.

Hat es als Schafhalter vermutlich erstmals mit einem Wolfsangriff zu tun bekommen: Uwe Petersen.

Die verbliebenen drei Schafe werde er abends erst einmal hereinholen. „Uns ist das für die nächsten zwei, drei Wochen geraten worden, um sicherzugehen, dass der Wolf dann nicht mehr hier ist“, so Uwe Petersen.

Er sieht keine Möglichkeit, die Schafe besser vor Wölfen zu schützen. Ein spezieller Elektrozaun wäre viel zu teuer „und würde Wölfe letztlich auch nicht aufhalten.“

Mehrere Sichtungen

In jüngster Zeit wurde im Großraum Apenrade (Aabenraa), unter anderem in Bollersleben (Bolderselv), ein Wolf gesehen und sogar gefilmt. Ob es sich um denselben Wolf handelt, der das Schaf der Familie Petersen gerissen hat, ist unklar. 

Für Schlagzeilen sorgte kürzlich auch ein Wolf, der sich in den Ort Oksbøl in Jütland hineinwagte und von einem Mädchen gefilmt wurde. In der Nähe von Kolding ist vor Kurzem zudem ein junger Wolf angefahren und aufgrund seiner Verletzungen eingeschläfert worden.

Die Meldungen über Wölfe haben ein weiteres Mal die Diskussion um die Daseinsberechtigung entfacht. Die Raubtiere können auch Menschen gefährlich werden. Wolfsgegner fordern daher eine Regulierung des Bestandes bis hin zum Abschuss.

Nicht nur wegen des getöteten Schafs ist Uwe Petersen der Ansicht, dass Wölfe nichts mehr in Dänemark zu suchen haben.

Eine Gefahr für sich und seine Familie sehe er unmittelbar nicht, sagt Uwe Petersen, Vater von zwei Teenagern. „Natürlich ist es ein ungutes Gefühl, wenn man weiß, dass sich ein Wolf auf dem eigenen Anwesen herumgetrieben und ein Schaf getötet hat. Angst vor einem Angriff habe ich aber nicht.“

Kein Platz mehr für den Wolf

Dennoch hat Petersen für die Rückkehr der Wölfe in Dänemark nichts übrig. Sie passen hier nicht mehr her, sagt der Frestruper. „Es mag ja sein, dass Wölfe im 19. Jahrhundert hier heimisch und ein Teil des Naturraumes waren. Die Landschaft und die Infrastruktur in Dänemark mit Straßen und Autobahnen haben sich aber total verändert. Für Wölfe gibt es keinen geeigneten Lebensraum mehr.“