Kommunalwahl

Schärfere Töne im Haderslebener Wahlkampf: Schlagabtausch um Grøn Trepart

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Niederungsflächen sollen aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden, um Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren (Symbolfoto).

Im Vorfeld der Kommunalwahl geraten Venstre und die Schleswigsche Partei aneinander: Ein kritischer Leserbrief von Venstre-Politikerin Jette Jacobsen zur Umweltvereinbarung Grøn Trepart ruft eine deutliche Reaktion von Spitzenkandidat Carsten Leth Schmidt hervor.

Im Vorfeld der Kommunalwahl versuchen die Parteien, ihr Profil zu schärfen und verschärfen dabei auch den Ton. In einem Leserbrief, erschienen in „JydskeVestkysten“, geht die Venstre-Politikerin Jette Jacobsen mit der Grøn Trepart hart ins Gericht – was wiederum eine Reaktion des Landwirts und Spitzenkandidaten der Schleswigschen Partei, Carsten Leth Schmidt, nach sich gezogen hat.

Mit Grøn Trepart, einer politischen Vereinbarung, will die Regierung die Artenvielfalt in Dänemark fördern, den Stickstoffeintrag in die Gewässer des Landes senken und auch den CO₂-Ausstoß minimieren. Teil des Plans ist, Niederungsflächen, aus denen vergleichsweise viel CO₂ entweicht, aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.

Jacobsen: Zu geringe Entschädigung

Jette Jacobsen geht auf diese Niederungsflächen in ihrem Leserinnenbrief ein. Sie hält die Entschädigung, die die Landwirtinnen und Landwirte für die Abgabe der Flächen bekommen, für viel zu niedrig und spricht von einem „wirtschaftlichen Aushöhlen“ der Landwirtschaft und mangelndem Respekt gegenüber dieser Berufsgruppe. Und sie fragt, was denn passiere, wenn die Freiwilligkeit, mit der derzeit gearbeitet werde, nicht mehr ausreiche. Sie befürchtet Zwang, der auf die Landwirtinnen und Landwirte dann ausgeübt wird.

Carsten Leth Schmidt widerspricht. Gutes Ackerland werde nicht enteignet, schreibt er in seiner Antwort auf den Leserinnenbrief. Es würden Ausgleichsflächen gefunden, die Landwirtschaft werde mit Respekt behandelt. Die Kommune Hadersleben sei in Sachen Grøn Trepart ein Vorbild, kein Schreckensbild. Wenn nun Kräfte aus der Partei Venstre Misstrauen säten, werde dies der Landwirtschaft nicht helfen, sagt Leth Schmidt. Es würde nur denjenigen Auftrieb verleihen, die das Modell Grøn Trepart gern wieder loswerden wollten. Leth Schmidt stellt fest und fragt: „In Hadersleben arbeiten wir an Lösungen. Will Venstre in Hadersleben wirklich daran mitarbeiten?“