Kommunalpolitik

Letzte Sitzung, viele Abschiede: Umbruch im Tonderner Kommunalrat

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Am Wahlabend am 18. November wurde im Wahlcafé im Rathaus mitgefiebert. Genau einen Monat später schlägt für insgesamt 13 der 31 politischen Kräfte im Kommunalrat aus verschiedenen Gründen die Stunde des Abschieds.

Wenn der Kommunalrat in Tondern am 18. Dezember letztmals zusammenkommt, markiert dies für 13 Mitglieder das Ende ihrer kommunalpolitischen Laufbahn – nach teils jahrzehntelangem Engagement. Während einige freiwillig abtreten, wurden andere bei der Wahl nicht bestätigt.

Der 31-köpfige Kommunalrat in Tondern trifft sich am Donnerstag, 18. Dezember, zu seiner letzten Sitzung in der laufenden Legislaturperiode. Für vier Politikerinnen und neun Politiker ist es dann zugleich der Schlusspunkt hinter ihrer derzeitigen kommunalpolitischen Laufbahn.

Bei sechs von ihnen erfolgt der Rückzug von der politischen Stadtrats-Bühne aus freien Stücken, da sie bei der Kommunalwahl vor einem Monat nicht wieder kandidierten. 

Der Konservative Hans Schmidt hängt nach einer Periode im Stadtrat die Politik an den Nagel. Mette Bossen Linnet (Venstre), die seit 2018 in der Kommunalpolitik mitmischt, will sich künftig ausschließlich auf die Arbeit im Regionsrat in Vejle konzentrieren. Dort bekleidet die Venstre-Politikerin bereits seit Januar 2014 ein Mandat.

Parteigründer steigt aus

Gegen eine erneute Kandidatur entschied sich auch Venstre-Vertreter Anton Schulz. Er rückte im September 2024 für den 21-jährigen Carl Thier Ørting Jørgensen (Borgerlisten) nach, der aus Studiengründen der Politik den Rücken kehrte.

Anfang 2025 löste sich Borgerlisten mit drei Vertretern auf, um bei Venstre einzusteigen. Schulz war bereits in den 1990er Jahren im damaligen Stadtrat in Lügumkloster (Løgumkloster) für Venstre aktiv gewesen. 

Der Gründer von Borgerlisten, Thomas Ørting Jørgensen (V), der 2018 als Einzelkämpfer in den Kommunalrat einzog, hat sich ebenfalls gegen eine erneute Kandidatur entschieden. 

Die Reißleine zieht auch Lisbeth Bang Pedersen, die seit Januar 2022 die Tondern-Liste vertritt. Von 2014 bis 2017 gehörte sie für Venstre dem Stadtparlament an. 

Aus der Kategorie der Dienstältesten scheidet der Sozialdemokrat Kim Printz Ringbæk nach 20 Jahren im Kommunalrat auf eigenen Wunsch aus. Während der vergangenen acht Jahre war er Vorsitzender des Ausschusses für Kinder und Schulen.

Das Urteil der Wählerinnen und Wähler

Kim Printz Ringbæk beim Richtfest der neuen Schule in Scherrebek (Archivfoto).

Zu den sieben Kräften, die durch das Votum der Wählerinnen und Wähler den Einzug verpassten, gehört Barbara Krarup Hansen (parteilos). Sie kandidierte für Velfærdsdemokraterne. 

Barbara Krarup Hansen kehrte im März der Sozialdemokratie den Rücken, und seither setzte die zweite Vizebürgermeisterin und Vorsitzende des Sozialausschusses ihre Arbeit als parteiloses Stadtratsmitglied fort. 

Allan Skjøth wurde nach drei Legislaturperioden nicht wiedergewählt. Er vertrat von 2018 Venstre, bis er im April 2021 zu Borgerlisten wechselte. Durch die „Fusion“ mit der Liste V verlässt er jedoch als Venstre-Mitglied die kommunalpolitische Arena. Die Venstre-Fraktion verliert außerdem nach zwölf Jahren Leif Høgh Jensen.

Unterschiedlich lange dabei

Eva Ebbensen und Finn Hansen müssen nach vier Jahren für die Tondern-Liste ihre Plätze räumen, da die Partei von neun auf sechs Mitglieder schrumpfte. 

Ihr Parteikollege Ruben Baagø Jacobsen musste sich mit knapp zwei Jahren begnügen. Er rückte Ende Januar 2024 für Henrik Frandsen nach. Frandsen schied aus, um sich ausschließlich seinem Folketingsmandat für die Moderaten zu widmen. Als Stimmenmagnet hatte Frandsen bei der Kommunalwahl 2021 der Tondern-Liste 3.763 Stimmen gesichert. 

Nach acht Jahren ist in der Stadtratsrunde zudem für den Sozialdemokraten Harald Christensen Schluss.

Die 13 scheidenden Kommunalpolitikerinnen und -politiker wurden nach der Stadtratssitzung bei einer internen Zusammenkunft verabschiedet.