Leserbrief

„Die -scheinbar- vergebliche Jagd auf die Zugezogenen-Stimmen“

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Leif Curdes
Leif Curdes beim Auftritt von „Sihav“ auf dem Knivsbergfest (Archivbild)

Leif Curdes blickt kritisch auf den letzten Kommunalwahlkampf seiner Schleswigschen Partei. Der erste Suppleant für den Sonderburger Stadtrat fragt sich, warum Zugezogene trotz gezielter Ansprache kaum erreicht wurden – und was die SP daraus für die Zukunft lernen muss.

Da die vergangene Kommunalwahl nun aus den Köpfen der meisten verschwunden ist, wird es wohl Zeit zur Reflexion.

Ich habe es selbst erlebt. In diesem Wahlkampf haben wir mehr denn je auf die Stimmen von Zugezogenen aus Deutschland gesetzt.

Da ich selbst ein solcher bin, seitdem ich im Jahr 2012 mit 6 Jahren nach Dänemark kam, fand ich diese Herangehensweise sehr sinnvoll. Besonders, da ich in meiner Familie erlebt habe, dass schnell klar wurde, welche Partei in der deutschen Minderheit mehrheitlich gewählt wird.

Jedoch bleibt nach einem größtenteils enttäuschenden Wahlergebnis die Frage: Hat es denn geklappt?

Es gab mehrere Kampagnen, um deutsche und andere Ausländer*innen zur Stimmabgabe zu bewegen, Infoblätter auf Deutsch und Englisch und Kandidat*innen, die selbst Zugezogene waren. Leider hat es uns (scheinbar) nur wenig gebracht.

Natürlich können wir nicht sehen, wer uns gewählt hat. Aber wenn man die vorhandenen Daten zur Stimmabgabe in den Wahlstätten auszählt, kommt man abermals zu diesem enttäuschenden Ergebnis. Besonders die Stimmzahlen der Kandidaten, die lobenswerterweise und mit viel Elan um die zugezogenen Stimmen gekämpft haben, lassen dies leider vermuten.

Ich frage mich ernsthaft, woran es gelegen hat. Wieso Zugezogene sich nicht mit der Schleswigschen Partei identifizieren, wie ich es damals und heute als Zugezogener tue und tat.

Ich möchte mit diesem Leserbrief eine Diskussion anregen. Wie kann man die politische Arbeit der SP in Zukunft besser auf die Bedürfnisse aller zuschneiden? Was ist dieses Mal schiefgelaufen? Und wie kann die SP sowohl in der Minderheit als auch in den politischen Ämtern Nordschleswigs bestehen?

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