Tierschutz-Affäre

Der Stadtrat ist nicht bereit, Jørgen Popp Petersen den Rücken zu stärken

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Torben Struck von der Sozialdemokratie blieb auch nach der Sitzung skeptisch.

Venstre und die Sozialdemokratie möchten sich nicht eindeutig dazu äußern, ob sie den Bürgermeister nach der Kommunalwahl weiterhin unterstützen wollen. Die Sozialistische Volkspartei hat das Vertrauen in ihn verloren. Daran konnten seine Erklärungen nichts ändern.

Die Hoffnungen von Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) auf eine erneute Periode als Bürgermeister hängen an einem seidenen Faden. Das wurde deutlich, nachdem er am Donnerstagabend den Stadtrat über die acht Strafanzeigen wegen mangelnden Tierschutzes in seinem Betrieb informiert hatte.

„Das Vertrauen in Jørgen steht weiterhin auf einem unsicheren Boden“, sagte der sozialdemokratische Spitzenmann Torben Struck nach der Sitzung.

Vor knapp vier Jahren hatte er Popp Petersens Wahl zum Bürgermeister in der Wahlnacht unterstützt. Jetzt sieht er ihn nicht mehr als den geeignetsten Kandidaten.

Venstre ohne klare Ansage

Auch Venstres Bürgermeisterkandidat Martin Iversen stellte sich in der Wahlnacht hinter den SP-Mann. Die Antwort auf die Frage, ob er dies nach der Wahl erneut tun würde, ließ er offen.

„Venstre tritt mit eigenem Bürgermeisterkandidaten zur Wahl an. Ich denke, wir sollten vorläufig nicht über die Konstituierung des Stadtrates sprechen“, sagte er.

Keine Unterstützung von SF

Bereits vor der Sitzung hatte er gesagt, dass er sich um den Ruf Tonderns Sorgen mache: „Wir müssen uns um Tondern scheren, und unser Renommee soll keinen Schaden nehmen.“

Auch die Sozialistische Volkspartei (SF) unterstützte 2021 Popp Petersen. Ihr Vertreter, Bjarne Henneberg, hat bereits kurz nach Bekanntwerden der Strafanzeigen gesagt, dass er kein Vertrauen mehr in ihn hat. Daran konnte die Sitzung am Donnerstagabend nichts ändern.

„In der Wahlnacht am 18. November werde ich mich nicht hinter Jørgen Popp Petersen stellen“, sagte der SF-Politiker.

Popp froh über rege Teilnahme

Der Hauptperson selbst war auch klar, dass er noch hart daran arbeiten muss, das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen wiederzuerlangen.

„Die Dinge stehen, wie sie nun einmal stehen. Ich bin jedoch froh, dass so viele erschienen sind, und wir die Dinge besprechen konnten“, sagte Popp Petersen.

„Nordschleswiger“-Journalistin Anna-Lena Holm hat die Ereignisse am Donnerstagabend begleitet. Nach ihrer Einschätzung war von einer Erleichterung beim Bürgermeister wenig zu spüren.

„Die Anspannung war ihm auch nach der Sitzung noch deutlich anzumerken“, sagt sie.