Leserbrief

„Mehr Heimunterricht: Eine Herausforderung für Gemeinschaft und Sprache“

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SP-Stadtratspolitikerin Louise Thomsen Terp widmet sich der steigenden Anzahl von Kindern im Homeschooling, die eine Herausforderung für die kommunale Aufsicht bedeutet. Zudem weckt der Trend hinsichtlich der fachlichen und sozialen Entwicklung der Kinder Besorgnis. Die vier nordschleswigschen Kommunen sind wegen der Problematik beim Unterrichtsminister vorstellig geworden.

Immer mehr Familien entscheiden sich gegen den Klassenunterricht und die Schule zugunsten des Heimunterrichts. Dieser Trend hat in den vergangenen Jahren zugenommen, und alle Kommunen Nordschleswigs verzeichnen eine steigende Anzahl von Kindern, die zu Hause unterrichtet werden. In Tondern gab es vor ein paar Jahren nur wenige Kinder im Heimunterricht, aktuell sind es bereits 50. Eine Entwicklung, die wir in der Schleswigschen Partei genau verfolgen und die unsere Aufmerksamkeit erfordert.

Für einige Kinder und Familien kann der Heimunterricht die richtige Lösung sein – sei es für kürzere oder längere Zeiträume. Leider beobachten wir jedoch eine Tendenz, dass insbesondere viele deutsche Zuzügler den Heimunterricht als Option wählen und sich damit gegen die Schulen und das Gemeinschaftsgefühl, das Schulen schaffen, entscheiden.

Wir sind uns bewusst, dass es in der Schule nicht nur um Unterricht geht, sondern auch um das soziale Miteinander mit anderen Kindern. Es ist eine naheliegende Möglichkeit, Sprache zu lernen und zu üben, sowie ein wichtiger Schlüssel zur erfolgreichen Integration und eine Brücke zu Freizeitangeboten.

Die steigende Anzahl von Kindern, die zu Hause unterrichtet werden, stellt eine Herausforderung für die kommunale Aufsicht dar und weckt Besorgnis hinsichtlich der fachlichen und sozialen Entwicklung der Kinder. Deshalb ist es positiv, dass die vier Kommunen Nordschleswigs das Ministerium dazu auffordern, die Aufsicht durch Beratung, Klarstellung der Gesetzgebung und Informationsmaterial zu stärken.

Wir hoffen, dass dies dazu beiträgt, eine einheitliche und qualitativ angemessene Heimunterrichtsform zu gewährleisten, die das Lernen und soziale Wohlbefinden der Kinder unterstützt – eine Initiative, die wir ausdrücklich befürworten. Dennoch wünschen wir uns, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen und Teil einer Schulgemeinschaft mit Klassenkameraden zu sein.

Louise Thomsen Terp
(Schleswigsche Partei)
Stadtratsmitglied und
stellvertretende Vorsitzende im Kinder- und Schulausschuss
der Kommune Tondern.

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