Folkemøde

Grøn Trepart: „Wo bleibt der Einfluss für uns Jugendliche?“

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Agnes Mortensen von der Silkeborg Højskole kritisiert, dass die Jugendorganisationen nicht in die Verhandlungen um den „Gøn Trepart“ einbezogen worden sind.

Beim Folkemøde forderten vier Jugendliche die zentralen Akteurinnen und Akteure der grünen Landwirtschaftsabsprache heraus. Bei dem Abkommen gehe es um ihre Zukunft, um die sie sich Sorgen machen.

Schulfreundinnen und -freunde umarmen Agnes Mortensen von der Silkeborg Højskole und spenden ihr anerkennende Worte. Sie steht vor dem Zelt, in dem sie unmittelbar zuvor vier der Mächtigen im Lande in einer Diskussion über den „Gøn Trepart“ herausgefordert hat.

„Ich habe dieselben Antworten bekommen wie jedes Mal. Es ist alles sehr unkonkret“, sagt sie dennoch dem „Nordschleswiger“.

Spulen wir die Zeit eine dreiviertel Stunde zurück. Das Zelt ist brechend voll. Vorn am Podium sitzen die vier Hauptpersonen, die sich hinter verschlossenen Türen auf das grüne Dreierabkommen geeinigt haben.

Ihnen direkt gegenüber, sitzen vier jungen Menschen, die sie kurze Zeit später zum Schwitzen bringen werden. Und das hat nichts mit der prallen Sonne zu tun, die auf die Zeltplane scheint. Es sind ihre Fragen.

Die Entscheidungsträgerinnen und -träger

Die vier auf dem Podium sind: die Präsidentin des Naturschutzverbandes (DN), Marie Reumert Gjerding, der Vorsitzende des Landwirtschaftsverbandes „Landbrug og Fødevarer“, Søren Søndergaard, der Vorsitzende des Dachverbandes der Kommunen (KL), Martin Damm (Venstre), sowie der für den „Grøn Trepart“ verantwortliche Minister, Jeppe Bruus (Soz.).

So unterschiedlich die Meinungen am Anfang der Verhandlungen gewesen sein mögen, jetzt sind sie sich einig: Das Ergebnis sei historisch. Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass sie dies sagen. Die vier Jugendlichen kaufen ihnen das nicht so ohne weiteres ab.

Der kommende Landwirt

Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Jugendverbandes „Landbo Ungdom“, Christian Orthmann Andersen, steht auf, um seine Frage an das Podium zu richten: „Was passiert mit unserer Zukunft, wenn der Grüne Dreier über das Land rollt?“.

Er betont, dass er die Absprache unterstützt. Aber er mache sich Sorgen darüber, dass die Produktionskosten aufgrund der Klimaabgabe steigen werden. Damit hätten Landwirtinnen und Landwirte in den Nachbarländern einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen.

Podium versucht Sorgen auszuräumen

Minister Jeppe Bruus räumt ein, dass es „total verrückt“ erscheinen kann, eine CO₂-Steuer für die Landwirtschaft einzuführen, wenn die Nachbarländer es nicht tun. „Wir tun das, weil wir höhere Klima-Ambitionen haben.“ Es müsse daher in eine nachhaltige Landwirtschaft investiert werden.

Auch Naturschutzpräsidentin Gjerding Reumert sieht in einer nachhaltigen Landwirtschaft eine zukunftsfähige Landwirtschaft. „Wir erhalten ein Gewerbe, das nicht mit seiner Umgebung im Konflikt ist“.

Auch der Chef der „erwachsenen“ Landwirtinnen und Landwirte versucht zu beruhigen. „Ich mache es kurz: Es gibt auch für die nächste Generation eine Zukunft“.

Sie haben sich um die Antwort herumgemogelt.

Søndergaard führt dann doch etwas weiter aus und erzählt, dass seine Kolleginnen und Kollegen im Ausland große Befürchtungen haben, was auf sie zukommt. Sie würden nach Dänemark blicken, wo Naturschutz und Landwirtschaft im Trepart zu einem Einvernehmen gefunden haben.

Jung-Landwirt enttäuscht

Wie sich unmittelbar nach der Veranstaltung herausstellen soll, konnte das Podium die Befürchtungen des jungen Landwirts nicht ausräumen.

„Sie haben es sich etwas zu leicht gemacht“, sagt Orthmann Andersen dem „Nordschleswiger“. Ihm fehle die Antwort darauf, wie sie die Wettbewerbsfähigkeit von jungen Landwirtinnen und Landwirten sichern wollen. „Um die Antwort haben sie sich herumgemogelt“.

Christian Orthmann Andersen stellt seine Frage, während Jepp Bruus, Marie Reumert Gjerding und Søren Søndergaard zuhören (v. l.).

Die prinzipielle Frage

Vor ihm hat bereits Alfred Sundgren von der Silkeborg Højskole seine Frage gestellt und nach ihm ist Sebastian Schwarz vom Klimarat der Jugend dran. Zum Abschluss stellt die bereits erwähnte Agnes Mortensen ihre Frage, warum die Jugend, die mit den Folgen der Entscheidungen leben muss, nicht gehört worden sei.

„Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Jugendorganisationen, die im Dachverband DUF (Dansk Ungdoms Fællesråd) zusammengeschlossen sind. Warum wurden die nicht an den Verhandlungen beteiligt?“

Bruus und Kommunen-Chef Damm antworteten: Die Politikerinnen und Politiker auf Christiansborg seien gewählt, um solche Entscheidungen zu fällen. Alle vier im Podium versprachen, dass sie bei der Umsetzung des Treparts auf den Input der Jugend hören würden.

Die Stimmen der Jugend werden nicht gehört, wenn die Regierung sich gemeinsam mit machtvollen Interessenorganisationen hinter verschlossenen Türen verkriecht.

„Die Antworten nehmen keine Rücksicht auf die Wirklichkeit, in der wir leben“, so die Reaktion von Mortensen nach der Veranstaltung.

„Selbstverständlich haben wir in Dänemark eine Demokratie. Die Stimmen der Jugend werden jedoch nicht gehört, wenn die Regierung sich gemeinsam mit machtvollen Interessenorganisationen hinter verschlossenen Türen verkriecht.“

Hauptpunkte:

Die drei Bereiche Regierung, Landwirtschaft und Naturschutz haben sich 2024 auf eine Reihe von Maßnahmen geeinigt, um die Klimaziele zu erreichen und mehr natürliche Flächen und Artenvielfalt zu schaffen. Dänemark ist laut EU-Statistik das naturärmste Land in der EU.

Quelle: regeringen.dk